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Ortschaft Schönfeld-Weißig: Geologie, Natur, Landwirtschaft

Zur Geologie und Naturausstattung des Schönfeld-Weißiger Gebietes
Die flachwellige Schönfelder Hochfläche, die im Südwesten steil zum Elbtal abfällt, zeichnet sich im südlichen Teil durch sehr fruchtbare, seit Jahrhunderten landwirtschaftlich (Weizen, Hackfrüchte) genutzte Braunerdeböden (Parabraunerden) aus. Diese bildeten sich auf einer Schicht aus Lößlehm und Geschiebelehm. Darunter steht Granodioritgrus und schließlich der Granodiorit der Lausitzer Platte an. In den Senken und Bachtälern dieses landschaftlich sehr vielfältigen Gebietes sind stellenweise durch Staunässe bzw. Grundwasser vergleyte Böden zu finden. So treten entlang der Prießnitz (z.B. auf den Hainwiesen bei Weißig) Aulehm und Grundwassergleye auf, die nur eine Grünlandnutzung zuließen, bis sie dann in den 1970er Jahren größtenteils entwässert wurden.

In der überwiegend landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzten, mit Feldgehölzen durchsetzten Landschaft der Schönfelder Hochfläche und des Gebietes um Söbrigen sind an Vogelarten unter anderem Mäusebussarde, Turmfalken, Waldohreulen, Nebelkrähen, Elstern, Stare, Schafstelzen, Feldlerchen, Grauammern, Goldammern, Dorngrasmücken, Getreiderohrsänger und Wildgänse zu beobachten. In den Obstbäumen nisten Feldsperlinge und Gartenammern. Die einst häufigen Rebhühner, Fasane, Kiebitze, Ringeltauben und Wachteln sind (ebenso wie Hasen und Hamster) infolge der Intensivierung der Landwirtschaft - wie überall in Sachsen - selten geworden oder ganz verschwunden. Unter den in dieser Gegend vorkommenden Schmetterlingsarten sind der Totenkopf und der Walker bemerkenswert.

Die Bäche fließen von der Schönfelder Hochfläche streckenweise durch tiefe, feuchtkühle Täler (Wachwitzgrund, Helfenberger Grund, Keppgrund, Vogelgrund, Friedrichsgrund, Tiefer Grund) in das Elbtal ab.

Im Westen der Hochfläche, im Gebiet um Pappritz, welches zwischen den stellenweise mehr als 100 m tief eingeschnittenen Tälern Helfenberger Grund und Wachwitzgrund gelegen ist, gingen die eiszeitlichen Deckschichten in weiten Teilen durch Abtragung verloren. Über dem Granodiorit verblieb hier nur eine geringmächtige, nur bedingt landwirtschaftlich nutzbare Grusdecke.

Im Osten der Hochfläche, bei Zaschendorf, überschichtet ein sandig-lehmiger und steiniger Boden die Granodioritblöcke und dünnen Grusdecken. Am Rande der Felder sind Lesesteine zu Wällen aufgehäuft.

Der östlich der Verbindungsstraße Schönfeld-Malschendorf gelegene, teilweise mit Kiefern und Birken bewachsene Schirrberg (324 m) besteht aus eiszeitlichen Schmelzwasserschottern, die sich hier beim zweiten Vorstoß des Inlandeises in der Elsterkaltzeit anhäuften. Dazu gehören sich abwechselnde Schichten aus Grob- und Feinsanden und groben Kiesen. Die eingestreuten großen Geschiebe (Grauwacken und granodioritische Gesteine) stammen aus der Lausitz sowie aus noch weit nördlicheren Gebieten (u.a. Schwedischer Granit, Dalarne-Quarzit, Ostsee-Quarzporphyr, Scolithussandstein und Feuerstein).

Im Norden des Schönfeld-Weißiger Gebietes reicht die Hügelkette der Weißiger Berge vom Hutberg (311 m ü. NN) im Westen (bei Weißig) über den Lindenberg und den Hermsberg (329 m ü. NN) bis zum Napoleonstein (342 m ü. NN) im Osten.

Der Hutberg - bzw. ein Kreuz auf seiner Kuppe - wird erstmals um 1590 erwähnt. Er bietet eine schöne Aussicht nach Westen über das Tal der Prießnitz zur Dresdner Heide und nach Süden über das Elbtal hinweg. Im Norden beschränken Granodioritkuppen der Lausitzer Platte wie der Hempelsberg (285 m ü. NN) die Sicht.

Der Hutberg besteht, wie in einem ehemaligen Steinbruch am Westhang zu sehen ist, aus Porphyrit, einem vulkanischen Ergussgestein. Stellenweise treten Pyrit, Quarz, Kalzit, Chalzedon, Prehnit, Orthoklas und Eisenglanz auf. Unter der Porphyritdecke ist Material aus der geologischen Zeit des Rotliegenden zu finden, darunter treten kreidezeitliche Sandsteine, Konglomerate, Arkosen (feldspathaltige Sandsteine), Tuffe und Bitumen-imprägnierter schwarzer Schieferton (Brandschiefer) auf. In letzterem sind Fossilien von Schachtelhalmen, Farnen, Cordaiten und Coniferen sowie von Fischen und Krebstieren zu finden. Unter den genannten Schichten steht der Granodiorit der Lausitzer Platte an. Erkenntnisse über die geologische Beschaffenheit des Weißiger Gebietes gewann man vor allem bei der zwischen 1872 und 1874 hier vorgenommenen Suche nach Steinkohle.

