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Dresdner Heide, Junge Heide
Dresdner Heide
Lage: im Nordosten des Dresdner Stadtgebietes zwischen Langebrück im Norden, Radeberg und Ullersdorf im Osten, dem Stadtteil Weißer Hirsch und der Bautzner Straße im Süden und der Albertstadt im Westen
Merkmale: Staatsforst und beliebtes Naherholungsgebiet, seit 1967 Sonderforst, seit 1969 Landschaftsschutzgebiet, ca. 50 qkm groß (bildet einen bedeutenden Teil des 328 qkm großen Dresdner Stadtgebietes), Waldtäler, viele Bachläufe und Quellen, dichtes Netz von Wanderwegen, Misch- und Nadelwald (ca. 60% Kiefern, ca. 30% Fichten, ca. 5% Rotbuchen und Stieleichen sowie Erlen, Birken und Lärchen, ca. 30% der Bäume vorfristig und der Rest durch Kahlschlag entnommen, seit 1965 auch Harzgewinnung aus den Kiefern)

Aus der Geschichte: Nachweis einer frühen Besiedlung dieses Gebietes durch zahlreiche vorgeschichtliche Funde (z.B. jungsteinzeitliche Keramikfunde, bronzezeitliche Gräber der Lausitzer Kultur, Urnengräber aus der frühen Eisenzeit), der Wald war Teil eines großen dichten Urwaldgebietes vom Friedewald (bei Moritzburg) im Westen über die Laußnitzer Heide im Norden bis zum Massenei- und Carswald (bei Arnsdorf) im Osten, bildete in slawischer Zeit die Grenze zwischen den Elbsorben (Gau Nisan) und den Oberlausitzer Sorben (Gau Milska), später zwischen der Mark Meißen und der zum Königreich Böhmen gehörenden Oberlausitz (gelangte erst 1635 zu Kursachsen), seit dem 12. Jahrhundert nach und nach durch Rodungen verkleinert, 1447: erste urkundliche Erwähnung eines Oberförsters der Heide (für die Jagd und die Forstwirtschaft verantwortlich, organisierte u.a. kurfürstliche Jagden, die Entnahme von Bau- und Brennholz und die Holzkohlegewinnung/Köhlerei), beschäftigte mehrere Forstknechte, unterstand einem vom Hof bestellten Jagdbeamten, 1484: erste Erwähnung eines Forstamtes

16. bis 18. Jahrhundert: große Schäden durch die intensive Waldnutzung (z.B. Waldweide/Hutung und Gräserei mit Schweinen, Schafen und Rindern, Laub- und Streurechen, Verbiss durch das im kurfürstlichen Jagdgebiet zahlreiche Hochwild), abnehmender Anteil der Laubholzarten, Siebenjähriger Krieg (1756-1763): enormer Holzraubbau durch die preußischen Besatzer, dann Beginn einer planmäßigen Holzwirtschaft (Aussaat und Pflanzung von Nadelhölzern), 1765: Einrichtung von 3 Pflanzgärten, 1815/16: Bestandsaufnahme der Holzvorräte der Heide durch Johann Heinrich Cotta (1763-1844, gründete 1811 die Tharandter Forstlehranstalt), drastische Reduzierung des Wildbestandes, um 1820: noch ca. 72 qkm groß

1827: Beginn der Abholzung des Hellers, ab 1832: Waldumbau hin zu einem standortgerechten und ertragreichen Mischwald, 1836: Übergang der landesherrlichen Wälder in den Besitz des sächsischen Staates, Ablösung der letzten Waldnutzungsrechte (Servituten) der umliegenden Dörfer, 1846: Bau der Bautzner Eisenbahnlinie durch die Dresdner Heide zwischen der Albertstadt (Dresdner Industriegelände) und Langebrück (aufwendige Böschungssicherung im lockeren Heidesand am Aufstieg der Heidesandterrasse aus dem Elbtal auf die Lausitzer Granodioritplatte, Brückenbau über die tiefe steile Schlucht Nesselgrund am Bahnhof Klotzsche), 1870-1880: Bau der Militärkasernen der Albertstadt (Verlust von mehr als 1.000 ha Waldfläche im Westbereich), Abtrennung der Jungen Heide, Nutzung der Heide als Übungsgelände der in der Albertstadt kasernierten Königlich-Sächsischen Armee mit mehreren Schießplätzen und Munitionsdepots im Wald, Ende des 19. Jahrhunderts: Einhegung mit einem Wildzaun (wegen der neuerlichen Klagen der Bauern der umliegenden Ortschaften über zu hohe Wildschäden, den Zaun gab es noch bis 1945), Waldschäden u.a. durch Schneelast, Windbruch (z.B. bei einem Orkan am 7. Dezember 1868), Funkenflug der Dampflokomotiven (der seit 1846 im Norden der Heide verlaufenden Bautzner Eisenbahnstrecke), durch Schädlinge (z.B. starker Nonnenbefall in den Jahren 1806/07, 1837-1840 und 1923-1925 und Pilzbefall/"Kiefernnadelschütte") und Holzraubbau in Kriegszeiten (z.B. in den Weltkriegen), 1949: Eingemeindung nach Dresden (zusammen mit der Jungen Heide)

