Dresden verbindet man mit Barock, Elbe und Kunstsammlungen, nicht unbedingt mit Roulette. Dabei hat das Spiel um Geld in Sachsen eine lange Geschichte, die bis an den Hof Augusts des Starken zurückreicht. Heute ist Glücksspiel streng geregelt, im Spielsaal ebenso wie im Internet. Für Besucher, die zwischen Dresden und Berlin pendeln, lohnt sich ein Blick darauf, was in beiden Ländern gilt.

Vom Hofvergnügen zur staatlichen Spielbank
Am sächsischen Hof gehörten Karten- und Würfelspiele zu den Festen dazu. Für die Bürger waren solche Vergnügungen dagegen lange verboten oder zumindest verpönt. Nach 1990 baute Sachsen eigene Spielbanken auf. Heute betreibt eine staatliche Gesellschaft Häuser in Dresden, Leipzig und Chemnitz.
Die Spielbank in Dresden liegt in der Innenstadt, nur wenige Schritte von den Sehenswürdigkeiten entfernt, die wir in unserem Kapitel über den Altmarkt und den Kulturpalast beschreiben. Wer Leipzig besucht, findet dort ebenfalls ein Haus, das sich gut mit einem Rundgang durch die Leipziger Sehenswürdigkeiten verbinden lässt.
Der rechtliche Rahmen in Sachsen
Glücksspiel ist in Deutschland Ländersache. Den gemeinsamen Rahmen setzt der Glücksspielstaatsvertrag, den alle 16 Länder unterzeichnet haben und der seit Juli 2021 in neuer Fassung gilt. Jedes Land regelt die Einzelheiten in eigenen Gesetzen. In Sachsen ist das vor allem das Sächsische Ausführungsgesetz zum Glücksspielstaatsvertrag, das unter anderem Spielhallen, Wettvermittlung und die Aufsicht im Land betrifft. Für die Spielbanken gilt zusätzlich ein eigenes Spielbankengesetz.
Für Online-Angebote ist dagegen nicht Sachsen allein zuständig. Erlaubnisse für virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Sportwetten im Internet vergibt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle an der Saale. Sie führt eine öffentliche Liste aller zugelassenen Anbieter, die sogenannte Whitelist.
Online spielen und mit PayPal bezahlen
Ein großer Teil des Glücksspiels findet inzwischen nicht mehr im Spielsaal statt, sondern auf dem Smartphone. Seit 2021 ist das in Deutschland legal möglich, sofern der Anbieter eine deutsche Erlaubnis besitzt. Viele Spieler achten dabei auf die Zahlungsart, und PayPal gehört zu den gefragtesten Methoden. Der Dienst arbeitet in diesem Bereich nur mit Anbietern zusammen, die eine Erlaubnis der Glücksspielbehörde haben. Welche das sind und wie Ein- und Auszahlung dort ablaufen, fasst der Beitrag „Morgenpost-Ratgeber: Online Casino PayPal“ zusammen, der zugelassene Angebote nach Bedingungen und Limits vergleicht.
Für Gäste aus anderen Ländern ist ein Punkt wichtig: Wer sich in Deutschland aufhält, kann nur die hier erlaubten Angebote nutzen. Konten bei Anbietern ohne deutsche Lizenz sind kein sicherer Weg, weil dort weder Spielerschutz noch eine zuverlässige Auszahlung garantiert sind.
Berlin: Spielbank am Potsdamer Platz
Berlin geht einen ähnlichen Weg. Die Spielbank Berlin hat ihren Hauptsitz am Potsdamer Platz und ist für viele Touristen ein Programmpunkt am Abend, ähnlich wie ein Besuch in der Philharmonie oder im Varieté. Auch hier gelten Ausweispflicht, Mindestalter und Anschluss an die bundesweite Sperrdatei. Wer zwischen beiden Städten unterwegs ist, wird also auf dieselben Grundregeln stoßen.
Was Spieler wissen sollten
- Teilnahme erst ab 18 Jahren, im Spielsaal wie online, mit Prüfung des Ausweises
- Monatliches Limit: Online gilt anbieterübergreifend eine Einzahlungsgrenze von 1.000 Euro
- Die Sperrdatei OASIS gilt für Spielbanken, Spielhallen und lizenzierte Online-Anbieter gleichermaßen
- Ob ein Anbieter erlaubt ist, verrät die Whitelist der Glücksspielbehörde
Wie ein Besuch in der Spielbank abläuft
Wer zum ersten Mal eine Spielbank betritt, sollte einen gültigen Ausweis oder Reisepass dabeihaben. Am Eingang werden die Daten erfasst und mit der Sperrdatei abgeglichen, erst danach geht es in den Spielsaal. Viele Häuser trennen das klassische Spiel mit Roulette und Kartenspielen vom Automatensaal. Für das klassische Spiel wird oft gepflegte Kleidung erwartet, während es im Automatenbereich lockerer zugeht. Ein Blick auf die Hausordnung vor dem Besuch erspart Überraschungen an der Tür.
Gespielt wird mit Jetons, die man an der Kasse gegen Bargeld oder Karte tauscht. Am Ende des Abends tauscht man sie zurück. Wer sich vorher ein Limit setzt und nur den Betrag eintauscht, den er auch verlieren kann, hat den Abend besser im Griff. Das ist im Spielsaal nicht anders als im Netz.
Spielerschutz ernst nehmen
Die Regeln sollen verhindern, dass aus einem Abend im Casino ein Problem wird. Wer merkt, dass er mehr Zeit oder Geld einsetzt als geplant, kann sich selbst sperren lassen oder bei Beratungsstellen Hilfe holen. In Sachsen und Berlin gibt es dafür Fachstellen für Glücksspielsucht, die anonym und kostenlos beraten. Ein festes Budget vor dem Spiel und Pausen während des Spiels sind einfache Schritte, die viel bewirken.
Ein Abend in Dresden
Wer Dresden besucht, wird den Abend wahrscheinlich eher in der Semperoper, an der Brühlschen Terrasse oder in einem Lokal in der Neustadt verbringen als am Roulettetisch. Für alle, die beides verbinden möchten, ist die Spielbank in der Innenstadt gut erreichbar, auch zu Fuß von den meisten Hotels in der Altstadt. Ein Abendessen an der Elbe, danach eine Stunde im Spielsaal und ein Spaziergang über die beleuchtete Augustusbrücke ergeben einen Abend, der sich nach Urlaub anfühlt. Und wer lieber vom Hotelzimmer aus spielt, sollte auf die deutsche Erlaubnis achten, bevor das erste Geld fließt.
Fazit
Vom Hofvergnügen Augusts des Starken bis zum Smartphone hat sich das Glücksspiel in Sachsen stark verändert. Geblieben ist der Grundsatz, dass Spiel um Geld nur unter staatlicher Aufsicht stattfinden soll. Das gilt für die Spielbanken in Dresden, Leipzig, Chemnitz und Berlin ebenso wie für Online-Angebote, die mit Zahlungsdiensten wie PayPal arbeiten.