Stadtteil Briesnitz

Bresnice heißt der Ort 1071 in der Bor-Urkunde, nach dem altsorbischen breza, Birke. 1921 wurde Briesnitz nach Dresden eingemeindet. Von hier bis Dölzschen zieht sich eine Anhöhe, der Südwestrand des Dresdner Elbtals; dahinter beginnt flaches, kaum bewaldetes Ackerland, das bis zum Tharandter Wald reicht.

Unter dem fruchtbaren Lößlehm steht Pläner an, aus dem die Bauern der wenigen sorbischen Dörfer ihre Mauern setzten.

Burgward und Bischofssitz

Auf dem steilen Geländesporn dicht an der Elbe fanden sich Reste eines slawischen Burgwalls. Hinter einem Vorgraben hatte er außen eine steinerne Blendmauer und innen eine mit Hölzern abgestützte Lehmfüllung. 965, kurz nach der Gründung der Mark Meißen, wurde daraus ein Burgward.

Vorbei führte der Bischofsweg, auf dem die Meißner Bischöfe nach Bautzen und zu ihrer Burg Stolpen fuhren, die sie von 1222 bis 1559 besaßen. In Briesnitz erreichte der Weg die „Eiserne Furt“; der Hohlweg am Borngraben hinunter zum Ufer war bis etwa 1930 zu sehen. Im Norden der Neustadt trägt ein Abschnitt dieser Strecke bis heute den Namen Bischofsweg.

Um 1100 war Briesnitz das kirchliche Zentrum des Gaus Nisan, 1269 wird es als Hauptort des Archidiakonats Nisan genannt. Hier tagte das bischöfliche Gericht, der Dingstuhl. In 40 Dörfern hielt der Bischof das Obergericht. Zeitweise saß in Briesnitz auch der Erzpriester von Dresden.

Die Briesnitzer Kirche

Briesnitzer Kirche mit neogotischem Turm

Vermutlich schon im 10. Jahrhundert stand hier eine romanische Kirche, am Ort eines elbsorbischen Heiligtums. 1233 wurde sie zusammen mit dem Burgward zerstört, um 1260 neu gebaut und 1273 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1474 folgte ein Umbau. Nach einem Blitzschlag brannte 1602 der Turm, der neue bekam Renaissancegiebel. Zum Kirchspiel gehörten damals bis zu 26 Dörfer zwischen Weißeritz und Tännichtgrund bei Niederwartha.

1882 gab Gotthelf Ludwig Möckel dem Bau seine neogotische Gestalt. Den neuen Turm setzte man gegen seinen Willen durch. Die hölzerne Kassettendecke mit Bildern aus dem Alten Testament wich einem Sandsteingewölbe, einige Tafeln kamen an die Empore. 1917 wurden die drei Bronzeglocken von 1602 für den Krieg eingeschmolzen, nach 1918 hängte man drei in Lauchhammer gegossene Stahlglocken auf.

Aus der Frühzeit stammen Chorpolygon, Triumphbogen und das Ostfenster hinter dem Altar, aus dem 15. Jahrhundert das Chorgewölbe, einige Holzfiguren und ein Marienfenster, das in die Sakristei versetzt wurde. Dazu kommen ein Taufstein von 1595, die Betstube „Gorbitzer Halle“ des einstigen Kammergutsverwalters und Grabsteine früherer Pfarrer.

Bennogut, Weinberghäuschen, Säuerling

Im Gassendorf Altbriesnitz lagen ein großes Vorwerk des Archidiakonats und ein kleines des Bischofs. Vereinigt ergaben sie das Bennogut (Altbriesnitz 4), dessen turmartiges Torhaus laut Inschrift nach einem Brand 1769 gebaut wurde. Nach der Reformation, zwischen 1555 und 1559, löste man das Gut auf und verpachtete die Felder an die Bauern, Briesnitz gehörte nun zum kurfürstlichen Amt. Auf einem Teil des Vorwerkslands legte die Gemeinde 1768 den Volkspark an.

Das schlichte zweigeschossige Weinberghäuschen mit Zeltdach an der Meißner Landstraße 2b stammt aus der Zeit, als an den Südhängen um Briesnitz Wein wuchs, bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Ab etwa 1850 kamen an der Meißner Landstraße neue Wohnhäuser hinzu. Der 1911 gegründete Verein „Eigenheim“ baute im Süden der Flur eine Siedlung, die 1936 aus 364 Häusern bestand.

1904 sollte ein 64 m tiefer Brunnen am Borngraben das Trinkwasser sichern. Man stieß auf einen eisenhaltigen Säuerling. Sein Wasser diente fortan als Heil- und Mineralwasser und für Getränke, und in der DDR kam es unter dem Namen „Bramsch“ in den Handel, abgefüllt von der gleichnamigen Firma in der Friedrichstadt.

Am linken Elbhang nach Westen