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Stallhof, Langer Gang
![]() Bild: Langer Gang des Stallhofes ![]() Der zum Residenzschloss-Komplex gehörende Stallhof verbindet den Georgenbau mit dem Johanneum (dem ehemaligen Kurfürstlichen Stallgebäude, in dem einst die Ausrüstung für die im Stallhof stattfindenden Turnierspiele aufbewahrt wurde). Er gehört zu den ältesten in der originalen Ausgestaltung erhaltenen Turnierplätzen der Welt. Schon unmittelbar nach der Fertigstellung wurde dieses Renaissance-Bauwerk weithin gerühmt. Zwischen den Säulen des Langer Gang genannten Gebäudes saßen die Zuschauer der höfischen Turniere und Hetzjagden. Oberhalb der Säulen sind die Wappen der Lande, die einst unter wettinischer Herrschaft standen, zu sehen. Bei der großen Schlosssanierung um 1900 wurde der Lange Gang auf die heutige Länge von etwa 100 m verkürzt. Bild: Detail der Fassade des Langen Ganges Auf der anderen Seite, an der Augustusstraße, trägt der Lange Gang das Fürstenzug genannte Wandbild, eine Darstellung der zwischen 1123 und 1904 in Sachsen herrschenden 35 Markgrafen, Herzöge, Kurfürsten und Könige aus dem Geschlecht der Wettiner. Im Obergeschoss befindet sich der Lange Saal, der zunächst die Ahnengalerie der Wettiner und dann ab 1731 die Gewehrgalerie beherbergte, die Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (August der Starke) nach dem Vorbild der Gewehrgalerie von Ludwig XIV. einrichten ließ. Daraus ging eine der größten Abteilungen der Rüstkammer (des Historischen Museums) hervor - die der Feuerwaffen. Heute nutzt das Verkehrsmuseum den Langen Saal (derzeit für eine Ausstellung zur Geschichte der Seefahrt).
![]() An der Ringstechbahn auf dem Hof vor dem Langen Gang stehen zwei 6,10 m hohe bronzene Ringstechsäulen aus dem Jahr 1601, von denen man nur die Spitzen rekonstruieren musste. 34 Pilare, jeweils 1,46 m hoch, säumen die Turnierkampfbahn, davon 13 als Originalstücke, die Gießermeister Merten Hilger im Jahr 1591 goss (die Räume der Gießerei sind im Museum Festung Dresden unter der Brühlschen Terrasse zu sehen). Etwa zur selben Zeit wie die Ringstechbahn entstand die Pferdetränke und -schwemme im Stallhof. Die Bombenangriffe im Februar 1945 beschädigten den Stallhof schwer. Der Wiederaufbau begann 1957. Zwischen 1972 und 1979 rekonstruierten die Denkmalpfleger auch die schon vor dem Krieg nicht mehr vorhandenen Bildwerke von Zacharias Weber und Heinrich Göding, die die Fassade des Langen Ganges zierten. Dies geschah originalgetreu nach alten Stichen in Silikatmalerei (die ursprünglichen Bildwerke bestanden aus Kalkfarbenmalerei mit Sgraffitowirkung). Die Bildwerke zeigen Ornamente, Wappen, Jagdtrophäen und Szenen aus der Herkulessage. Die südliche Zuschauergalerie des Stallhofes ist auf der mittelalterlichen Stadtmauer erbaut (der Stadtmauer aus der Zeit vor der um 1525 vollzogenen Osterweiterung der Stadtfestung). Nach dem Krieg musste sie abgetragen und neu aufgebaut werden. Die Explosionen der Sprengbomben im Februar 1945 hatten die Blendmauer der Rampe um 25 cm verschoben, was beim Wiederaufbau als Erinnerung an die Bombennacht so belassen wurde. ![]() ![]() Bild: Südseite des Stallhofes, von der Schlossstraße gesehen (links das Kanzleihaus, rechts das Johanneum, vorn die Ausgrabungen vor Beginn der Wiederbebauung dieses Areals) ![]() Um 1984 war die Restaurierung des Langen Ganges und des Stallhofes weitgehend beendet. Zusammen mit einem Teil der Stallhofmauer wurde inzwischen auch das im Jahr 1567 von Hans Irmisch errichtete, 1945 zerstörte Kanzleihaus rekonstruiert, das den Stallhof im Südwesten schließt. Bild: Pferdeschwemme und Aufgang zur Südempore des Stallhofes; rechts das Kanzleihaus ![]() Bilder: Figur im Stallhof (am Georgenbau-Zugang); unten: Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt im Stallhof (Blick in den Ostbereich des Stallhofes mit der Fassade des Johanneums) ![]() ![]() Bild: Brandschaden am Langen Gang nach einem Feuer auf dem Weihnachtsmarkt 2007 im Stallhof nach oben |