Grünes Gewölbe im Residenzschloss, Gemäldegalerien, Porzellansammlung: Meist stehen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Mittelpunkt. Zu ihnen gehören auch das Kupferstich-Kabinett, die Skulpturensammlung, der Mathematisch-Physikalische Salon, die Rüstkammer, die Galerie Neue Meister, das Kunstgewerbemuseum und die Puppentheatersammlung. Daneben hat Dresden eine lange Reihe weiterer Museen, von Dichterhäusern über Technikmuseen bis zu Gedenkstätten.
Kunst, Künstlerhäuser und Galerien

Kunsthalle im Lipsiusbau
Das Ausstellungsgebäude des Sächsischen Kunstvereins an der Brühlschen Terrasse, 1895 fertiggestellt, gehört mit seiner Glaskuppel zur Silhouette der Altstadt. Nach Kriegszerstörung und Teilrekonstruktion stand es lange leer. Seit 2005 zeigen die Staatlichen Kunstsammlungen hier Wechselausstellungen. Der Bau bildet ein Ensemble mit der Kunstakademie.
Städtische Galerie Dresden
Das städtische Kunstmuseum teilt sich das Alte Landhaus mit dem Stadtmuseum. Seine Sammlung reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück, der Schwerpunkt liegt aber auf der Kunst in Dresden seit dem 19. Jahrhundert, mit Werken etwa von Otto Mueller, Otto Dix, Willy Wolff und Hermann Glöckner.
Leonhardi-Museum
1879 kaufte der Tintenfabrikant, Landschaftsmaler und Ludwig-Richter-Schüler Eduard Leonhardi (1828-1905) in Loschwitz eine alte Wassermühle, einst „Rote Amsel“ und ab 1785 Hentschel-Mühle genannt, als Atelierhaus für junge Künstler. Die bemalten Fassaden mit Sinnsprüchen, Plastiken und Bildnissen gestaltete Charles Palmié. Seit 1963 finden hier Wechselausstellungen meist junger Kunst statt.
Kunsthaus Dresden
Das städtische Zentrum für Gegenwartskunst in der Inneren Neustadt ging aus der 1981 gegründeten „Galerie Rähnitzgasse“ hervor. Bis 1990 stellten dort vor allem Dresdner Künstler aus, das Haus war auch Sitz der Jury für die IX. und X. Kunstausstellung der DDR. Seit den 1990er Jahren gilt es der internationalen und regionalen Gegenwartskunst.
Josef-Hegenbarth-Archiv
Der Zeichner, Grafiker und Maler Josef Hegenbarth (1884-1962) lebte und arbeitete bis zu seinem Tod in einem Haus in Loschwitz. Seine Witwe Johanna vermachte Haus und Nachlass dem Kupferstich-Kabinett, das beides 1988 erbte. Zu sehen sind Wechselausstellungen sowie Wohnräume und Atelier des Künstlers.
Dichter, Komponisten und die Romantik

Kügelgenhaus – Museum der Dresdner Romantik
Im „Gottessegenhaus“ an der Neustädter Hauptstraße, erbaut am Ende des 17. Jahrhunderts, bewohnte der Porträt- und Historienmaler Gerhard von Kügelgen (1772-1820) ab 1808 mit seiner Familie das zweite Obergeschoss. Viele Künstler der Romantik waren bei ihm zu Gast. Seit 1981 ist hier das Museum der Dresdner Romantik eingerichtet, das in neun Räumen auch den Mäzen Christian Gottfried Körner und seinen Kreis, Caspar David Friedrich und Heinrich von Kleist vorstellt.
Carl-Maria-von-Weber-Museum
In einem Winzerhaus in Hosterwitz, damals ein kleines Dorf weit vor der Stadt, verbrachte der Komponist und Hofkapellmeister Carl Maria von Weber (1786-1826) mit seiner Frau Caroline die Sommer 1818/19 und 1822 bis 1824. Abends wanderte er oft durch den Keppgrund zur Keppmühle. In der Giebelstube, seiner „Kompositionsstube“, entstanden Teile von „Freischütz“, „Euryanthe“ und „Oberon“ sowie die „Aufforderung zum Tanz“.
Schillerhäuschen
1785 kam Friedrich Schiller auf Einladung Christian Gottfried Körners von Leipzig nach Dresden. Im kleinen Gartenhaus auf Körners Weinberg in Loschwitz soll er am „Don Carlos“ gearbeitet und die Ode „An die Freude“ vollendet haben; belegt ist das nicht. Eine Gedenkstätte wurde daraus schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Kraszewski-Museum
Der polnische Schriftsteller Józef Ignacy Kraszewski (1812-1887) lebte ab 1863 in Dresden, von 1873 bis 1879 in dieser Villa in der Antonstadt. Hier schrieb er seine Sachsentrilogie mit „Gräfin Cosel“ (1874), „Brühl“ (1875) und „Aus dem Siebenjährigen Krieg“. Das Museum erzählt sein Leben und die sächsisch-polnische Geschichte, als August der Starke und sein Sohn zugleich Könige von Polen waren.
