Unter den Bauten an der Stadtseite der Brühlschen Terrasse fällt einer schon durch seine Masse auf: die Kunstakademie. Die Lehrstätte für Bildhauerei, Baukunst und Malerei entstand 1891-1895 an der Stelle des früheren Café Reale. Von 1791 bis 1895 war die Akademie in der Brühlschen Bibliothek untergebracht gewesen, dem Vorgängerbau der Sekundogenitur.
Monumental gewollt
Akademie und Ausstellungsgebäude wurden im Stil des Historismus errichtet, üppig und monumental, nach heftigen Auseinandersetzungen mit weniger monumental denkenden Architekten und Bürgern. Dresden sollte sich damit als eine der führenden Kunststädte Europas zeigen. Die kantigen, steilen und teils überladenen Bauten erreichen die Ausgewogenheit der Dresdner Barock- und Renaissancebauten nicht und fügen sich schlecht in die Bautradition der Stadt. Die Details sind allerdings so gut gearbeitet, dass man ihnen das nachsieht.
Die auffallend großen Fenster der Akademie haben einen praktischen Grund: Sie bringen Licht in die Ateliers.

An den überreich geschmückten Fassaden arbeiteten die bedeutendsten Dresdner Bildhauer der Zeit, darunter die Professoren Heinrich Epler, Johannes Schilling und Hermann Hulzsch. Im neuen Haus lehrten Carl Bantzer, Gotthardt Kuehl und Eugen Bracht, später Robert Sterl, Otto Gussmann und Oskar Zwintscher.
Die Flügel, die im Februar 1945 bei den Bombenangriffen zerstört wurden, waren bis 1965 wieder aufgebaut. Ihre Schauseite zeigt die Akademie zur Elbe. Zur Stadt hin, wo nebenan das Coselpalais steht, wirkt sie unübersichtlicher und ist deutlich sparsamer geschmückt.
Ausstellungsgebäude mit der „Zitronenpresse“

Für den 1828 gegründeten Sächsischen Kunstverein baute Lipsius 1894/95 das Ausstellungsgebäude, im spitzen Winkel zur Akademie. Über der neoklassizistischen Fassade sitzt eine hohe Kuppel aus Stahlskelett, die in Dresden „Zitronenpresse“ heißt. Ihre Grundstruktur überstand die Bombenangriffe von 1945, 1968 wurde sie neu verglast. Obenauf steht die „Goldene Fama“, die Göttin des Ruhmes, von Robert Henze.
Nach seinem Schöpfer heißt das Haus auch Lipsiusbau. Seit 2005 nutzen es die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden als Kunsthalle im Lipsiusbau, vor allem für Sonderausstellungen zeitgenössischer Kunst.

Zwischen beiden Bauten vermittelt ein Rundpavillon. An der Ostseite zum Georg-Treu-Platz öffnet sich ein Portal mit reichem Skulpturenschmuck, davor steht das Semperdenkmal.