Wölfnitz
42 Ackertage und 40 Handtage im Jahr schuldeten die Bauern von Altwölfnitz dem Vorwerk Gorbitz, zu dessen Kammergut der Weiler gehörte. Der Lehnhof Altwölfnitz 2-4 wurde noch bis 1945 bewirtschaftet. 1647 erhielt der Leibarzt des Kurfürsten hier ein Erbgut, ab 1666 frei von Spann- und Handdiensten.
Ein Dresdner Arzt baute sich 1748 am Ausgang des Dorfplatzes (Olbernhauer Straße 1) ein schlichtes barockes Landhaus. Über der früheren Einfahrt trägt der Korbbogen zwischen Rokoko-Ornamenten, Muscheln und Blumengehängen die Inschrift „Das Haus der Zufriedenheit.“
Den Gasthof nennen die Quellen erstmals 1816, entstanden sein könnte er um 1810 mit dem Ausbau der Kesselsdorfer Straße. Um 1895 zählte Wölfnitz ganze 14 Häuser und wurde von der Versammlung aller männlichen Einwohner verwaltet. Ab 1896 setzte ein Bauunternehmer Mietshäuser an die Olbernhauer und Dessauer Straße, 1925/26 bauten zwei Siedlungsgesellschaften östlich des alten Dorfes ein Viertel mit Doppelhäusern. Dazwischen legte man ausgedehnte Kleingärten an.
Naußlitz
Das Gassendorf Altnaußlitz gehörte dem Meißner Domstift, ebenso wie Altfranken, Dölzschen, Kaditz und Pesterwitz. Um 1550 hatte es neun Bauernwirtschaften. Viel ist davon nicht übrig. Am Dreiseithof Altnaußlitz 11 trägt der Schlussstein der Pforte die Inschrift „IGPD 1782“ und eine fünfzackige Krone. Verschwunden ist die „Polnische Villa“ Altnaußlitz 8, eine Unterkunft für die polnischen Schnitter des Gutes.
Aus dem Plänersteinbruch hinter dem Gut kam das Material für Häuser und Gartenmauern in Naußlitz, Roßthal, Dölzschen und Gorbitz, um 1890 arbeiteten zudem drei Ziegeleien auf der Flur.
1858 standen in Naußlitz 13 Wohnhäuser. Ab 1871 wuchs an der Pietzschstraße eine kleine Siedlung, bis 1928 griff die Bebauung auf Saalhausener und Wendel-Hipler-Straße über, danach wuchs Naußlitz nach und nach mit Löbtau zusammen. Weil die Häuser an der Wiesbadener, Rüdesheimer und Alfred-Thiele-Straße aus Holz gebaut waren, hieß die Gegend auch „Holzhausen“.