Zur Naturausstattung der Dresdner Heide
Geologie: Verfestigung von mehr als 1.500 m mächtigen sandigen Ablagerungen zu Grauwacken und Schiefern vor etwa 600 Mio. Jahren (im jüngsten Präkambrium), Gesteinsumwandlung (teilweise Aufschmelzung, Metamorphose, Granitisation) in den unteren Bereichen dieser Schicht, später weiteres Auf- und Umschmelzen der Sedimentgesteine, Bildung des Lausitzer Zweiglimmergranodiorit, Aufsteigen der Granodioritmassen vor etwa 280 Mio. Jahren an die Erdoberfläche, Aufschmelzen und Zerbrechen der darüber liegenden Grauwackeschicht zu Schollen (große Schollen aus Grauwackehornfels blieben stellenweise erhalten), die Lausitzer Granodioritplatte bildet den Untergrund von etwa 90% der Dresdner Heide, der Südwestrand der Granodioritplatte zur breiten Mittelterrasse des Elbtales verläuft annähernd auf der Linie Klotzsche-Wolfshügel-Weißer Hirsch (ist ein Randbereich der Platte mit der sog. Westlausitzer Störung: geologische Störungszone mit Granitgneis und deformierten Granodioriten), auf dem Grundgestein der Heide lagert eine mehr oder weniger mächtige Deckschicht aus Heidesand (in der späten Eiszeit von den vorherrschenden Westwinden aus dem sandigen Nordwesten des Elbtales auf die Lausitzer Granitplatte aufgeweht, im Landschaftsgebiet Heller und am Kannenhenkel gibt es bis zu 10 m mächtige Flugsanddünen), Felshänge und kleine Klippen aus Lausitzer Granodiorit treten stellenweise im Süden der Heide in den Tälern des Eisenbornbaches und des Mordgrundwassers und im Norden im Tal der Prießnitz zutage, höchster Berg der Dresdner Heide: Dachsenberg (280 m ü. NN, im Nordosten der Heide, benannt nach einem hier einst bestehenden mehrstöckigen Dachsbau)

Hydrologie: das schnell durch die leichten Sandböden versickernde Niederschlagswasser sammelt sich auf der undurchlässigen Granodioritplatte des Untergrundes und tritt an den Talhängen in zahlreichen Quellen zutage (z.B. Melzerquelle im Prießnitzgrund und Degelquelle im Stechgrund), nur wenige kleine stehende Gewässer vorhanden (z.B. der aus einer Sandgrube hervorgegangene Silbersee südöstlich von Langebrück, der in den 1930er Jahren im Südosten der Heide am Haarweidebach angelegte kleine Stausee und mehrere kleine Teiche), stellenweise Staunässe und anmoorige Böden in flachen, sandgefüllten Wannen der Granodioritplatte im Norden der Heide (z.B. das Muldental des Roten Grabens bei Langebrück und ein unter Naturschutz stehendes Moor nördlich des Dresdner Saugartens)

Vegetation: anspruchslose Baumarten wie die Kiefer und stellenweise die Traubeneiche auf trockenen, nährstoffarmen Böden auf Heidesand, anspruchsvollere Baumarten auf dem durch Gesteinsverwitterung entstandenen Lehmboden im Osten und Südosten (auch ausgedehnte Fichtenbestände), Rotbuchenwälder im Norden sowie im Süden im Stechgrund und im Schotengrund

