Stadtteil Trachau

„Siedlung bei den Drachenbergen“ bedeutet Trachenowe, wie der Ort 1242 heißt. Von den Bergen ist kaum etwas zu sehen. Die Flur zwischen Leipziger Straße, Junger Heide und Bolivarstraße hatte einmal einen Mittelberg an der Kronenstraße, die Tännichtberge an der Gaußstraße nördlich der Bahn und Sanddünen an der Schützenhofstraße 102-106. 1903 wurde Trachau eingemeindet.

Alttrachau

Das Straßenangerdorf lag an einem früheren Elbarm, von dem zwei Dorfteiche übrig blieben, die „Große“ und die „Kleine Pfütze“; die Teichstraße erinnert daran. Einige alte Zwei- und Dreiseithöfe sind erhalten. Das älteste Haus ist Henricistraße 4 nahe dem Dorfplatz, gebaut 1642. Hinter dem Hof Alttrachau 17 steht eine Steinsäule mit zwei Marken: 0,85 m für 1784, 1,20 m für 1845.

Zwei Herren teilten sich den Ort. Das Vorwerk gehörte bis zur Reformation dem Meißner Domstift und kam 1541 an das Altstädter Religionsamt des Dresdner Rats. Nach dieser Ratswirtschaft, der „Forbrige“, hießen die Bauern, die das Vorwerksland bewirtschafteten, Forbrig-Bauern; 1617 waren es fünf. Daneben stand die kurfürstliche Amtsgemeinde mit dem Dorf Alttrachau, Anfang des 17. Jahrhunderts mit acht Bauernwirtschaften. Ihr Vieh trieben alle in die Junge Heide, über einen Weg namens „Triebe“, die heutige Wilder-Mann-Straße.

Weinberge

Vor 1446 legten die Altendresdner Augustinermönche am „Alten Trachenberge“ Weinstöcke an. Der Mönchsweinberg an der Schützenhofstraße 2 hieß später „Roter Ochse“. 1661 durften die Bauern der Amtsgemeinde gegen Zins im Nordwesten der Flur, an der heutigen Neuländer Straße, Wald roden und Weinberge und Felder anlegen. Das rund 1 ha große Weinbaugebiet „Angelegter“ an der Schützenhof- und Geblerstraße bewirtschafteten die Forbrig-Bauern. An der Schützenhofstraße 155 stehen alte Weinbergsmauern.

Häusler, Schützen und eine Siedlung von 1926

Im 17. Jahrhundert gründeten Häusler, die kaum oder gar kein Land besaßen und oft in den Weinbergen arbeiteten, eine neue Siedlung. Als Erster erhielt Martin Schumann 1614 vom Kurfürsten etwa 1.400 m² an der heutigen Leipziger Straße 210. Hohe Abgaben hielten den Zuzug lange klein, 1801 zählte man 25 Anwesen. An der bis 1781 angelegten Meißner Poststraße arbeiteten ein Schmied, ab 1788 auf dem Weinberggrundstück Leipziger Straße 206, und ein Fleischer, der zugleich das Gasthaus „Goldenes Lamm“ führte.

1874 legte die Dresdner Scheibenschützengesellschaft ihren Schützenhof an, nach dem die Schützenhofstraße heißt. 1878 eröffnete Seifensiedermeister Moritz Gebler an der Leipziger Straße 300 die Gaststätte „Waldvilla“, und nun zogen mehr Menschen nach Trachau. Um 1900 bildete sich rund um das „Goldene Lamm“ ein kleines Geschäftszentrum. Große Industrie kam nicht, auch weil der Ort keinen Gleisanschluss bekam.

1926 baute Hans Richter zwischen Aachener, Kopernikus- und Schützenhofstraße eine große Wohnsiedlung im Stil der Neuen Sachlichkeit. Gleich daneben errichtete Oswin Hempel 1927-1929 im Bauhaus-Stil das Trachauer Gemeindezentrum mit der Apostelkirche.

Dresdner Nordwesten und Weinhänge