
Hoch über der Altstadt streckt ein bärtiger Mann den rechten Arm über Dresden aus und gießt mit dem linken ein Füllhorn über die Stadt. Seit dem 12. April 1908 steht der Goldene Rathausmann auf der Spitze des Rathausturmes.
Geschaffen hat die Kupferplastik der Dresdner Bildhauer Richard Guhr. Der bärtige Mann mit der Mauerkrone auf dem Haupt symbolisiert den Schutzpatron Herkules.
Maße und Restaurierungen
4,90 m misst die Figur, allein der Arm ist 2,10 m lang. Sie wiegt 1.750 kg und trägt einen Überzug aus 100 g Blattgold.
Nach dem Krieg stritt man eine Weile darüber, ob der Rathausmann bleiben dürfe. Der ausgestreckte rechte Arm erinnerte manche an den Hitlergruß, die Einwände kamen vor allem von Ortsfremden und blieben ohne Folgen. 1963 wurde die Skulptur an Ort und Stelle restauriert.
Weil ihr baulicher Zustand bedenklich geworden war, holte man sie am 20. August 2004 vom Turm. Nach der gründlichen Restaurierung kehrte der Rathausmann am 1. Juli 2006 an seinen Platz zurück.
Das Modell: Ewald Redam

Modell stand der Zirkuskünstler, Ringer und Kraftakrobat Ewald Redam (1884-1947). 1907 war er Sachsenmeister im Schwergewicht und im Achtkampf geworden.
Im Atelier der Königlichen Kunstgewerbeschule posierte Redam auch für andere Bildhauerarbeiten, etwa die Figuren des Brunnenensembles auf dem Albertplatz und den Ballwerfer vor dem Hygiene-Museum. Sein Varieté „Vier Redams-Kraftathleten“ hatte in Deutschland wenig Erfolg, 1932 ging er in die Sowjetunion.
Nach Kriegsende dolmetschte er für die sowjetische Kommandantur in Meißen. Ein neues Varieté kam nicht zustande. Hoch verschuldet nahm sich Ewald Redam 1947 an der Elbe bei Meißen das Leben.