Tierwelt: etwa 15 Säugetierarten (bes. Rehwild und Schwarzwild, seltener Rotwild), mehr als 50 Vogelarten (an der Prießnitz die Gebirgsstelze und die seltene Wasseramsel), mehrere Reptilien- und Lurcharten (u.a. Zaun- und Waldeidechse, Ringelnatter, Glattnatter und Blindschleiche), Forellen in der Prießnitz, artenreiche Insektenfauna (u.a. reiche Schmetterlingsfauna, Libellen, Bockkäfer, Laufkäfer, auch seltene Arten wie Stierkäfer und Walker), bis zum 18. Jahrhundert Waldzeidlerei (Waldhoniggewinnung)

Jagdwesen: bis Anfang des 19. Jahrhunderts ein wildreiches kurfürstliches Jagdgebiet, Förderung des Wildschweinbestandes für die kurfürstliche Sauhatz in mehreren eingezäunten Saugärten (Dresdner, Langebrücker, Liegauer und Lausaer Saugarten), Fang des letzten Bären der Heide im Jahr 1612, Parforcejagden des kurfürstlichen Hofes (eine im 18. Jahrhundert aus Frankreich übernommene Hetzjagd mit zahlreichem Gefolge aus Piqueuren, Jagdjunkern, Jagdpagen, Reitknechten und Hundeburschen, am Anfang des 19. Jahrhunderts von der Pirsch und der Treibjagd abgelöst), ab Anfang des 19. Jahrhunderts starke Reduzierung des Wildbestandes (große Abschuss-Kampagnen z.B. 1825-1830, 1864 und 1920) wegen der großen Wildschäden in der Land- und Forstwirtschaft (Äsung, Wildverbiss, Wühlen), das Schwarzwild und das nach 1870 eingebürgerte Damwild wurden dabei fast ganz ausrottet

Wegenetz der Dresdner Heide
um 1560: Anlage des ersten Wegenetzes der Dresdner Heide nach den Grundsätzen der Waldvermessung von Johannes Humelius (Professor in Leipzig): von dem im Zentrum gelegenen Saugarten strahlenförmig ausgehende, mit "Alte Eins" bis "Alte Acht" benannte Wege ("Alte Eins" nach Ullersdorf, "Alte Zwei" nach Bühlau, "Alte Drei" zum Weißen Hirsch, "Alte Vier" zum Dresdner Stadtzentrum, "Alte Fünf" nach Trachau, "Alte Sechs" nach Klotzsche, "Alte Sieben" nach Langebrück und "Alte Acht" nach Radeberg), 1589: Fertigung der ersten Landkarte der Dresdner Heide (Maßstab 1:2730) durch Matthias Oeder im Rahmen einer im Auftrag von Kurfürst August (reg. 1553-1586) vorgenommenen Vermessung Kursachsens (viele der aufgeführten Wegenamen und Waldzeichen sind noch heute gültig)

1815/16: Vermessungsarbeiten und Bestandsaufnahmen durch Johann Heinrich Cotta (1763-1844, Gründer und erster Direktor der 1811 eröffneten Tharandter Forstlehranstalt), 1832/33: Einrichtung des "Cottaschen Wegesystems" nach Cottas Plänen (an der "Alten Vier" ausgerichtetes rechtwinkliges Wegenetz: Flügel A bis H in NO-SW-Richtung im Abstand von jeweils 200 Ruten/859 m und rechtwinklig dazu verlaufende Schneisen 1 bis 20 im Abstand von jeweils 100 Ruten/430 m) - Aufteilung des Waldes in etwa 430 × 850 m große numerierte rechteckige Sektoren, daneben bestehen noch zahlreiche unregelmäßige Wege nach forstwirtschaftlichen oder touristischen Erwägungen oder nach den Erfordernissen des einstigen Übungsgeländes der Königlich-Sächsischen Armee, ab 1967: Einrichtung neuer Wanderwege, Park­ und Rastplätze, Bänke und Schutzhütten, neue Wegemarkierung für Wanderer

beliebte Wanderwege: Prießnitzgrundweg, HG-Weg (zwischen dem Stadtteil Weißer Hirsch und der Heidemühle), A-Flügel und Ochsenkopfweg

Saugarten
im Zentrum der Dresdner Heide gelegen, einst eine Lichtung, zu der hin ab 1601 Schwarzwild-Treibjagden des kurfürstlichen Hofes stattfanden, 1710: Bau eines Jagdhauses (nach Plänen des bedeutenden Dresdner Barock-Baumeisters Matthäus Daniel Pöppelmann), um 1850: Abbruch des Jagdhauses (die Steine wurden u.a. für den Bau der Elbmauer des am Neustädter Elbufer stehenden Schlosses Albrechtsberg verwendet), Bronzebildnis des Dresdner Landschaftsmalers und Kupferstechers Guido Hammer an einem Granitfindling am Saugarten

