Prag, die „goldene Stadt“ an der Moldau, gehört zu den schönsten und meistbesuchten Metropolen Europas. Mit ihrer einzigartigen Mischung aus gotischen Türmen, barocken Palästen und Jugendstil-Fassaden wirkt die tschechische Hauptstadt wie ein begehbares Architekturmuseum. Von Dresden aus erreichen Sie Prag bequem in nur zwei Stunden — ein Tagesausflug, der sich in jede Sachsen-Reise einfügen lässt.
Die historische Altstadt ist seit 1992 UNESCO-Weltkulturerbe. Auf vergleichsweise kleinem Raum konzentrieren sich hier Sehenswürdigkeiten, die Jahrhunderte europäischer Geschichte widerspiegeln — von der romanischen Rotunde über gotische Kathedralen bis zu kubistischer Architektur, die es in dieser Form nur in Prag gibt.
Prager Burg und Hradschin
Die Prager Burg (Pražský hrad) thront auf dem Hradschin-Hügel über der Stadt und gilt als größte geschlossene Burganlage der Welt. Auf einer Fläche von rund 45 Hektar vereint sie Paläste, Kirchen, Gärten und Gassen aus über tausend Jahren Baugeschichte. Seit dem 9. Jahrhundert ist die Burg Sitz der böhmischen Herrscher — heute residiert hier der tschechische Präsident.
Das Herzstück der Anlage ist der Veitsdom (Katedrála sv. Víta), eine gotische Kathedrale, deren Bau 1344 begann und erst 1929 vollendet wurde. Die bunten Glasfenster von Alfons Mucha und die Kammer mit den böhmischen Kronjuwelen gehören zu den Höhepunkten. Von der Spitze des Südturms (287 Stufen) eröffnet sich ein Panorama über ganz Prag.
Das Goldene Gässchen (Zlatá ulička) mit seinen winzigen, bunt gestrichenen Häuschen aus dem 16. Jahrhundert zieht besonders viele Besucher an. In Haus Nummer 22 lebte Franz Kafka zeitweise bei seiner Schwester. Der Eintritt ins Gässchen ist im Burgticket enthalten; abends nach 17 Uhr ist der Zugang kostenfrei.
Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise finden Sie auf der offiziellen Website der Prager Burg.
Karlsbrücke und Altstadt
Die Karlsbrücke (Karlův most) ist das Wahrzeichen Prags und eine der ältesten Steinbrücken Europas. Kaiser Karl IV. legte 1357 den Grundstein für das 516 Meter lange Bauwerk, das die Altstadt mit der Kleinseite verbindet. 30 barocke Heiligenfiguren säumen die Brücke — die bekannteste ist die Statue des heiligen Nepomuk, dessen bronzenes Relief der Legende nach Glück bringt, wenn man es berührt.
Tipp: Wer die Karlsbrücke ohne Menschenmassen erleben möchte, sollte in den frühen Morgenstunden kommen — bei Sonnenaufgang bietet sich von der Brücke ein unvergesslicher Blick auf den Hradschin im Morgenlicht.
Der Altstädter Ring (Staroměstské náměstí) bildet das Herz der Prager Altstadt. Hier steht die berühmte Astronomische Uhr (Pražský orloj) am Altstädter Rathaus, die seit 1410 funktioniert und zu jeder vollen Stunde zwischen 9 und 23 Uhr eine mechanische Figurenparade zeigt. Die gotische Teynkirche mit ihren markanten Doppeltürmen und die barocke Nikolauskirche rahmen den Platz ein.
Von der Altstadt führen verwinkelte Gassen zum Jüdischen Viertel (Josefov), einem der besterhaltenen jüdischen Stadtviertel Europas. Der Alte Jüdische Friedhof mit seinen über 12.000 dicht gedrängten Grabsteinen aus dem 15. bis 18. Jahrhundert gehört zu den eindrucksvollsten Orten Prags.
Wenzelsplatz und Neustadt
Der Wenzelsplatz (Václavské náměstí) ist weniger Platz als vielmehr ein 750 Meter langer Boulevard, der an die Champs-Élysées erinnert. Am oberen Ende thront das Nationalmuseum (Národní muzeum), dessen neoklassizistische Fassade nach umfassender Renovierung wieder in vollem Glanz erstrahlt. Der Wenzelsplatz war 1989 Schauplatz der Samtenen Revolution — bis heute ist er das Symbol der tschechischen Freiheitsbewegung.
Die Kleinseite (Malá Strana) am Fuß des Burgbergs besticht mit barocken Palais, stillen Gärten und der imposanten Nikolauskirche, deren Kuppel zu den schönsten Barockbauten nördlich der Alpen zählt. Die Wallenstein-Gärten mit ihren Pfauen und der Sala Terrena sind eine Oase der Ruhe inmitten der Touristenströme.
