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Georgenbau (Georgentor)   [ Fotogalerie ]
Georgenbau (Georgentor)
Lage: am Schlossplatz zwischen Residenzschloss und Stallhof
Bauzeit, Architekten: 1530-1535, Bastian Kramer, Umbau: 1889-1901, Gustav Dunger und Gustav Fröhlich
Merkmale: erstes Renaissance-Bauwerk Dresdens (entstand schon vor dem 1548 begonnenen Umbau des Residenzschlosses in ein Renaissance-Schloss), Einflüsse der lombardischen Architektur (z.B. abgetreppte dreizonige Giebel, Erker an der Elbseite, reicher farbiger und vergoldeter figuraler und ornamentaler Renaissance-Schmuck), heutige Neorenaissance-Fassade aus der Zeit des Schlossumbaus 1889-1901
Nutzung: ursprünglich Stadtausgang zur Elbbrücke (am Elbtor der Stadtfestung), Ort der kurfürstlichen bzw. königlichen Gemächer (auch der Prunkgemächer Augusts des Starken) bis 1918





Bild: Georgenbau (Georgentor), rechts im Hintergrund der Hausmannsturm des Residenzschlosses, ihm zu Füßen die neobarocke Brücke zur Hofkirche
Renaissance-Portal des Georgentores
Der frühere Georgenbau zeichnete sich durch einen reichen Figurenschmuck aus, der vor allem von Christoph Walther I (gest. 1546) geschaffen wurde (die schlesisch-sächsische Bildhauerfamilie Walther bestimmte die Dresdner Renaissance-Bildhauerkunst wesentlich mit). Das Gebäude war insbesondere mit Bildnissen zum Thema Leben und Tod (einem memento mori) geschmückt, möglicherweise unter dem Eindruck verheerender Pestepidemien. Der Gebäudeschmuck sollte wohl auch die Frömmigkeit des Bauherrn Herzog Georg (des Bärtigen), eines Gegners der Reformation, zum Ausdruck bringen. Darstellungen des mittelalterlichen Denkens vermischten sich mit den damals neuen Renaissance-Formen.

Bild: Altes Portal des Georgenbaus: Rundbogentor mit den Darstellungen von Adam und Eva (um den Verlust des Paradieses trauernd) in den Zwickeln und einem Totenkopf auf dem Schlussstein; beim Umbau des Georgentores (1889-1901) von der Elbseite an die Westseite (Richtung Hofkirche) versetzt
Dresdner Totentanz
Zum Fassadenschmuck der Elbseite gehörte einst auch der Dresdner Totentanz von Christoph Walther I aus dem Jahr 1535, ein 12,5 m langes und 1,20 m hohes, ursprünglich farbig gefasstes Sandsteinrelief mit 27 Figuren (im Bild ein Ausschnitt).
Seit 1990 ist das Relief "Dresdner Totentanz" im Altarraum der Dreikönigskirche unter der Orgelempore angebracht. Es gemahnt an die Vergänglichkeit des Seins und entspricht dem Leitspruch am Sims des Rundbogentores: Per Invidiam Diaboli Mors Intravit In Orben ("Durch den Neid des Teufels ist der Tod in die Welt gekommen").

Der große Schlossbrand von 1701 zerstörte auch den Georgenbau und dessen prächtige Innenausstattung, die schon im Jahr 1538 sehr gerühmt worden war. Nach dem Wiederaufbau um 1717 gestaltete der am sächsischen Hof tätige französische Künstler Raymond Leplat, der unter anderem auch die barocke Innenausstattung von Schloss Moritzburg entwarf, neue prächtige Staatsräume im Georgenbau.

Elbseite des Georgenbaues (Georgentores) am Schlossplatz
Die heutige Neorenaissance-Fassade mit dem hohen Schaugiebel, der von zahlreichen Skulpturen und dem 4 m großen Reiterstandbild Herzog Georg des Bärtigen (Bildhauer Christian Behrens) geschmückt ist, erhielt das Georgentor beim Schlossumbau von 1889 bis 1901 unter der Leitung von Gustav Dunger und Gustav Fröhlich. Das alte Südportal des Georgenbaus ist seitdem im Stallhof zu sehen, das alte Nordportal (Elbportal) wurde an die Westseite des Georgenbaus versetzt.

Nach seiner Zerstörung bei den Bombenangriffen im Februar 1945 wurde der Georgenbau zwischen 1963 und 1966 äußerlich wiederhergestellt. Von den einstigen kurfürstlich-königlichen Wohn- und Repräsentationsräumen des Gebäudes wird der Kleine Ballsaal in seiner historischen Ausstattung rekonstruiert.
Südseite (Stadtseite) des Georgenbaues
Bild: Südseite (Stadtseite) des Georgenbaus (links der Ostflügel des Residenzschlosses - Fassade mit Renaissance-Giebel und Erker kurz vor der Vollendung des Wiederaufbaus)



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