Heidemühle
1558: urkundliche Erwähnung der "Hengstbrücke" genannten Bogenbrücke über den Fluss Prießnitz, etwa auf halber Strecke des direkten Verbindungsweges zwischen Dresden und Radeberg gelegen, 1840: Befestigung des Weges, Benennung als Radeberger Straße, 1843: Ausschankrecht für die nahe der Brücke stehende alte Sägemühle, 1881: Bau der Gaststätte "Heidemühle" im Stil eines Schweizerhauses und Bau einer Mahl-, Schneide- und Ölmühle, eines Mühlgrabens und eines Wehrs (Stau des Flusses Prießnitz), später auch Betrieb einer Dampfmaschine zum Mühlenantrieb wegen der besonders im Sommer ungenügenden Wasserkraft, Zeit der DDR: Nutzung der Heidemühle als Ferienheim und Kinderferienlager, Bau eines Freibades

Landgasthof Hofewiese in der Dresdner Heide um 1900
Hofewiese
Lage: im Norden der Dresdner Heide zwischen der Heidemühle und Langebrück (von Langebrück und von der Heidemühle über den 1973 zur Straße ausgebauten Gänsefußweg erreichbar)
Merkmale: ca. 47 ha groß, ca. 2 km lang
Aus der Geschichte: 1547: erste Erwähnung als Langebrucker Wiese, war ein bedeutender Äsungs- und Brunftplatz des Reh- und Rotwildes im kurfürstlichen Jagdgebiet und lieferte auch das Futter für die Wildfütterung, später bis 1804 durch den Langebrücker Förster bewirtschaftet, zeitweise im Besitz von Graf Camillo Marcolini (1739-1814, sächsischer Kabinettsminister), 1828: Wechsel in den Besitz des Königs, von einem Wiesenvogt verwaltet, für diesen wurden im mittleren Bereich ein Wohn- und mehrere Wirtschaftsgebäude errichtet, das Gelände wurde eingeebnet, entwässert und mit einem Zaun eingehegt, seitdem als Wiese, Weide und teilweise auch Ackerfläche genutzt, 1877: Schankrecht für das Wiesenvogthaus, bis 1960: private Bewirtschaftung des Landgasthofes "Hofewiese", 1960-1985: Gaststätte der Handelsorganisation (HO) der DDR, danach nur noch ein Kiosk, ab 1993: Betrieb der Gaststätte durch einen Pächter, 2000: Schließung wegen unzureichender Abwasserentsorgung

Bild: Landgasthof Hofewiese in der Dresdner Heide um 1900 (nach einem alten Foto, verändert)

Fluss Prießnitz
1441: urkundliche Erwähnung als Breßynicz (von altsorbisch breza = Birke), 1527: Erwähnung als Brißenitz, entspringt im Rossendorfer Teich, 24 km lang, 3 bis 5 m breites Bachbett, Durchflussmenge bis etwa 6 m³/s, scharfe Änderung der Fließrichtung von Nordwest nach Südwest an der Kreuzung der tektonischen Linien der Westlausitzer Störung und der Lausitzer Verwerfung (nahe des Waldbades Klotzsche), weiter oberhalb besteht ein kleiner Wasserfall über eine Granodioritschwelle in einem engen Tal mit steilen Hängen, der Schwemmfächer der Prießnitz-Mündung bildet eine große Südschleife des Elbestromes (darin liegt die Innere Neustadt)

entlang der Prießnitz verläuft einer der Hauptwanderwege des Naherholungsgebietes Dresdner Heide, Prießnitztal (ein Kerbsohlental) bis zu 40 m tief und bewaldet (Oberhänge meist mit Kiefern und gelegentlich auch Buchen, Talgrund meist mit Fichten), Bachbett im Sommer bei geringer Wasserführung mit ausgedehnten hellen Sandbänken, bei Hochwasser häufige Unterspülungen und Abbrüche im lockeren sandigen Boden (vom Hochwasser zerstörte alte Uferbefestigungen entlang des Flusses)

