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Elbe Merkmale, Geschichte, Schifffahrt ... Die Elbe (tschechisch: Labe, lateinisch: Albis) besitzt mehrere, bis zu 1.400 m ü.d.M. hoch liegende Quellen im Riesengebirge und mündet in die Nordsee. Mit 1.165 km Länge ist sie der drittgrößte mitteleuropäische Strom. Von Bad Schandau bis Dommitzsch (hinter Torgau) fließt die Elbe durch Sachsen. Seit jeher ist das Wasser der Elbe infolge der geologischen Beschaffenheit ihres Einzugsgebietes gelb gefärbt. Seit dem Zeitalter der Industrialisierung trägt aber auch die Wasserverschmutzung zu ihrer Färbung bei. In der Zeit der DDR sah der Strom eher tiefbraun als gelb aus. Inzwischen ist aber wieder das Baden in der Elbe erlaubt und vielleicht kehren irgendwann auch die Lachse zurück. Pegelstände Der Normaldurchfluss der oberen Elbe im Gebiet Dresden liegt bei 320 m³/s. In strengen Wintern wie den von 1655, 1798, 1845, 1909 und 1963 friert der Strom vollkommen zu. Der Lattenpegel für die Messung des Elbewasserstandes ist am ersten Brückenpfeiler der Augustusbrücke auf der Altstädter Seite angebracht. Das registrierende Schreibwerk befindet sich in dem nahe gelegenen Basteischlösschen. Die Elbe hat sich seit dem technischen Ausbau des Flussbettes ab 1861, der eine Beschleunigung des Abflusses bewirkte, um etwa 90 cm tiefer eingeschnitten. Deshalb legte man am 1. Januar 1935 den Nullpunkt des Dresdner Elbpegels neu bei 103 m ü. NN fest. Damit traten nun bei den Angaben von Niedrigwasserständen keine Minuswerte mehr auf. Ab einem Pegelstand von 4,70 m behindern die Brückendurchlässe die Schiffahrt. Ab 5,30 m überflutet die Elbe das Terrassenufer. Hochwasser Hochwasser tritt in der oberen Elbe häufig auf. Der Naturkundler Christian Gottlieb Pötzsch beschrieb 188 größere Elbe-Hochwasser in der Zeitspanne vom Jahr 590 bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Extreme Sommerfluten gab es z.B. in den Jahren 1432 und 1501. Im Jahr 1845 erreichte das Frühjahres-Hochwasser einen Pegelstand von 8,77 m und riss den Kruzifix-Pfeiler der Dresdner Augustusbrücke weg. Im August 2002 musste Dresden gleich zwei verheerende Hochwasser erleiden: Der Fluss Weißeritz überströmte mit enormer Gewalt große Teile der Stadtteile Plauen, Löbtau und Friedrichstadt sowie in der Innenstadt den Hauptbahnhof und den Bereich der Prager Straße. Einige Tage später erreichte die Elbe mit 9,40 m einen seit Jahrhunderten nicht mehr gemessenen Wasserstand und überflutet weite Teile der flussnahen Stadtbereiche. Man begann auch um die Sicherheit der Elbbrücken zu fürchten. Viele historische Gebäude wie der Zwinger, die Semperoper, die Gemäldegalerie, die Kathedrale, das Schauspielhaus, der Landtag und das Taschenbergpalais erlitten Schäden durch die Überflutung der Keller und Fundamente. Die dort deponierten Stücke der Dresdner Kunstsammlungen gerieten in große Gefahr. Die Gruft der Kathedrale, in der viele der Sächsischen Kurfürsten und Könige beigesetzt sind, war vollgelaufen und musste später aufwendig restauriert werden. Ebenso waren viele Gaststätten, Geschäfte, Wohnungen, Büros, Handwerksbetriebe und Tiefgaragen betroffen. Dank großzügiger Spenden aus ganz Deutschland und dem