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Altmarktbereich
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Aus der Geschichte des Altmarktes
Die ersten deutschen Siedler Dresdens bauten ihre ca. 60 m langen Häuserblocks im 12. Jahrhundert planmäßig um einen großzügig angelegten, etwa 130 x 100 m messenden Stadtmarkt herum. Dies geschah in dem damals recht sumpfigen Elbtal auf einem höher gelegenen und somit trockeneren, weniger hochwassergefährdeten Areal südlich der am Elbübergang stehenden Burg und südwestlich der alten sorbischen Siedlung Drezdzany, welche der Stadt den Namen gab, aber nicht ihr Ausgangspunkt war. Der Stadtmarkt findet allerdings erst im Jahr 1370 eine urkundliche Erwähnung. Zwischen ihm und der an der Elbe stehenden Burg, dem späteren Schloss, erstreckte sich noch lange Zeit ein sumpfiges Gelände, das mit einem Knüppeldamm überbrückt werden musste. Über den Marktplatz floss damals der von der Kreuzgasse kommende Kaitzbach zur Elbe hin, bis dann der von diesem Bach gespeiste Stadtgraben angelegt wurde.

Die Größe der Siedlung könnte etwa 500 m betragen haben. Das regelmäßige Gitterschema der Straßen und Gassen mit einem Markt im Mittelpunkt war typisch für Stadtgründungen in dieser Zeit der zweiten deutschen Ostexpansion.

Nachdem bei der großen Erweiterung der Stadtbefestigung nach Osten zwischen 1519 und 1529 noch ein weiterer Markt zur Stadt hinzu gekommen war, der Neumarkt, hieß der bisherige Stadtmarkt fortan Altmarkt.

Dresdner Altmarkt im Jahr 1719
Bis zum Bau des Zwingers diente der Altmarkt auch als Vergnügungs- und Festplatz des kurfürstlichen Hofes.


Bild: Festaufzug im Jahr 1719 auf dem Altmarkt anlässlich der Vermählung des Kurprinzen Friedrich August - des Sohnes von August dem Starken - mit Kaisertochter Maria Josepha (nach einer alten Grafik, verändert)
Altes Rathaus am Altmarkt um 1930
An der Nordwestecke des Altmarktes stand bis 1945 das barocke Alte Rathaus (Bild: Zustand um 1930; nach einem alten Foto, verändert)

Am Altmarkt wohnten viele bedeutende Persönlichkeiten Dresdens. So weist eine Tafel am Haus Ecke Kreuzkirche darauf hin, dass hier Ludwig Tieck (1773-1853), der berühmte Dichter der Romantik, von 1819 bis 1842 lebte. Er arbeitete zu dieser Zeit als Dramaturg am Hoftheater.

Der Altmarkt war Zentrum des Maiaufstandes von 1849, der von preußischen und sächsischen Truppen blutig niedergeschlagen wurde. Bis 1918 blieb der Platz nun für Kundgebungen aller Art gesperrt.

Beim Durchbruch der König-Johann-Straße vom Altmarkt zum Pirnaischen Platz im Jahr 1886 ging viel historische Bausubstanz verloren. Auch das Alte Landhaus büßte hierfür seinen südlichen Bauteil ein.


Wiederaufbau nach dem Krieg
Leichenverbrennung auf dem Altmarkt im Februar 1945
Die anglo-amerikanischen Bombenangriffe im Februar 1945 legten das gesamte Umfeld des Altmarktes in Schutt und Asche. Auf dem Platz wurden in den Tagen danach tausende Bombenopfer auf großen Scheiterhaufen und Rosten aus Straßenbahnschienen verbrannt.
Nach der Beräumung der Trümmer blieb ein großes leeres Feld zurück. Auf diesem begann im Jahr 1953 der Wiederaufbau von Wohn- und Geschäftshäusern. Die Aufbaupläne gingen aus einem in den Jahren 1950 bis 1952 ausgetragenen Architektenwettbewerb hervor.

Während im ehemaligen höfischen Bereich im Norden der Inneren Altstadt der größte Teil der historischen Bausubstanz restauriert oder rekonstruiert wurde, erhielt der südlich davon gelegene bürgerliche Stadtbereich nach dem Krieg ein vollkommen neues Gesicht. Nur einige wenige historischen Bauwerke wie das Alte Landhaus, das Neue Gewandhaus, die Kreuzkirche und das Neue Rathaus erstanden hier wieder aus ihren Ruinen.

Der neue Altmarkt wurde als ein großer Fest- und Demonstrationsplatz konzipiert und seine Fläche von ursprünglich 1,3 ha (100 x 130 m) auf 2,8 ha mehr als verdoppelt. Nun trug auch die Westfassade der bis 1945 in "zweiter Reihe" stehenden Kreuzkirche zur Platzgestaltung bei.

Die Architekten der Neubebauung des Altmarktes versuchten anfänglich noch zumindest mit der Fassadengestaltung und mit Dachmansarden an die Dresdner Bautradition anzuknüpfen.

Westseite des Altmarktes in der Zeit der DDRDie nach Entwürfen der Chefarchitekten Herbert Schneider und Johannes Rascher an der Ost- und Westseite des Platzes in traditioneller Ziegelbauweise errichteten Häuserreihen zeigen einige barocke Schmuckelemente wie Erker, Arkaden, vergoldete Schmuckgitter, Bildhauerarbeiten aus Sandstein, Reliefs, kupfergedeckte Türmchen, Dachfenster und eine Sandsteingliederung der Putzfassaden. Der Dachreiter auf der westlichen Häuserzeile belebt deren Dachlinie.
Bilder: Westseite des Altmarktes in der Zeit der DDR (oben) und Eckhaus an der Ostseite (unten)

Eckbau im Nordosten des Altmarktes
Westlich des Altmarktes befindet sich das Webergassenviertel, ein zwischen 1958 und 1962 neu errichtetes Geschäftsviertel. Diese Fußgängerzone mit Läden, einem Kinderkaufhaus und der Gaststätte "Wallterrasse" sollte die Tradition der früheren Webergasse wieder aufnehmen. Heute erstreckt sich das Einkaufszentrum Altmarkt-Galerie über einen großen Bereich dieses Viertels.

In der Webergasse befand sich von 1887 bis zur Zerstörung im Februar 1945 die Bärenschänke, die mit etwa 1.200 Plätzen zu den bedeutendsten Gaststätten Dresdens gehörte.

Die spätere Bebauung des Umfeldes des Altmarktes ließ aus Zeit- und Kostengründen keine Rücksichten auf die Dresdner Bautradition mehr zu, sodass im weiteren Umkreis des Platzes schließlich sogar recht unansehnliche Plattenbauten entstanden. Nördlich des Altmarktes stehen zumindest noch die Proportionen der Gebäude in einem Bezug zum früheren Stadtbild. Seinen Platzcharakter erhielt der Altmarkt erst durch den Bau des Kulturpalastes in den Jahren 1966 bis 1969 zurück, der seitdem die Nordseite schließt.
Ausgrabungen im Südbereich des Altmarktes
Bilder: Ausgrabungen im Südbereich des Altmarktes (Hausfundamente und Keller der einst vor der Westseite der Kreuzkirche stehenden Häuser); nach der Sicherung des Untergrundes wird nun auch diese Südseite des Altmarktes wieder bebaut



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