Schwarzes Bildwasser (Nebenbach der Prießnitz) nach einem in früherer Zeit hier im Langebrücker Revier aufgestellten Heiligenbild benannt, Küchenbrücke über die Prießnitz (eine der schönen alten Steinbrücken der Dresdner Heide), Granitsäule "Meschwitz' Ruhe" (1,50 m hoch) erinnert an den Forstmeister Friedrich Wilhelm Meschwitz (leitete den Ausbau des Sandschluchtweges 1876-1879)

Albertpark
Naherholungsgebiet mit schönem Laubwald im Südwesten der Dresdner Heide

ab 1476: Wasserversorgung Altendresdens (der späteren Neustadt) aus dem Eisenbornbach mit Holzröhren (1568 wird eine solche Versorgung des Jägerhofes erwähnt), 1575: erste Erwähnung des Fischhauses als Fischlieferant des Dresdner Hofes (mit aus dem Eisenbornbach gespeisten großen Hälterteichen), später als Forsthaus mit Schankrecht geführt

um 1770: Bau des Moritzburg-Pillnitzer Weges (verbindet die kurfürstlichen Schlösser Moritzburg und Pillnitz) in der Dresdner Heide (ging aus einem schon 1572 bestehenden alten Fahrweg hervor, dessen Name "Mundstück" der volkstümlichen Interpretation eines alten Waldzeichens entsprang, Verlauf: Hellerau, Küchenbrücke über die Prießnitz, nahe der Gaststätte Fischhaus über den Eisenbornbach, am Wolfshügel über den Gutebornbach, Mordgrundbrücke über den Stechgrund, auf dem heute Schillerstraße genannten Fahrweg nach Loschwitz, dort Anschluss an die Pillnitzer Landstraße)

1898: Kauf des Geländes durch den Rat der Stadt Dresden als Schutzwald für das Quellgebiet des Flüsschens Saloppe (wichtig für die Trinkwasserversorgung der Neustadt), 1903: Errichtung der König-Albert-Säule mit Bronzerelief des Königs Albert von Sachsen (reg. 1873-1902) am Fuße des 216 m hohen Wolfshügels

Gebiet Mordgrundbrücke
um 1420: Bau der Mordgrundbrücke im Stechgrund über das Mordgrundwasser für die Bautzner Straße (eine schon in früher Zeit nach Osten in die Lausitz und weiter nach Polen führende wichtige Handelsstraße), Begriffe wie Diebssteig und Mordgrundbrücke lassen auf eine wenig rühmliche Vergangenheit dieser im Süden der Dresdner Heide gelegenen dunklen Waldgegend schließen, 1901/1902: Errichtung der von Otto Petrenz geschaffenen überlebensgroßen Sandstein-Skulptur des Zentauren Chiron (Meister der Jagd und der Heilkunst in der griechischen Mythologie) an der Mordgrundbrücke

Todmühle und Tanzzipfelwiese
1366: Erwähnung des in der Radeberger Gegend gepflegten Volksbrauches des Todaustreibens (Winteraustreibens) in einer Schrift der Prager Synode (Verbrennen einer als Symbol des Todes vorgerichteten Strohpuppe auf den Todwiesen am dritten Sonntag vor Ostern; 1745 von der Kirche und der Radeberger Stadtverwaltung verboten), war namensgebend u.a. für "Todbrücke", "Todmühle" und "Todberg" (bei Ullersdorf gelegen)

1568: erste Erwähnung der Todbrücke über die Prießnitz (am Eintritt des Flusses zwischen Bühlau und Ullersdorf in die Dresdner Heide gelegen), nach dieser Brücke wurde die Todmühle (Totenmühle, Ullersdorfer Mühle, eine ehemalige Sägemühle) benannt, später entstand nahebei eine beliebte Gaststätte diesen Namens und im 20. Jahrhundert eine kleine Siedlung im Umfeld

1605: Erwähnung der Ullersdorfer Hofewiese als Gras­ und Heuwiese des Ullersdorfer Försters, reichte einst mit drei "Zipfeln" in den Heidewald hinein (Grüne Zipfelwiese, Döhnertszipfelwiese und Tanzzipfelwiese, letztere wahrscheinlich von der früheren Bezeichnung Tannenzipfel oder vom Namen der 1560 erwähnten Quelle Tanzborn abgeleitet, der Legende nach versprach August der Starke bei einer Hofjagd in der Heide demjenigen die Wiese zum Eigentum, der sie ohne Unterbrechung umtanzen könne, was einem Jägerburschen gelungen sein soll)