Wer Prags moderne Seite erleben möchte, sollte das Viertel Vinohrady erkunden: Jugendstil-Architektur, lokale Craft-Beer-Bars und Restaurants, in denen die neue tschechische Küche zelebriert wird — abseits der Touristenpfade und mit einem authentischen Blick auf das heutige Prag.
Anreise ab Dresden
So kommen Sie von Dresden nach Prag
Mit dem Zug: EC-Züge fahren mehrmals täglich vom Dresdner Hauptbahnhof nach Prag (Praha hlavní nádraží). Die Fahrt dauert etwa 2 Stunden und 10 Minuten und führt durch das malerische Elbtal und die Böhmische Schweiz. Fahrkarten sind bei der Deutschen Bahn oder der Tschechischen Bahn (ČD) erhältlich.
Mit dem Auto: Über die A17/D8 sind es rund 150 Kilometer. Die Autobahnmaut in Tschechien (E-Vignette) ist vorab online erhältlich. Parkplätze in der Innenstadt sind teuer und knapp — die P+R-Plätze an den Metrostationen am Stadtrand sind die bessere Wahl.
Mit dem Bus: FlixBus und RegioJet verbinden Dresden und Prag mehrmals täglich, oft günstiger als der Zug (ab ca. 10 Euro). Die Fahrt dauert rund 2 Stunden.
Praktische Tipps für den Prag-Besuch
Beste Reisezeit: Prag ist ganzjährig reizvoll. Das Frühjahr (April/Mai) und der Herbst (September/Oktober) bieten angenehme Temperaturen und weniger Gedränge als die Sommermonate. Im Dezember verwandeln die Weihnachtsmärkte auf dem Altstädter Ring und dem Wenzelsplatz die Stadt in ein Wintermärchen.
Währung: In Tschechien zahlen Sie mit Tschechischen Kronen (CZK). Viele Restaurants und Geschäfte akzeptieren auch Euro, geben aber in Kronen heraus. Am günstigsten wechseln Sie in Wechselstuben abseits der Touristenmeilen — vermeiden Sie die Wechselstuben direkt an der Karlsbrücke.
Fortbewegung: Die Prager Altstadt ist kompakt und fußläufig erschlossen. Für längere Strecken nutzen Sie die Metro (3 Linien), Straßenbahn oder Bus. Das Einzelticket für 30 Minuten kostet 30 CZK (ca. 1,20 €), ein Tagesticket 120 CZK (ca. 5 €). Die App „PID Lítačka“ macht den Ticketkauf besonders einfach.
Essen und Trinken: Die tschechische Küche ist herzhaft und erschwinglich. Svíčková (Lendenbraten mit Sahnesauce und Knödeln) und Trdelník (Baumkuchen) gehören zum Prag-Erlebnis. Ein halber Liter Bier (pivo) kostet in lokalen Gaststätten ab 50 CZK (ca. 2 €). Aktuelle Restaurantempfehlungen und Veranstaltungstipps finden Sie auf dem offiziellen Tourismusportal Prague.eu.
Häufige Fragen
Was sind die Top-Sehenswürdigkeiten in Prag?
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Prag sind die Prager Burg mit dem Veitsdom und dem Goldenen Gässchen, die Karlsbrücke, der Altstädter Ring mit der Astronomischen Uhr, das Jüdische Viertel Josefov, der Wenzelsplatz mit dem Nationalmuseum und die Kleinseite mit der Nikolauskirche.
Wie komme ich von Dresden nach Prag?
Von Dresden Hauptbahnhof fahren mehrmals täglich EC-Züge nach Prag (ca. 2 Stunden 10 Minuten). Mit dem Auto sind es über die A17/D8 rund 150 km. Fernbusse (FlixBus, RegioJet) verkehren ebenfalls mehrmals täglich und sind oft die günstigste Option.
Wie viel Zeit sollte ich für Prag einplanen?
Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten (Burg, Karlsbrücke, Altstadt) genügt ein voller Tag. Wer das Jüdische Viertel, die Museen und die Prager Gastronomie ausgiebig erkunden möchte, sollte mindestens zwei bis drei Tage einplanen.
Brauche ich Tschechische Kronen in Prag?
Ja, die offizielle Währung ist die Tschechische Krone (CZK). Viele touristische Einrichtungen akzeptieren auch Euro, allerdings zu ungünstigen Kursen. Kartenzahlung ist fast überall möglich. Wechselstuben abseits der Haupttouristenmeilen bieten die besten Kurse.