Dresden und Sachsen
Inhalt
Landkarte
Einführung
Geschichte
Dresden
Dresdner Umland
Oberlausitz
Bautzen
Görlitz
Zittau
Kamenz
Löbau
Hoyerswerda
Bad Muskau

Literatur
Glossar
Register
Links
Angebote
Impressum

Copyright

Landeskunde Sachsen
StartseiteOberlausitzdresden-und-sachsen.de
Bad Muskau & Umland
SeitenGeschichte | Neues Schloss | Parkbauten | Parkansichten | Umland

UNESCO-Weltkulturerbe "Fürst-Pückler-Park" Bad Muskau
Die an der Neiße gelegene Stadt Bad Muskau (ca. 4.000 Einwohner) fand erstmals im Jahr 1253 Erwähnung. Die in den letzten Kriegswochen zu mehr als zwei Dritteln zerstörte Stadt verlor bei der deutsch-polnischen Grenzziehung entlang der Neiße seine östlich des Flusses gelegenen Stadtteile und Stadtvorlandgebiete.

Muskauer Park - Plan
Bad Muskau ist wegen seines Landschaftsparks berühmt. Seit kurzem gehört er zum UNESCO-Weltkulturerbe. Diesen 598 ha großen Park (heute 393 ha auf polnischer und 205 ha auf deutscher Seite) hatte sich Fürst Hermann von Pückler, einer der beliebtesten Reiseschriftsteller seiner Zeit, zwischen 1815 und 1845 anlegen lassen. Ein Teil der in den letzten Kriegswochen 1945 durch Kampfhandlungen, Vandalismus und Brandstiftung zerstörten Parkarchitektur erfuhr eine umfassende Restaurierung, andere Parkbauten bestehen in Form von zum Teil malerischen Ruinen fort.
Pückler-Gedenkstein
Hermann von Pückler erbte im Jahr 1811 eine große Standesherrschaft im Neißetal um Muskau. Im Jahr 1817 heiratete er eine Tochter des preußischen Kanzlers von Hardenberg, 1822 wurde er preußischer Fürst.


Bild: Pückler-Gedenkstein im Muskauer Park
Eichseewasserfall
Ab 1815 ließ Hermann von Pückler auf seinen Ländereien einen Park im Stil englischer Landschaftsparks, wie er sie auf seinen Reisen kennengelernt hatte, anlegen. Den öffentlich zugänglichen Park bereicherte er mit Bächen, Teichen und harmonisch in die Landschaft eingebetteter Architektur. Mit großem Können entwarf er das Wegenetz des Parks (allein im deutschen Teil erreicht es 27 km Länge). Die Wege sah er als "stumme Führer des Spazierengehenden". Für Spaziergänger ergeben sich auf dem Rückweg stets überraschend andere Bilder als auf dem Hinweg, deshalb sollte man die Parkwege stets in beide Richtungen erkunden.


Bild: Eichseewasserfall
Parkansicht
Seine Theorie zur Garten und Parkgestaltung veröffentlichte Fürst Pückler in seinen im Jahr 1834 erschienenen "Andeutungen über Landschaftsgärtnerei". Darin vertrat er die Ansicht, dass ein Garten um so schöner sei, "je mehr er vergessen läßt, daß er von Menschen gestaltete Natur ist".
Parkansicht
Der extravagante Lebensstil des schon seit seiner Jugend exzentrischen Fürsten, der als Vorbild von Romanfiguren von E.T.A Hoffmann ("Das öde Haus") und Charles Dickens ("Die Pickwickier") gilt, führte schließlich zum finanziellen Ruin. Im Jahr 1845 musste Fürst Pückler seinen Besitz Muskau für 1,7 Mio. Taler abstoßen.
Parkansicht
Die nun häufig wechselnden Besitzer des Parks setzten zwar Pücklers Arbeiten fort, konnten dessen Pläne aber nicht mehr vollständig verwirklichen. Statt der geplanten 770 ha erreichte der Park schließlich 598 ha Größe.
Moorbad im Muskauer Park
Seit 1822, also schon seit Pücklers Zeit, ist das Kurbad Muskau in Betrieb, das dann im Jahr 1950 im früheren Theater (Kavalierhaus) der Parkanlage als Moorbad wiedereröffnete (im Jahr 1991 saniert).
Moorbad im Muskauer Park
Moorbad im Muskauer Park
Gebäude des Moorbades neben dem Neuen Schloss
Bilder: Moorbad im Muskauer Park (das linke Bild zeigt es im Hintergrund, vorn das Neue Schloss)
Neues SchlossDas in den Jahren 1864 bis 1866 unter Prinz Friedrich der Niederlande (Pücklers zweitem Nachfolger im Grundbesitz) am Ort eines Herrensitzes von 1520 im Stil der Neorenaissance errichtete Neue Schloss (schon 1822 von Karl Friedrich Schinkel für Fürst Pückler projektiert) gehörte zu den größten und schönsten deutschen Adelssitzen.

Eine Brandstiftung im letzten Kriegsjahr 1945 machte das Neue Schloss zu einer düsteren, bedrückend wirkenden Ruine, die dann in der Zeit der DDR nahezu unverändert blieb. Erst unlängst begann die Sanierung des Schlosses (im Bild teilsaniert). Ab dem Jahr 2008 werden im Schloss Dauerausstellungen über Fürst Pückler und über "Muskauer Gartenwelten" eingerichtet sein. Pücklers Arbeitszimmer und die Bibliothek der Familie von Arnim will man originalgetreu nachbilden. Auch die Touristik-Zentrale des Parks wird dann in diesem Gebäude zu finden sein.
Altes Schloss
Unweit des Neuen Schlosses steht das Alte Schloss, das sich Prinz Friedrich zwischen 1863 und 1866 aus einer Sumpfburganlage (1361 ersterwähnt) im Stil der Neorenaissance bauen ließ. In den Jahren 1965 bis 1970 erfuhr das im Jahr 1945 zerstörte Gebäude seinen originalgetreuen Wiederaufbau und dient nun als Stadt- und Parkmuseum.
Portal des Alten Schlosses
Portal des Alten Schlosses
Wappen und Skulpturen über dem Portal des Alten Schlosses
Über dem Portal des Alten Schlosses ist das prächtige Doppelwappen der Grafen Dohna-Callenberg zu sehen, in den Nischen darüber stehen drei Sandsteinfiguren, die auf frühere Schlossherren zurückgehen.
Nordseite des Alten Schlosses
Bild: Nordseite des Alten Schlosses
Orangerie
Die im Jahr 1847 nach Entwürfen Gottfried Sempers errichtete, in den letzten Kriegstagen 1945 beschädigte Orangerie erfuhr im Jahr 1971 eine umfassende Sanierung. Hier hat die Stiftung "Fürst Pückler Park Bad Muskau" ihren Sitz. Das Gebäude wird auch für Ausstellungen und Konzerte genutzt. Neben der Orangerie befindet sich die im Jahr 1840 gebaute Schlossgärtnerei.
Ostseite der Orangerie
Bild: Ostseite der Orangerie
Ein Gebäude des Schlossvorwerks
In den Gebäuden des Schlossvorwerks (Marstall, Remise) des Muskauer Parks befinden sich die Besucher-Information, das Café Pückler und die Historische Schauanlage Tropenhaus.



   nach oben

Landeskunde Sachsen