Landeshauptstadt Dresden
Residenzschloss-Komplex
Residenzschloss | Taschenbergpalais | Cholerabrunnen | Katholische Hofkirche | Georgenbau | Stallhof | Fürstenzug | Johanneum | Verkehrsmuseum | Türkenbrunnen

Wandbild "Fürstenzug"

[ Gesamtansicht ]

Fürstenzug und Georgenbau
Lage: Fassade des zum Stallhof gehörenden Langen Ganges an der Augustusstraße, östlich neben dem Georgenbau
Bauzeit: 1871-1876, 1904-1907 auf Kacheln aus Meissener Porzellan® übertragen, 1978/79 umfassend restauriert
Künstler: Wilhelm Walther (1828-1913)
Merkmale: 102 m langer und 957 qm großer Wandfries (größtes Porzellanbild der Welt), Ahnengalerie der zwischen 1123 und 1904 in Sachsen herrschenden 35 Markgrafen, Herzöge, Kurfürsten und Könige aus dem Geschlecht der Wettiner sowie 58 weitere Personen

www.geschichte-der-fliese.de/fuerstenzug_dresden.html

Fürstenzug
Anfang des Fürstenzuges
Das Motto am Anfang des Fürstenzuges lautet "Ein Fürstenstamm, dess Heldenlauf reicht bis zu unsern Tagen, in grauer Vorzeit ging er auf mit unsres Volkes Sagen".
Fürstenzug - Konrad der Große
Der Markgraf von Meißen Konrad der Große (reg. 1123-1156) führt den Zug der Wettiner an. Ihm folgen die Markgrafen Otto (der Reiche, reg. 1156-1190) und Albrecht I. (der Stolze, reg. 1190-1195).


Unter den Monarchen hoch zu Ross, die auf eine Siegerpforte zureiten, stehen jeweils deren Namen.
Fürstenzug - Friedrich der StreitbareAuf diesem Bild erscheinen (von links nach rechts) Friedrich I. (der Streit­bare, reg. 1423-1428 als erster Kur­fürst Sachsens) sowie die Kurfürsten Ernst (reg. 1464-1486, Begründer der Ernestinischen Linie der Wettiner, die dann in Wittenberg residierte), Fried­rich II. (der Sanftmütige, reg. 1428 - 1464) und Albrecht (der Beherzte, reg. 1464-1485 gemeinsam mit Ernst). Letzterer begründete die in Dresden residierende Albertinische Linie der Wettiner, welche dann im Jahr 1547 unter Herzog Moritz die Kurwürde erlangte. Mit Kurfürst Moritz beginnend entwickelte sich Dresden zur kurfürstlichen Residenz.

Fürstenzug - Friedrich der Weise
Hier sind (zu Pferd) die Kurfürsten Friedrich III. (der Weise, reg. 1486-1525), Johann (der Beständige, reg. 1525-1532) und Johann Friedrich (der Großmütige, reg. 1532-1547) zu sehen.
Fürstenzug - August der Starke
Kurfürst Friedrich August I. (August der Starke; reg. 1694-1733) und sein Sohn Kurfürst Friedrich August II. (reg. 1733-1763) erscheinen auf dem Fürstenzug unter ihren Namen als Könige von Polen - als König August II. und König August III.

Abgeschlossen wird der Zug der Wettiner von König Georg, der zwei Jahre lang bis 1904 regierte.

Im Fürstenzug fehlen die vor Konrad dem Großen (reg. 1123-1156) herrschenden ersten Meißner Markgrafen Heinrich I. von Eilenburg (reg. 1089-1103) und Heinrich II. von Eilenburg (reg. 1103-1123), deren Macht noch nicht gefestigt war, sowie König Friedrich August III., der bei der Vollendung des Fürstenzuges noch ein Kind war. Er regierte von 1904 bis zu seiner erzwungenen Abdankung im Jahr 1918 (angeblich mit dem Ausspruch "Nu, dann machd eiern Dregg alleene"), dem Ende der sächsischen Monarchie.

