
Barock- oder Renaissance-Anklänge sucht man an diesem Bau vergeblich, und das ist für ein öffentliches Gebäude, das vor 1945 in Dresden entstand, eine Seltenheit. Das große dreiflügelige Sächsische Staatsarchiv verrät mit seiner ungewöhnlichen Fassade vielmehr, wofür es gebaut wurde.
Hier lagern Urkunden, Akten, Karten und Risse der sächsischen Landesregierung. Die älteste Originalurkunde stammt aus dem Jahr 948.
Vom Ballhaus in die Neustadt
Gegründet wurde das Archiv 1834. Seine erste Unterkunft war das ehemalige Komödien- und Ballhaus. Danach zog es in das Albertinum, das 1887 aus dem Zeughaus umgebaut worden war, und 1915 schließlich in den Neubau an der Archivstraße.

Manche Stücke fanden erst nach Jahrzehnten zurück. In den Wirren der Nachkriegszeit verschwunden, lagen sie vergessen auf Dachböden oder in Kellern. So auch eine Urkunde Kaiser Karls V. aus dem Jahr 1541, die den Meißner Bischöfen den Reichsfürstenstand bestätigt.