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Kathedrale St. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 Bild: Kathedrale St. Trinitatis, vom Theaterplatz gesehen
Lage: zwischen Theaterplatz, Schlossplatz und Residenzschloss
Bauzeit, Architekten: 1739-1754, Gaetano Chiaveri (italienischer Barockbaumeister), ab 1749 von Sebastian Wetzel, danach von Johann Christoph Knöffel und nach dessen Tod von Julius Heinrich Schwarze vollendet
Merkmale: eines der letzten und schönsten großen Bauwerke im Stil des römischen Spätbarock, letzter bedeutender Barockbau Dresdens, größte Kirche Sachsens (4.800 qm Grundfläche), aus Sandstein errichtete dreischiffige Basilika mit hoch aufragendem Mittelschiff (52,50 m lang, 32 m hoch), vom Mittelschiff getrennter Glockenturm (85,5 m hoch, im Stil eines Campanile gebaut, ovale untere und runde obere Turm-Geschosse, nur im Hauptstockwerk mit dem Kirchenschiff verbunden, ragt in durchbrochenen und nach oben leichter werdenden Stockwerken frei bis zur abschließenden Zwiebelkuppel empor), plastischer Schwung der Gebäudegestalt (wahrscheinlich den Bauten von Francesco Borromini nachempfunden), beeindruckende Wirkung vor allem von der Augustusbrücke her durch die kühne Schrägstellung zum baulichen Umfeld (zum Teil bewusst gewählt und zum Teil durch die alten Festungsanlagen an diesem Ort erzwungen), fein gegliederte plastische Struktur der Fassade, zahlreiche wertvolle Skulpturen in den Fassadennischen und auf den Brüstungen, innen: 1 Scheitelkapelle und 4 Eckkapellen, 3,50 m breiter doppelgeschossiger Prozessionsumgang um das Mittelschiff im Inneren der Kirche (im protestantischen Dresden waren keine katholischen Prozessionen im Freien erlaubt), Gewölbe als gedrückte Korbbögen (nicht als statisch sichere Rundbögen) ausgelegt
Nutzung: ehem. Katholische Hofkirche des Sächsischen Hofes, seit 1980: Kathedrale St. Trinitatis des Bistums Dresden-Meißen
www.bistum-dresden-meissen.de |
 Bilder: Kathedrale St. Trinitatis, von der Augustusbrücke und vom Schlossplatz gesehen
Aus der Geschichte der Katholischen Hofkirche
1539: Einzug der Reformation in Dresden (Sachsen ist das Mutterland der Reformation), 1697: Wechsel von Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (August dem Starken) zum katholischen Glauben, um die polnische Königskrone erlangen zu können (sehr zum Unwillen seiner Gemahlin Christiane Eberhardine wie auch der meisten seiner Untertanen), 1712: Glaubenswechsel auch von Kurprinz Friedrich August (zunächst unter strenger Geheimhaltung), 1733: Vergabe des Bauauftrages für eine neue Hofkirche durch Kurfürst Friedrich August II. (zugleich König August III. von Polen, Sohn und Nachfolger von August dem Starken) an den italienischen Baumeister Gaetano Chiaveri (1689-1770), den er in Warschau durch Vermittlung von Jesuiten kennengelernt hatte (Chiaveri und seine zwei Bauführer Francesco Placidi und Antonio Zucchi sprachen kein Deutsch, was ihre Arbeit in Dresden sehr erschwerte), Beauftragung des Italieners Lorenzo Mattielli und seiner italienischen Steinmetze mit der Ausführung des Skulpturenschmucks der Fassaden, Bau eines kleinen Wohnviertels für die italienischen Bauarbeiter unweit der Baustelle (daran erinnert heute der Name des Italienischen Dörfchens am Theaterplatz), Abbruch des alten Elbtores mit Teilen des Festungswalles und der ersten Bögen der Elbbrücke vor dem Georgenbau für den Kirchenbau, Aufschüttung des Geländes des Schlossplatzes sowie umliegender Bereiche, 9 m tiefe Gründung des Bauwerkes, 28. Juli 1739: Grundsteinlegung, 1749: Weggang von Gaetano Chiaveri aus Dresden aus Verärgerung über die ungenügende Unterstützung durch die sächsischen Baubehörden, Vollendung des Kirchenbaus durch sächsische Baumeister (bis 1754), 1751: Weihe der Katholischen Hofkirche, 1807: Einbau der 4 Glocken (11 t schwer, von den Gebrüdern Weinhold geschaffen) in den Turm (vorher war ein katholisches Geläut im protestantischen Dresden nicht erwünscht gewesen, bis dann Kaiser Napoleon Bonaparte, dessen Verbündeter Sachsen war, die Gleichberechtigung des Katholizismus in Sachsen erzwang)
Februar 1945: Zerstörung durch die englisch-amerikanischen Bombenangriffe (Einsturz des Kirchendaches sowie der Gewölbe des Hochschiffes, der Seitenschiffe und der Kreuzkapelle), Brandvernichtung der Innenausstattung (wertvolle Teile der Innenausstattung wie das Bild des Hochaltars, die Bilder der Seitenaltäre und die Silbermannorgel waren aber im Krieg ausgelagert worden und blieben dadurch erhalten), Juni 1945: erster Gottesdienst nach dem Krieg in der weniger zerstörten Bennokapelle, Sommer 1945: Beginn der Sicherung der Bausubstanz unter der Leitung des Instituts für Denkmalpflege, ab 1946: Wiederaufbau der Hofkirche durch die Zwingerbauhütte in enger Zusammenarbeit mit kirchlichen und staatlichen Einrichtungen, 1955: Fertigstellung des Rohbaus, 1962: Hochaltarweihe, Beginn der kirchlichen Nutzung des Mittelschiffs, 1968: Fertigstellung der Kreuzkapelle, bis 1971: Wiedereinbau der Silbermannorgel und anderer im Krieg ausgelagerter Teile der Inneneinrichtung, Rekonstruktion des Orgelprospekts und einiger schwer beschädigter Skulpturen von Lorenzo Mattielli, 1976: Fertigstellung der Benno- und der Johann-Nepomuk-Kapelle, 1987: Abschluss der Teilrekonstruktion der Kanzel, weitgehender Abschluss des Wiederaufbaus der Hofkirche |
 Bild: Neobarocke Brücke (1897, Gustav Fröhlich) zwischen der Kathedrale St.Trinitatis und dem Residenzschloss (über diese Brücke waren die beiderseits des Hauptaltars der Kathedrale angeordneten Logen der königlichen Familie direkt aus dem Residenzschloss erreichbar)
 Bilder: Zwei der 78 Heiligenfiguren (Sandstein, 3,50 m hoch, 1738-1746, Lorenzo Mattielli) auf den Balustraden und in den Wandnischen der Kathedrale

