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Ortschaft Schönfeld-Weißig: Rossendorf, Eschdorf Rossendorf
Rossendorf liegt an der Alten Bautzner Straße, die zu einer schon in früher Zeit wichtigen Handelsroute zwischen dem Elbtal und der Oberlausitz gehörte. Sie umging - anders als die heutige Fernverkehrsstraße - die Weißiger Berge im Süden. Der zwischen Quohren und Rossendorf verlaufende Abschnitt dieses Fahrweges, die Alte Hornstraße (Alte Dresdner Straße), blieb streckenweise erhalten. Zur Zeit seiner Ersterwähnung, um 1350, lag der Ort wüst, war also unbewohnt. Bald darauf entstand hier ein Gutsweiler mit einer in Gutsblöcken eingeteilten Flur. Weil sich auf den im Untergrund anstehenden eiszeitlichen Sanden nur magere Böden bilden konnten, war die Landwirtschaft hier deutlich weniger ergiebig als sonst im Schönfeld-Weißiger Gebiet. Im Jahr 1634 (im Dreißigjährigen Krieg) brannten sächsische Truppen das Vorwerk nieder. Im darauf folgenden Jahr wurde es am Lockenborn neu aufgebaut. Schriften von 1664 erwähnen Hanns Heinrich von Kiesewetter als Rossendorfer Gutsherr. Im Jahr 1685 wurde der Herrensitz nach Eschdorf verlegt. Im Jahr 1767 ließ sich der Gutsherr in Rossendorf ein (bis heute erhaltenes) neues herrschaftliches Wohnhaus mit Wendeltreppe bauen. Dazu gehörten auch ein Wirtschaftsgebäude, eine Brauerei, ein Gesindehaus und ein Kuhstall. Im Wohnhaus gab es eine Gerichtsstube. Im Jahr 1840 ließ Gutsherr Johann Gottlob von Quandt die nun schon sehr verfallenen Gutsgebäude abreißen und auf dem "Freitag" genannten Hügel (320 m ü. NN) ein neues Rittergut mit Herrenhaus errichten, mit dem der Herrensitz wieder von Eschdorf nach Rossendorf wechselte. Forschungszentrum Rossendorf (FZR) Südlich der Bautzner Landstraße, im Waldgebiet Harthe bei Rossendorf, siedelte sich im Jahr 1955 das Zentralinstitut für Kernforschung der Akademie der Wissenschaften der DDR an. Zu dessen Erstausstattung gehörten der Forschungsreaktor WWR-S und ein Zyklotron U120. Hier arbeiteten ca. 350 Wissenschaftler und Ingenieure - russische Spezialisten und in der Sowjetunion ausgebildete Fachleute der DDR - in der Grundlagenforschung zur niederenergetischen Kernphysik. Auch angewandte Forschung auf den Gebieten Festkörperphysik, Werkstoffentwicklung, Korrosionsschutz, Radiochemie und Kernenergetik wurde geleistet und Isotopenmaterial produziert. Ein zweiter Forschungsreaktor, der sogenannte Rossendorfer Ringzonenreaktor, ging im Jahr 1962 in Betrieb. Außerdem entstanden neue Laboratorien, Rechenanlagen, eine Fachbibliothek, Werkstätten sowie Versorgungs und Verwaltungsgebäude und vier Mehrfamilienwohnhäuser. Zwischen 1969 und 1972 erfuhr die Anlage die Erweiterung um einen sowjetischen Protonenbeschleuniger (Tandem-Generator). Nach der Abwicklung des Kernforschungsinstituts und der Demontage der alten Nukleartechnik gründete sich im Jahr 1992 das Forschungszentrum Rossendorf (FZR). Die zur Leibniz-Gemeinschaft gehörende Forschungseinrichtung beschäftigt etwa 550 Mitarbeiter in sechs Instituten und zwei Zentralbereichen. Zu den Arbeitsschwerpunkten gehören Forschungen mit Photonen- und Teilchenstrahlen, an der Materiestruktur sowie in den Bereichen Umwelt und Sicherheit. Eschdorf
Eschdorf, ein Reihendorf, zieht sich fast 2 km entlang des Schullwitzbaches hin. Die Felder der Bauerngüter erstreckten sich im Süden bis über den Triebenberg hinweg zum Zaschendorfer Hofeloch. Im Norden reicht die Flur bis zu dem zwischen Rossendorf und Dittersbach verlaufenden Querweg. Eine Urkunde von 1350 berichtet, dass damals ein Dresdner Grundherr Zinsen aus Eschdorf bezog. Ein Eschdorfer Erbrichtergut ist aus dem Jahr 1442 bekannt. Im Jahr 1472 findet eine zwischen Eschdorf und Wünschendorf im Tiefen Grund gelegene, "ym Deutzschen" genannte Wüstung in den Urkunden Erwähnung. Eschdorf gelangte zur Rossendorfer Gutsherrschaft. Im Jahr 1664 wird Hanns Heinrich von Kiesewetter als der in Rossendorf sitzende Grundherr genannt. Die Eschdorfer Bauern gerieten in jenem Jahr wegen einer unrechtmäßigen Forderung zusätzlicher Holz- und Mühlfuhren in den Aufstand. Daraufhin wurden 27 Bauern 48 Wochen lang auf Burg Hohnstein eingesperrt. Von diesen mussten dann sechs Bauern bei Dresdner Baumaßnahmen zwangsarbeiten. Im Jahr 1685 wechselte der Herrensitz von Rossendorf nach Eschdorf, wo er bis zum Jahr 1840 verblieb, als ihn Gutsherr Johann Gottlob von Quandt wieder nach Rossendorf verlegte. Das Grundstück der einst nördlich der Straße Eschdorf-Dittersbach in einer Wiesenmulde stehenden Niedermühle wurde um 1700 an vier Gärtner und (im Jahr 1709) einen Häusler aufgeteilt. So entstand die östlich von Eschdorf gelegene kleine Siedlung Rosinendörfchen. Im Jahr 1748 hieß sie "Vierhäuser". Der Name "Rosinendörfchen" könnte irrtümlich aus der Beschriftung Roßindorff in einer Landkarte von 1753 abgeleitet worden sein. Im Jahr 1821 erscheint der Ort als Rosinen Dörfgen in den Urkunden. Schullwitz
Die Schullwitzer Flur erstreckt sich nach Norden bis über den Querweg (Marktweg) hinweg und nach Süden bis zum Landrain, wo einst die Grenze zwischen den Ämtern Lohmen und Dresden verlief. Das am Schullwitzbach gelegene Waldhufendorf Schullwitz wird im Jahr 1717 als teilweise zum Rittergut Helfenberg gehörend erwähnt. nach oben |