Ende des FürstenzugesDie "Nachhut" beginnt mit zwei Studenten und einem Schüler, welche die 1409 gegründete Landes-Universität Leipzig, die Technische Hochschule Dresden und die im Jahr 1300 erstmals erwähnte Dresdner Kreuzschule vertreten. Es folgen der Architekt Georg Hermann Nicolai (ein Nachfolger Sempers; auf dem Bild mit steifem Hut), die Maler Peschel und Hübner (die am Entwurf des Fürstenzuges beteiligt waren), die Bildhauer Schilling und Hähnel, der Maler Ludwig Richter (aus dem Bild herausschauend), Oberbibliothekar Dr. Förstemann (Interpret der Dresdner Maya-Handschrift), Geheimrat Wiesner (Dezernent der Schönen Künste im sächsischen Kultusministerium), Prof. von Weißenbach (kunstwissenschaftlicher Berater für den Fürstenzug), die Maurer Kern und Pietsch (die beiden Helfer von Wilhelm Walther) und am Ende der Schöpfer des Fürstenzuges Wilhelm Walther selbst (aus dem Bild herausschauend)

Das Motto am Ende des Fürstenzuges lautet: "Du alter Stamm, sei stets erneut in edler Fürsten Reihe, wie alle Zeit dein Volk dir weiht die alte deutsche Treue". Im Jahr 1918 war es mit dieser "Treue" allerdings vorbei - der letzte sächsische König musste abdanken.

Aus der Geschichte des Fürstenzuges

Der Fürstenzug schmückt seit 1876 die Außenfassade des Langen Ganges an der Augustusstraße. Einst zierte Sgraffitomalerei aus der Renaissance diese Wand (die in Kalkfarbenmalerei ausgeführte Kavalkade von 1589 stammte vermutlich von Zacharias Wehme), dann blieb die Wandfläche lange Zeit ohne wesentlichen Schmuck.

Im Jahr 1864 war der Fürstenzug anlässlich der bevorstehenden 800-Jahr-Feier der Erstbelehnung der Wettiner mit der Mark Meißen (im Jahr 1089) ausgeschrieben worden. In der Ausschreibung wurde ein überlebensgroßer Reiterzug der Wettiner vor golddurchwirktem, rautenförmig gegliedertem Hintergrund gefordert.

Der Historienmaler und Professor der Dresdner Kunstakademie Wilhelm Walther gewann die Ausschreibung. Seinen Entwurf für den Fürstenzug im Maßstab 1:5 übertrugen er, seine Frau und die Maurer Kern und Pietsch zwischen 1871 und 1876 in Sgraffito-Technik auf die Wand des Langen Ganges. Das plastisch wirkende Bild entstand durch Auskratzen der hellen Weißkalkschicht, wodurch der farbige Kalk-, Zement- und Schlacke-Untergrund sichtbar wurde.

Der Fürstenzug erreicht eine ausgezeichnete Portraitähnlichkeit und gibt die Kleidungsstücke, Rüstungen und Waffen historisch sehr genau wieder, sodass man durchaus von einem "Bilderbuch der Kostüm- und Waffenkunde" sprechen kann.

Schon um 1900 zeigte das Wandbild deutliche Risse und andere Verwitterungsspuren. Deshalb entschloss man sich, es zwischen 1904 und 1907 in der Porzellan-Manufaktur Meissen auf etwa 25.000 Kacheln (20,5 x 20,5 cm) aus Meissener Porzellan® zu übertragen. Der Fürstenzug gilt seitdem auch als ein Zeugnis der Porzellanmalkunst.

Die Bombenangriffe im Februar 1945 überstand der Fürstenzug - anders als die umliegenden Gebäude - recht glimpflich. Das in sehr guter Qualität gefertigte Porzellanwandbild löste sich auch in dem anschließenden Feuersturm nicht von der Wand. Ab 1957 bestand am Fürstenzug ein LKW-Fahrverbot, um das Wandbild vor Erschütterung und vor dem Verrußen zu schützen.

In den Jahren 1978/79 fand eine umfassende Restaurierung des Wandbildes statt, bei der Verschmutzungen und Feuerspuren chemisch entfernt und 654 im Krieg beschädigte Kacheln (212 stark und 442 mäßig beschädigte Fliesen) rekonstruiert wurden.



  Gesamtansicht


Angebote

Ihre Werbung auf dresden-und-sachsen.de
Machen Sie Ihre Produkte, Dienstleistungen, Unterkunftsangebote u.a.m. aus dem Raum Dresden oder Ostsachsen den monatlich mehr als 50.000 Besuchern dieses Internet-Reiseführers bekannt! Erfragen Sie die Konditionen bitte unter dresax@gmx.net.


  nach oben