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Yenidze (Tabakmoschee)
Yenidze, von Osten gesehen
Lage: Magdeburger Straße (Dresden-Friedrichstadt), nahe der Marienbrücke
Bauzeit, Architekt: 1909-1912, Hermann Martin Hammitzsch
Merkmale: Fabrikgebäude im orientalischen Baustil einer Moschee nach dem Vorbild des Mamelucken-Grabes des Khair Bak in Kairo, weltweit erster Stahlbeton-Skelettbau mit immens großen Räumen auf 6 Etagen, Schornstein als Minarett verkleidet (ein Fabrikschornstein wäre zur Bauzeit in der Königlichen Residenzstadt Dresden ohne eine solche Verkleidung nicht geduldet worden), 600 Fenster, 17 m hohe Kuppel aus drei rot-grün gestalteten Schmuckbändern und gelb-blau gestaltetem Kuppelglas (18 m im Durchmesser, 62 t schwer), Abschluss mit goldener Krone
Nutzung: Ursprünglich Zigarettenfabrik, später Tabakkontor, heute Büro- und Geschäftshaus, unter der Kuppel ein Restaurant mit herrlicher Aussicht über die Stadt

An der Magdeburger Straße, nahe der Marienbrücke, steht die Yenidze, eine zwischen 1909 und 1912 vom Architekten und Lehrer der Dresdner Staatsbauschule Hermann Martin Hammitzsch im Auftrag des Zigarettenfabrikanten Hugo Zietz errichtete Zigarettenfabrik. Martin Hammitzsch war vom Bauherren extra in den Orient geschickt worden, um sich Anregungen für die Baugestaltung zu holen. Wegen dieses für Dresden recht ungewöhnlichen Bauwerkes wurde Martin Hammitzsch dann aus dem sehr konservativen sächsischen Berufsverband der Architekten ausgeschlossen. (Im Jahr 1936 heiratete er Angela Raubal, die Schwester Adolf Hitlers, und im Jahr 1945 nahm er, ein überzeugter Nationalsozialist, sich das Leben).

Dresden leistete zu Anfang des 20. Jahrhunderts bis zu 60% der Zigarettenproduktion in Deutschland. Die bekannteste der von Hugo Zietz vertriebenen Zigarettenmarken hieß "Salem". In der Yenidze, die viele der Zigarettenpackungen zierte, waren etwa 1.700 Arbeiter beschäftigt.

Yenidze, von Süden gesehen
Die anglo-amerikanischen Bombenangriffe im Februar 1945 beschädigten die Yenidze stark. Doch schon im Jahr 1947 lief hier die Zigarettenproduktion wieder an. Ab 1953 diente das Gebäude als zentrales Tabakkontor der DDR.

Nach einer umfassenden Sanierung (ca. 75 Mio. DM) wurde die Yenidze im Jahr 1996 als Büro- und Geschäftsgebäude wiedereröffnet. Seitdem zeigt sich die Kuppel, die nach dem Krieg nur mit einfarbigem Glas rekonstruiert worden war - auch wieder vielfarbig. Unter der Kuppel ist ein Restaurant eingerichtet, von dem sich eine herrliche Aussicht über die Stadt bietet.



www.kuppelrestaurant.de    www.1001maerchen.de

Eingang der Yenidze
Bilder: Süd- und Westfassade sowie Eingang der Yenidze


"Yenidze" ist der alte Name der nordgriechischen Kleinstadt Giannitsa ("Neue Stadt"), einer etwa 60 km nordwestlich von Thessaloniki an der Nationalstraße nach Edessa gelegenen Provinzstadt (ca. 30.000 Einwohner) der Präfektur Pella. In der Besatzungszeit Griechenlands durch die Osmanen war sie im Jahre 1385 vom osmanischen General Ghazi Achmet Ebrenos gegründet worden. In dieser fruchtbaren Ebene Mazedoniens wird seit mehr als hundert Jahren Tabak angebaut (heute allerdings zum großen Teil durch den Anbau von Obst, Baumwolle, Getreide und Zuckerrüben ersetzt). Aus der Zeit des Osmanischen Reiches sind in Giannitsa einige Baudenkmäler erhalten geblieben. Das Mausoleum und Gemeindehaus der Osmanen wurde unlängst mit Hilfe von EU-Finanzmitteln restauriert.



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