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Johanneum (ehem. Kurfürstliches Stallgebäude)
Johanneum

Südfassade/Eingangsseite des Johanneums
Lage: südöstlich von Residenzschloss und Stallhof an der Augustusstraße neben dem Neumarkt
Bauzeit, Architekten: Stallgebäude: 1586-1590, Paul Buchner und Hans Irmisch (wahrscheinlich nach einem Entwurf von Giovanni Maria Nosseni), Obergeschoss für die Gemäldegalerie: 1722-1731, Johann Georg Maximilian von Fürstenhoff, Umbau zum Johanneum: 1872-1876, Karl Moritz Haenel
Merkmale: schöne Renaissance-Fassade mit geschmackvollen Verzierungen, hohe Rundbogenfenster, doppelläufige Freitreppe (von der einstigen Pracht des Kurfürstlichen Stallgebäudes ging beim Umbau allerdings viel verloren)
Nutzung: ursprünglich Unterbringung der kurfürstlichen Pferde und Kutschen (deshalb "Stallgebäude" genannt) und der Rüstkammer, dann Gemäldegalerie, Historisches Museum und Porzellangalerie, heute Museum für Verkehrsgeschichte (Verkehrsmuseum)

Bild: Südfassade/Eingangsseite des Johanneums, davor steht der Türkenbrunnen (seit 1866 hier am ehemaligen Jüdenhof, vorher auf dem Neumarkt)
Detail der Fassade des Johanneums im Stallhof

Baumeister Paul Buchner (geboren in Nürnberg, Architektur-Lehre in London und Brüssel) baute im Auftrag von Kurfürst Christian I. ab 1586 ein Stallgebäude für die Unterbringung der kurfürstlichen Pferde und Kutschen. Schöne Sgraffitomalereien zierten die Fassade des prächtigen, um 1590 fertiggestellten Renaissance-Gebäudes am Jüdenhof. Hier, in der Nachbarschaft der Turnierbahn im Stallhof, wurde dann auch die Kurfürstliche Rüst- und Harnischkammer untergebracht.


Bild: Schmuckelemente der Nordwest-Fassade des Johanneums im Stallhof, die an die einstige Funktion des Gebäudes als Rüst- und Harnischkammer erinnern

Johanneum - Südseite

Zwischen 1722 und 1731 setzte Johann Georg Maximilian von Fürstenhoff ein weiteres Geschoss auf, wobei die Renaissance-Giebel verschwanden. Zu dieser Zeit kam auch die doppelläufige Freitreppe hinzu.

In das neue Obergeschoss zog die Gemäldegalerie ein, für die Oberlandbaumeister Johann Christoph Knöffel zwischen 1744 und 1746 noch einige Umbauten ausführte - vor allem größere Fenster für die bessere Ausleuchtung der Gemälde einbaute. Im Erdgeschoss war von 1794 bis 1857 die Abguss-Sammlung des Antiken-Kabinetts ausgestellt.

Wappen auf der Südfassade des Johanneums
Die Südfassade wird vom sächsisch-polnischen Wappen gekrönt, denn Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (August der Starke; reg. 1694-1733), in dessen Zeit die Aufstockung des Gebäudes erfolgte, und dessen Sohn und Nachfolger Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen (reg. 1733-1763), der den Einzug der Gemäldegalerie in das Gebäude anordnete, regierten auch als Könige von Polen.
Von 1872 bis 1876 baute Karl Moritz Haenel das Gebäude in ein Historisches Museum ("Militaria und Kulturgeschichte Sachsens") um. Fortan wurde das im Stil der Neo-Renaissance erneuerte Gebäude nach dem Bauherrn der Umgestaltung, König Johann, Johanneum genannt. In drei Räume des Obergeschosses zog die Porzellansammlung ein.

Vom alten Stallgebäude blieben die Renaissance-Rustikaportale zu beiden Seiten der Freitreppe sowie am Übergang zum Langen Gang erhalten.

Südfassade des Johanneums
Von 1872 bis 2004 stand das Goldene Tor, das ehemalige Portal der Schlosskapelle des Residenzschlosses, neben der Südfassade des Johanneums.


Bild: Südfassade des Johanneums, links daneben das (inzwischen abgebaute) Goldene Tor
Raum im Erdgeschoss des Johanneums
Die Bombenangriffe im Februar 1945 beschädigten auch das Johanneum. Nach der Wiederherstellung des Gebäudes bis 1954 bezog das Museum für Verkehrsgeschichte (Verkehrsmuseum) die Räume. Im Jahr 1968 war das Johanneum in seinem heutigen Aussehen fertiggestellt.




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