Bild: Fassadenschmuck am Hauptportal der Kathedrale St.Trinitatis
Bild: Napoleonstein (Pflasterstein mit dem Buchstaben "N") auf dem Schlossplatz vor dem Hauptportal der Kirche; hier stand Kaiser Napoleon Bonaparte am 26. August 1813 während der Truppenparade vor der Schlacht von Dresden
Innenausstattung der Kathedrale St. Trinitatis
monumentales Altargemälde "Christi Himmelfahrt" (9,30 m hoch, 4,20 m breit, 1752-1765, Anton Raphael Mengs, Rahmen von Johann Joseph Deibel), Seitenaltäre (1750, Anton Raphael Mengs), 6 Silberleuchter (mehr als 2 m hoch, 1752, Joseph Ignaz Bauer, Augsburger Meister), Kruzifix (4,20 m hoch, 250 kg schwer, 1756, Joseph Ignaz Bauer), prächtige Kanzel (aus Holz geschnitzt, 1712-1722, Balthasar Permoser), Schalldeckel der Kanzel (1750, Johann Joseph Hackl), Silbermannorgel (über dem Hauptportal, 1750-1754, Gottfried Johann Silbermann, die letzte und wohl schönste Orgel des berühmten sächsischen Orgelbauers, nach dessen Tod von Johann Daniel Silbermann und Zacharias Hildebrandt vollendet)
4 Kapellen: Sakramentskapelle (links vom Altar, Ausmalung von Stefano Torelli, 1755, Marmorplastik "Christus an der Geißelsäule" 1718-1721 von Balthasar Permoser geschaffen), Kreuzkapelle (rechts vom Altar, Altarblatt Kreuzigung Christi von Charles Hutin, 1753), Johann-Nepomuk-Kapelle (links vom Hauptportal, heute Gedächtniskapelle für die Opfer der Bombenangriffe des Jahres 1945, große abstrakte Pietà von Friedrich Preß aus Meissener Porzellan), Bennokapelle (rechts vom Hauptportal, Altarbild "Predigt des hl. Benno" von Stefano Torelli, 1752) |
Bild: Blick auf den Hochaltar der Kathedrale St. Trinitatis
 Bild: Nebenaltar und Kanzel der Kathedrale St. Trinitatis

 Bilder: Figuren des hl. Ambrosius (Bild links) und des hl. Augustinus (Bild rechts) unter der Orgelempore zu beiden Seiten des Haupteinganges, beide von Balthasar Permoser (1723)
 Bilder: Skulpturen in der Kathedrale St. Trinitatis

Bilder: Blick in die Sakramentskapelle (links), die Kreuzkapelle (Mitte) und die Johann-Nepomuk-Kapelle (rechts) der Kathedrale St.Trinitatis
Gruft der Katholischen Hofkirche
4 Räume unter dem Chor mit 49 Sarkophagen katholischer Kurfürsten und Könige von Sachsen und ihrer engsten Angehörigen (weitere Ruhestätten der Wettiner befinden sich in Altzella, Meißen und Freiberg), Zinnkapsel auf einem Mauervorsprung in der Königsgruft mit dem Herz von Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (August dem Starken, zugleich König August II. von Polen, reg. 1694-1733, sein Leib befindet sich in der Grablege der polnischen Könige im Dom zu Krakau), Neue Gruft u.a. mit den Sarkophagen von König Friedrich August III. (reg. 1904-1918 als letzter sächsischer König) und Kronprinz Georg von Sachsen (1943 als Letzter in der Gruft bestattet)
Hochwasser im August 2002: Gruft-Räume überschwemmt, Sarkophage aufgerissen, innere Holzsärge herausgespült, Sarginhalte verschmutzt und zerstreut, Sanierung ab September 2003 bis März 2004: Zinn-, Kupfer- und Bronze-Sarkophage mit Granitplatten unterlegt, Metallflächen mit einer Wachsschicht versiegelt, Schmuckelemente repariert, Sarginhalte und Grabbeigaben gesammelt, gereinigt, fotografiert und zurückgelegt
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