Ausland und dank umfangreicher staatlicher Wiederaufbauhilfen konnten die Spuren des Hochwassers bis heute fast vollständig beseitigt werden. Nutzung der Elbe, Elbe-Schifffahrt Das Elbegebiet ist schon seit langem besiedelt. Entsprechende Funde stammen aus der Ur- und Frühzeit, aus der Band-, der Schnurkeramik-, der Lausitzer und der frühgermanischen Kultur. Vom 6. bis zum 10. Jahrhundert lebten eingewanderte westslawische Stämme (Elbsorben) an der oberen Elbe in Weilern und Runddörfern. Sie befuhren den Strom mit Schuten und Booten vor allem zum Zwecke des Fischfangs und des Warentransports und hielten einen regelmäßigen Fährbetrieb an den Elbübergängen der Handelswege und zwischen Ortschaften aufrecht. Einst zeichnete sich die Elbe durch einen großen Fischreichtum aus. Schon in slawischer Zeit betrieben die Bewohner der flussnahen Dörfer eine ergiebige Elbefischerei. Noch bis 1916 war unterhalb der Stadt Dresden eine einträgliche Lachsfischerei möglich. Die industriellen Abwässer machten dem jedoch ein Ende. Im Jahr 983 verlieh Kaiser Otto III. (reg. 983-1002) das Elbezollrecht für die Strecke von Belgern bis Meißen an den Meißner Bischof. Im 12. Jahrhundert belebten der Silber- und sonstige Erzbergbau im Erzgebirge, der schnell anwachsende Handel zwischen den deutschen Ländern und Böhmen, das blühende Handwerk und zahlreiche Siedlungsneugründungen die Elbeschifffahrt enorm. Flussaufwärts wurden z.B. Salz, Heringe und Getreide transportiert, flussabwärts z.B. Holz und Steine. Zur Fracht der Elbeschiffer gehörten auch Wein, Erze, Metalle, Halb- und Fertigzeuge, Leder, Felle, Textilien, Werkzeuge und Lebensmittel. Flussaufwärts fuhr man mit Hilfe von Rudern oder Segeln oder durch Warpen (an einem Anker ziehen). Später zogen auch Treidler oder Zugochsen auf einem Laufpfad am Ufer die Boote. Die Fahrt von Meißen nach Dresden konnte durchaus drei Tage dauern. Die Elbeflößerei wird schon im Jahr 1325 erwähnt. Neben den Triften mit Einzelstämmen schwammen Flöße mit 500 und mehr verbundenen Stämmen aus Böhmen oder dem Elbsandsteingebirge den Strom herunter. Die erste Floßordnung stammt aus dem Jahr 1519, die erste Verordnung über Dammbauten an der Elbe aus dem Jahr 1558. Die handelshemmenden Elbezölle und Stapelrechte (die Kaufleute mussten ihre Waren an bestimmten Orten auf dem Handelsweg drei Tage lang anbieten, bevor sie weiterfahren durften) wurden erst im Jahr 1821, nach dem Wiener Kongress, abgeschafft. Nun fand auch die Verantwortlichkeit für den Unterhalt der Fahrrinne und des Ufers mit dem Laufpfad für die Treidler und Zugochsen eine bessere Regelung. Auch eine neue Frachtpreisordnung trat in Kraft. Die Sächsische Dampfschifffahrt nahm im Jahr 1836 ihren Betrieb auf. Ab 1845 wurde in der Elbe eine Fahrrinne ausgebaggert und die Ketten-Schleppschifffahrt eingeführt, bei der sich ein Schlepper mit mehreren Lastkähnen an einer Eisenkette entlang zieht. Im Jahr 1874 war die Kette schon 623 km lang und reichte von Melnik bis Hamburg. Im Jahr 1882 fuhren 27 Kettenschlepper auf der Elbe. Am Anfang des 20. Jahrhunderts lösten dann große Seitenradschlepper die Kettenschlepper ab. Nach dem Ersten Weltkrieg setzten sich Motorgüterschiffe durch. nach oben |