Erich-Kästner-Museum
Erich Kästner (1899-1974) kam nicht weit vom Albertplatz an der Königsbrücker Straße zur Welt und hat seine Dresdner Kindheit in seinen Büchern beschrieben. In der Villa Augustin am Albertplatz stellt ihn ein „mobiles interaktives micromuseum“ vor, das der Architekt Ruairi O'Brien 1999 entwarf.
Richard-Wagner-Stätten Graupa
Richard Wagner (1813-1883), von 1843 bis 1849 Hofkapellmeister in Dresden, verbrachte 1846 den Sommer im stillen Dorf Graupa und entwarf dort den „Lohengrin“. Der Leipziger Professor Max Gaßmeyer richtete 1907 im „Lohengrinhaus“ eine Gedenkstätte ein, aus der 1982 das Museum hervorging.
Stadtgeschichte, Zeitgeschichte und Gedenken
Stadtmuseum Dresden
Gegründet wurde das Stadtmuseum 1891 als bürgerliches Gegenstück zu den königlichen Sammlungen. Von 1910 bis 1945 war es im Neuen Rathaus untergebracht, 1966 zog es ins wiederaufgebaute Alte Landhaus, das Friedrich August Krubsacius 1770-1775 in einer Mischung aus Spätbarock, Rokoko und Klassizismus errichtet hatte. Die ständige Ausstellung zu 800 Jahren Stadtgeschichte eröffnete im November 2006.
Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
Das Gebäude am Olbrichtplatz in der Albertstadt war zunächst Hauptgebäude des Arsenals der Dresdner Garnison, 1897 wurden hier erstmals Teile der Arsenalsammlung gezeigt. Ab 1914 hieß die Ausstellung Sächsisches Armeemuseum, ab 1940 Deutsches Heeresmuseum. Von 1946 bis 1965 diente der Bau als Stadthalle, 1972 eröffnete das Armeemuseum der DDR. Den späteren Umbau des Militärhistorischen Museums plante Daniel Libeskind.
Museum Festung Dresden
Unter der Brühlschen Terrasse sind Reste der Stadtfestung aus der Renaissance erhalten: ein Stadttor, eine alte Steinbrücke, Wachstuben, Geschützhöfe, Wehrgänge, Wendelsteine und die Kasematten des Baumeisters Paul Buchner (1531-1607).
Gedenkstätte Münchner Platz
Im 1907 errichteten Justizgebäude am Münchner Platz, das die Technische Universität seit 1957 als Georg-Schumann-Bau nutzt, wurden zwischen 1939 und 1945 insgesamt 1.069 Menschen mit dem Fallbeil hingerichtet. An die Opfer der NS-Justiz erinnert seit 1959 eine Gedenkstätte im ehemaligen Hinrichtungshof, deren Bronzegruppe Arndt Wittig 1959-1963 schuf. 1994 übernahm die Stiftung Sächsische Gedenkstätten die Einrichtung.
Stasi-Unterlagen-Archiv
Am 5. Dezember 1989 besetzten Dresdner Bürgerrechtler die Bezirkszentrale der Staatssicherheit und beschlagnahmten die Akten. Am 3. Oktober 1990 übergab das Bürgerkomitee sie offiziell an den Sonderbeauftragten Joachim Gauck. Seit April 1993 lagert das Schriftgut aus dem ehemaligen Bezirk Dresden in Pieschen, heute als Stasi-Unterlagen-Archiv des Bundesarchivs, dazu rund 3 Mio. Karteikarten.
Heimat- und Palitzsch-Museum Prohlis
Johann Georg Palitzsch (1723-1788), Großbauer und Hobby-Astronom aus Prohlis, sichtete 1758 den von Halley vorhergesagten Kometen und beobachtete 1783 den Lichtwechsel des Sterns Algol. Er baute als einer der ersten Bauern der Gegend Kartoffeln an und schrieb an die Akademien in Paris, London und St. Petersburg. Das Museum, das auch die Ortsgeschichte zeigt, eröffnete 1988 in einem Bauernhaus von 1851.
Kleinbauernmuseum Reitzendorf
In einem denkmalgeschützten Dreiseithof in Reitzendorf, Ortschaft Schönfeld-Weißig, eröffnete 1992 ein Museum, das mit detailgetreu eingerichteten Räumen das Leben und Arbeiten der Kleinbauern im 19. Jahrhundert zeigt.
Schulmuseum Dresden
Zum Stadtjubiläum 2006 eröffneten der Verein Schulmuseum Dresden und die Technische Universität das Museum in der Friedrichstadt, auf dem Gelände des ehemaligen Lehrerseminars. Vier Klassenzimmer zeigen Schule im Kaiserreich, in der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus und in der DDR.