Waldgebiet Junge Heide
Heidesandterrasse zwischen der Hochfläche im Dresdner Norden und dem Elbtal, ca. 5 km nördlich der Dresdner Neustadt gelegen, lichter Kiefernwald auf magerem, trockenem Boden

bronzezeitliche Gräber und Funde aus der Lausitzischen Kultur (ca. 13. Jahrhundert v.Chr.) verweisen auf eine frühe Besiedlung des Heidegebietes, war dann ein herrschaftliches Jagdgebiet (1612 der letzte Bär erlegt und 1613 der letzte Wolf gefangen) und Vieh-Waldweide der Trachauer Bauern (die Wilder-Mann-Straße in Trachau war einst der "Triebe" genannte Viehweg in den Heidewald), 1560: Aufkommen des Namens "Junge Heide"

1625: Abtretung des Grundstückes "Weinbergstede" (4,2 ha groß, von Bruchsteinmauern umschlossen) durch Kurfürst Johann Georg I. an den Landmesser Balthasar Zimmermann (Anfang des 18. Jahrhunderts wird hier ein Wohnhaus mit Weinpresse und ein Lustgarten erwähnt, bald darauf in das Schlösschen "Waldhof" umgebaut, Skulpturen an der Lindeneinfahrt vom Dresdner Bildhauer Peter Henseler (Eigentümer des Grundstückes ab 1893), ab 1922 im Besitz der Frau des Dichters Carl Sternheim, ab 1924 Erholungsstätte für tuberkulöse Kinder der Sächsischen Landesversicherungsanstalt, nach 1945 Kinderwohnheim, ab 1967 Rehabilitationsstätte)

um 1660: urkundliche Ersterwähnung des später "Lindenhof" genannten Weingutes mit Wohn-, Winzer- und Wirtschaftsgebäuden (ab 1912 ein Genesungsheim für lungenkranke Frauen und Kinder, mehrere der Gebäude bei den Bombenangriff 1945 zerstört), um 1660: Bau des Anwesens von Oberforstmeister Siegmund Adolph von Ziegesar (wurde nach einer schon 1565 erwähnten Wiese Haus "Baumwiese" genannt, ab 1679 mit Schankrecht für Wein und Bier, heutiges Aussehen der Ausflugsgaststätte mit Hotelbetrieb seit etwa 1800)

ab 1827: Abtrennung von der Dresdner Heide durch Abholzung des Hellers und den Bau der Militärkasernen in der Albertstadt (um 1870/80), weitere Verkleinerung durch die Ausbreitung der Siedlungen Trachau und Trachenberge, bis 1885: Weinbau im Norden der Jungen Heide (einige schöne Winzeranwesen blieben erhalten, Weinberghaus Weinbergstraße 7 von 1670 als Baudenkmal geschützt), ab 1925: Entwicklung zu einem beliebten Dresdner Naherholungsgebiet, Bau mehrerer Ausflugsgaststätten und Wochenendhäuser, 1949: Eingemeindung in das Dresdner Stadtgebiet

Städtischer Heidefriedhof
Lage: in der Jungen Heide an der Moritzburger Landstraße
Bauzeit: 1929/30 (nach der Eingemeindung des ehemaligen Waldfriedhofes im Jahr 1927 nach Dresden)
Merkmale: mehr als 70 ha groß, in mehrere Abteilungen mit jeweils ähnlich gestalteten Grabstätten gegliedert, großes Gemeinschaftsgrab von mehreren Tausend Opfern der englisch-amerikanischen Bombenangriffe am 13./14. Februar 1945 mit schlichtem Mahnmal, Rondell (1965) mit Opferschale und 14 Sandsteinquadern für die Opfer des Nationalsozialismus (führt die Namen von Konzentrationslagern und im Krieg zerstörten Städten auf)

Naturdenkmal Oltersteine
Lage: im Osten der Jungen Heide, nahe des ehemaligen Gasthauses "Letzter Heller"
Merkmale: zwei Braunkohlequarzite (Knollensteine), ca. 1,50 m hoch, ca. 3 m lang, stehen seit 1937 unter Naturschutz, waren in der Eiszeit (während der Elsterkaltzeit) von den Gletschern als Geschiebe aus der Niederlausitz, wo es große Braunkohlevorkommen aus dem Tertiär gibt, an diesen Ort transportiert worden, in der Weichselkaltzeit vom Wind glatt geschliffen, wegen der Vertiefungen im Gestein entstand die Legende von einer heidnischen Opferstätte an diesem Ort (der Name "Olter" könnte "Altar" bedeuten)


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