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Aus der Geschichte der Brühlschen Terrasse ![]() Die Brühlsche Terrasse ist nach Graf Heinrich von Brühl (1700-1763) benannt, dem einflussreichen und sehr wohlhabenden Staatsminister von Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen (zugleich König August III. von Polen; reg. 1733-1763; Sohn und Nachfolger von August dem Starken). Nachdem im Jahr 1737 der Bau des später Brühlsches Palais genannten Gebäudes begonnen hatte, bekam Graf Brühl im Jahr 1740 den östlich der Augustusbrücke, im Umfeld des Palais, gelegenen Teil der Dresdner Stadtfestung und bald darauf auch noch die Jungfernbastion vom Landesherren geschenkt, damit er hier noch weitere für die höfische Repräsentation geeignete Bauten errichten konnte. Bild: Graf Heinrich von Brühl Im Jahr 1747 explodierte die Jungfernbastion infolge eines Blitzschlages in das hier eingerichtete Pulvermagazin. Brühl ließ die demolierten Höfe zuschütten, auf der Jungfernbastion einen Garten anlegen - den später so genannten Brühlschen Garten - und auf dem Festungsplateau mehrere Gebäude errichten. Der Dresdner Hofadel nutzte die Anlage für prunkvolle Feste. Das Gelände war mit einer etwa 20.000 Taler teuren Umfriedung abgeschirmt, denn anders als unter August dem Starken wurde die Öffentlichkeit unter dessen Sohn und Nachfolger Kurfürst Friedrich August II. bei höfischen Festen weitgehend ausgeschlossen. Das von Johann Christoph Knöffel zwischen 1737 und 1740 an der Augustusstraße errichtete, später Brühlsches Palais oder Palais Brühl genannte barocke Wohnpalais des Staatsministers stand etwa am Ort des heutigen Ständehauses. Das 23 Fensterachsen große Gebäude besaß einen prächtigen Festsaal und eine 88 m lange Gemäldegalerie. (Die große Gemäldesammlung Brühls ist heute in der St. Petersburger Eremitage zu besichtigen. Zarin Katharina II. hatte sie 1768 aus dem Nachlass des 1763 verstorbenen Staatsministers gekauft.) Am Ort der heutigen Sekundogenitur befand sich die von Johann Christoph Knöffel gebaute Brühlsche Bibliothek. (Die 62.000 Bücher dieser Bibliothek gelangten später in die Kurfürstliche Bibliothek - die heutige Sächsische Landesbibliothek.) In den Jahren 1756/57 (im Siebenjährigen Krieg) quartierte sich König Friedrich II. von Preußen im Palais Brühl ein. (Im Kriegsjahr 1759 ließ dieser das Belvedere auf der Jungfernbastion sprengen - dieser Missetat vom gegenüber liegenden Elbufer aus zuschauend.) Als die Anlage nach Brühls Tod (1763) wieder in kurfürstlichen Besitz gelangte (gegen den ehemaligen Premierminister war ein Prozess angestrengt, nach dessen Tod und der Einziehung des Besitzes aber nicht mehr eröffnet worden), blieb der Name Brühlsche Terrasse an ihr haften. Im Jahr 1814, nach dem Ende der Napoleonischen Kriege, gab der im Brühlschen Palais residierende russische Generalgouverneur von Sachsen Fürst Repnin-Wolkonski (nach dem Sieg über Napoleon war Sachsen, ein Verbündeter Napoleons, zum russisch-preußischen General-Gouvernement erklärt worden) die Brühlsche Terrasse (wie auch den Großen Garten) für die Öffentlichkeit frei. Der Gouverneur regte auch den Bau der Freitreppe als neuen Zugang vom Schlossplatz her an. Wenige Jahre später eröffneten die Kaffeehäuser "Belvedere" und "Café Reale" auf der Brühlschen Terrasse. Durch zahlreiche Umbauten vor allem am Ende des 19. Jahrhunderts erlangte die Brühlsche Terrasse allmählich ihr heutiges Aussehen. Nach der Aufschüttung des Terrassenufers stand sie nun auch nicht mehr direkt am Elbstrom. nach oben |