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Bautzen
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Hauptmarkt
Hotel Goldener Adler und Stadtapotheke
Nach dem verheerenden Stadtbrand von 1634 (im Dreißigjährigen Krieg) wurde Bautzen im Stil des Barock wieder aufgebaut. Aus dieser Zeit stammen die ältesten Bürgerhäuser der Stadt wie z.B. das Hotel "Goldener Adler" (Bild: rechtes Haus mit blauer Fassade) an der Westseite des Hauptmarktes. Bei manchen Häusern blieben auch Bauteile ihrer Vorgängerbauten erhalten.

Die südlich neben dem Hotel "Goldener Adler" stehende, bereits im Jahr 1542 erwähnte Stadtapotheke (Bild: gelbe Fassade) ist mit drei Stadtwappen geschmückt und verfügt im Inneren über spätgotische Gewölbe.
Haus an der Westseite des Hauptmarktes
Bild: Haus an der Westseite des Hauptmarktes, südlich neben der Stadtapotheke
Jahreshaus
An der Südwestecke des Hauptmarktes (Ecke Innere Lauenstraße/Heringstraße) steht das im Stil des böhmischen Barock gebaute palaisartige "Jahreshaus" (Jahreszeitenhaus, 1720-1724), nach seinem Besitzer am Ende des 19. Jh. auch Hartmannsches Haus genannt.

Der Name "Jahreshaus" bezieht sich auf seine 4 Treppen, 12 Schornsteine, 52 Zimmer und 365 Fenster. Die zwei Figuren über dem Hauptportal symbolieren die irdische und die göttliche Wahrheit, im Spitzgiebel wird das "glückhafte Schiff", das Zeichen des Handelskaufmannes, von Putten flankiert. Im Haus logierten unter anderem Kaiser Napoleon I. (1807 und 1813), Zar Alexander I. von Rußland (1813), König Friedrich II. von Preußen (1745) sowie König August I. von Sachsen (1823) und König Anton von Sachsen (1827 und 1829).
Das Gebiet der Heringstraße gehört seit 1213 zum Stadtgebiet. Ab 1692 wurde diese Verbindung zwischen Burglehn und Hauptmarkt Heringsgasse genannt (am Klosterviertel waren zur Fastenzeit Fische verkauft worden), seit 1900 heißt sie Heringstraße. Nach dem Stadtbrand von 1720 entstanden die Häuser an dieser Straße vorwiegend im Barockstil neu. Am Eckhaus Hohengasse ist ein Wappen des Domkapitels zu sehen, welches hier im Jahr 1726 den Gasthof "Zum goldenen Lamm" bauen ließ.

Gewandhaus
Das an der Südseite des Hauptmarktes stehende Gewandhaus stammt mit seinen frühesten Bauteilen aus dem Jahr 1284 (damals hatte Bautzen vom brandenburgischen Markgrafen das Privileg zum Bau des ersten Oberlausitzer Kaufhauses erhalten) und ist somit das älteste Bauwerk dieser Art in der Oberlausitz. In den Jahren 1472-1482 erfolgte hier der Neubau eines Gewandhauses mit Ratswaage für Tuchmacher, Leinwandhändler und Gewandschneider.
Das Gewandhaus erfuhr mehrere Umbauten (1634 und 1709 brandzerstört und wieder aufgebaut). Seine heutige Neorenaissance-Fassade stammt aus der Zeit um 1882 (Dresdner Architekt Ernst Giese). Von 1884 bis 1912 befand sich das städtische Stiebermuseum im Haus, heute sind hier Stadtverwaltung und Standesamt untergebracht. Im Jahr 1976 zerstörte ein Brand den Bürgersaal (1977-1979 in veränderter Gestalt hergestellt). Im Ratskeller blieb das gotische Gewölbe von 1472 erhalten.

MarktbrunnenSkulptur des Marktbrunnens
Der Marktbrunnen (1572-1575 von Wenzel Röhrscheidt d.Ä. angelegt, 1855 aus Verkehrsgründen abgebrochen, 1985 wieder aufgebaut) trägt seit 1986 die (restaurierte) Skulptur des "Ritters Dutschmann", die von 1864 bis 1985 auf einem Sockel an der Südseite des Rathauses stand. Sie ist eine Arbeit des bedeutenden sächsischen Renaissance-Bildhauers Christoph Walther II. (1534-1584) aus dem Jahr 1576.

Blick durch die Innere Lauenstraße zum Hauptmark
Bild: Blick durch die Innere Lauenstraße zum Hauptmarkt, im Hintergrund das Rathaus und der Petridom
Prächtige Hausfassade an der Inneren Lauenstraße
Bild: Prächtige Hausfassade an der Inneren Lauenstraße
Eine der sorgfältig restaurierten Hausfassaden an der Inneren Lauenstraße
Bild: Monse-Verlagshaus an der Inneren Lauenstraße; Hier richtete der Leipziger Buchdrucker Nikolaus Wohlrab im Jahr 1552 die erste Bautzner Druckerei ein (1574 erschien ein Katechismus mit Kirchenliedern als erstes in sorbischer Sprache gedruckte Buch). Das Haus wurde nach 1600 von verschiedenen Druckern weitergeführt, ab 1786 war es Monse-Verlagshaus, 1948-1960 die Verwaltung des Sorbischen Volkstheaters und ab 1961 Abteilung für pädagogische Literatur des Domowina-Verlages.
Fassaden am Beginn der Inneren Lauenstraße nahe Lauenturm


Bild: Fassaden am Beginn der Inneren Lauenstraße (nahe Lauenturm), die noch auf ihre Restaurierung warten
Nordseite des Hauptmarktes mit Rathaus
Bild: Nordseite des Hauptmarktes mit Rathaus
In dem auch Syndikatshaus oder Polizeigebäude genannten Stadthaus (vermutlich 1333 gebaut, nach einem Brand im Jahr 1514 neugebaut) kamen einst die Abgeordneten des Oberlausitzer Sechsstädtebundes zu ihren Beratungen zusammen. Ab 1625 war es die Wohnung des Stadtsyndikus, dann von 1799 bis 1816 des Gymnasiumsubrektors, danach Haus der Steuerbehörde, 1850 bis 1884 Sparkasse und nach dem Umbau von 1884-1895 Hauptsteueramt. Ab 1732 stand vor dem Stadthaus die Hauptwache (1855 erneuert, 1893 abgebrochen, der Standort ist an den Basaltsteine in der Pflasterung noch erkennbar), davor befand sich ab 1799 ein Lindenplatz.

Nordost- und Ostseite des Hauptmarktes
Bild: Nordost- und Ostseite des Hauptmarktes; im Stadthaus (Gebäude links im Bild) befindet sich die Tourist-Information
Der um 1200 angelegte Hauptmarkt diente im Mittelalter auch als Richtstätte (Pflasterstein mit Kreuzsymbol am ehem. Standort des Galgens; auf dem platzteilenden Pflasterweg zu sehen). Nach dem Handwerkeraufstand von 1405 waren hier im Jahr 1408 auf Anordnung König Wenzels IV. von Böhmen 13 der einhundert zum Tode verurteilten Aufständischen hingerichtet worden.

Ostseite des Hauptmarktes und Reichenstraße
Bild: Ostseite des Hauptmarktes sowie Blick durch die Reichenstraße zum Reichenturm; vorn der Marktbrunnen
Detailansicht der Ostseite des Hauptmarktes
Bild: Detailansicht der Ostseite des Hauptmarktes



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