Technik, Verkehr und Wissenschaft

Verkehrsmuseum Dresden
Im Johanneum, wo einst Kutschen und Pferde des Hofes und später die Gemäldegalerie untergebracht waren, zeigt das 1952 gegründete Verkehrsmuseum Schienenfahrzeuge, Automobile, Zweiräder, Luftfahrzeuge und Schiffszubehör, zurück bis zu einer Sänfte von 1705. Bekannt sind die „Muldenthal“ von 1861, die älteste im Original erhaltene Dampflok Deutschlands, das dreirädrige Phänomobil von 1924 und das dreisitzige Motorrad „Böhmerland“ von 1927.
Deutsches Hygiene-Museum
Das 1911 gegründete Museum am Rand des Großen Gartens versteht sich als Museum vom Menschen, seinem Körper und seiner Stellung in Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft. Weltbekannt wurde es mit dem „Gläsernen Menschen“.
Technische Sammlungen Dresden
Seit 1992 sind die Technischen Sammlungen im Ernemann-Neubau in Striesen untergebracht, wo die Ernemann-Werke, später Zeiss Ikon und Pentacon Kameras bauten. Zur Sammlung gehören Kameras, Projektoren, Radios und Fernseher, Grammophone und Spieldosen, Schreib- und Rechenmaschinen und Computer, mit einem Schwerpunkt auf der Technikgeschichte der DDR. Der markante Ernemannturm ist 48 m hoch.
Straßenbahnmuseum Dresden
Der 1992 gegründete Verein erhält historische Wagen der Dresdner Straßenbahn, ältestes Fahrzeug ist der Triebwagen 309 von 1902. Sein Museum liegt in einem Straßenbahnhof aus der Zeit um 1900 an der Trachenberger Straße.
Eisenbahnmuseum Dresden-Altstadt
Im Lokschuppen des ehemaligen Bahnbetriebswerks Dresden-Altstadt an der Nossener Brücke pflegt eine Interessengemeinschaft Schnellzuglokomotiven, vor allem aus den 1930er Jahren.
Panometer Dresden
Theodor Friedrich baute den Reicker Gasbehälter 1879, ab März 2006 wurde das Industriedenkmal saniert. Im Dezember 2006 eröffnete Yadegar Asisi darin ein 105 m breites und 27 m hohes Rundbild der Barockstadt im Jahr 1756, wie sie sich vom Turm der Hofkirche gezeigt haben könnte.
Buchmuseum der SLUB
Das Buchmuseum der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek geht auf das Zimelienzimmer zurück, das Oberbibliothekar Constantin Carl Falkenstein 1835 einrichtete. Erhart Kästner baute 1927-1935 im Japanischen Palais ein Buchmuseum auf. Nach dem Krieg war die Bibliothek bis 2002 in einer Kaserne in der Albertstadt, am 14. Januar 2003 eröffnete der Neubau am Zelleschen Weg in der Südvorstadt. Das berühmteste Stück ist der Codex Dresdensis, eine Maya-Handschrift aus dem 13. Jahrhundert auf Feigenbaumfasern. Dazu kommen ein Skizzenbuch Albrecht Dürers, Martin Luthers Vorlesungsmanuskripte von 1513-1516 und der Mainzer Psalter von 1457, der erste Dreifarbendruck der Welt.
Völkerkunde und Naturgeschichte
Museum für Völkerkunde Dresden
Der Mediziner A. B. Meyer gründete 1875 die ethnographische Abteilung des Naturhistorischen Museums, die später zum Königlichen Ethnographischen Museum wurde. Die ältesten Stücke stammen aus der Kunstkammer, darunter Elfenbeinlöffel aus dem Königreich Benin, die Kurfürst Christian I. 1590 auf der Leipziger Messe kaufte. 1668 schenkte der Herzog von Holstein dem Hof eine Schamanentrommel der Sami, 1885 der mexikanische Gesandte General López Uraga einen Federmantel kalifornischer Indianer. 1918 zählte die Sammlung rund 35.000 Objekte. Ihre Ausstellungen zeigt das Museum im Japanischen Palais.
Naturhistorische Sammlungen
Auch die naturkundlichen Bestände gehen auf die Kunstkammer von 1560 zurück und zählen damit zu den ältesten Sammlungen ihrer Art. 1728 ließ August der Starke aus ihnen ein naturhistorisches Museum im Zwinger einrichten.
Schloss und Park Pillnitz
Die einstige Sommerresidenz der sächsischen Kurfürsten und Könige gilt als größte Schlossanlage Europas im Stil der Chinoiserie. Das Schlossmuseum in den Palaisbauten erzählt vom höfischen Leben und von der barocken Fest- und Spielkultur Sachsens, mehr dazu unter Schloss Pillnitz. Im Park steht eine Kamelie aus dem 18. Jahrhundert, die von Mitte Februar bis Mitte April blüht.