Der früher Buschberg genannte Napoleonstein ist die höchste Erhebung der Weißiger Berge. Er ist geologisch ähnlich wie der Hutberg aus Porphyrit, Konglomeraten, Sandstein, Brandschiefer, Arkosen und Porphyrittuffen des Rotliegenden aufgebaut. Gesteinsaufschlüsse nahe des Gipfels zeigen z.T. stark verkieselte Porphyrittuffe. In einem kleinen Steinbruch am Südosthang wurde einst Glastuff gewonnen.

Im Umfeld der Weißiger Berge erbringen die aus der Verwitterung des Zweiglimmergranodiorits und des Rotliegenden hervorgegangenen Böden nur einen mäßigen Ertrag. Die Landwirtschaftsbetriebe bauen hier Getreide und Feldfutterarten an und nutzen die Flächen ansonsten für die Weide­ und Grasnutzung. Die bewaldeten Areale tragen einen Laubmischwald. Auf den Brachflächen und in den aufgelassenen Steinbrüchen wachsen unter anderem Milder und Scharfer Mauerpfeffer, Einjähriger Knäuel, Schuppenmiere, Zypressen-Wolfsmilch und Silberfingerkraut.


Zur Geologie und Naturausstattung des Rossendorf-Eschdorfer Gebietes
Zwischen Rossendorf (Schänkhübel) und Eschdorf erheben sich zahlreiche 50 bis 100 m breite Geländerücken und Wälle sowie 15 bis 20 m hohe Kuppen mit Durchmessern von 30 bis 70 m. Diese aus Sanden und Kiesen bestehenden Gebilde entstanden durch Schmelzwasserströme in der Eiszeit - beim zweiten Vorstoß der Inlandeismasse in der Elsterkaltzeit. Zu jener Zeit schob sich der Gletscherrand bis auf Höhe Rossendorf vor. Die Schmelzwasserströme flossen nach Südosten in Richtung der heutigen Wesenitz ab. Durch die seitdem stattgefundene Wind- und Wassererosion nahmen die Kuppen und Wälle schließlich ihre heutige Form an.

Die Grob- und Mittelsande können mehr als 50 m mächtige Schichten bilden. Mancherorts baut man sie in Sandgruben ab. Feinsand, Schluff und Ton wurden dagegen nach der Eiszeit weitgehend weggespült und treten dementsprechend selten auf.

In dem am Schänkhübel gelegenen, auch Nixenteich genannten Rossendorfer Teich entspringt die Prießnitz, die durch die Dresdner Heide zur Elbe fließt. Legenden berichten von Nixen, die im Teich lebten, und einer einst auf der Nixeninsel stehenden Kapelle.

Der Rossendorfer Teich dient der Karpfenfischerei. In der Zeit der DDR nutzte man ihn auch für die Entenaufzucht. Die Kücken kamen aus der bei Moritzburg gelegenen Bärnsdorfer Brüterei. Die Entenhaltung verursachte eine enorme Wasserverschmutzung und beeinträchtigte den als Vogelbrutgebiet wichtigen Schilfgürtel, in dem z.B. Zwergtaucher, Bleßrallen und Teichrallen lebten.

An den Rossendorfer Teich schließen sich unterhalb des hohen Dammes mehrere kleine, vor allem als Fischhälter genutzte Teiche an.

Das Waldgebiet Harthe erstreckt sich zwischen der Großerkmannsdorfer Flur im Norden, dem Rossendorfer Schänkhübel im Westen und den Harth-Teichen im Süden. Der nördlich der Bautzner Landstraße gelegene Teil wird gelegentlich auch Große Harthe genannt. Im Osten schließt sich, jenseits der Grenze der Ortschaft Schönfeld-Weißig (und somit der Dresdner Stadtgrenze), der ausgedehnte Carswald an.

Der Süden des Waldes, das Quellgebiet des Kalten Baches, der wie das Rossendorfer Wasser zur Wesenitz entwässert, zeichnet sich durch Staunässe aus. Hier sind zwischen hohen einzeitlichen Hügeln die Harth-Teiche gelegen. Der Große Harth-Teich dient seit 1973 als Freibad.

Ansonsten herrscht in der Harthe trockener, sandiger Boden vor, auf dem Kiefernforste mit eingestreuten Birken- und Lärchenbeständen wachsen. Auf einigen Standorten mit frischeren Böden konnten sich Reste des ursprünglichen Stieleichen-Birken-Laubmischwaldes halten. In geringer Anzahl treten auch Winterlinden, Bergahorne, Roteichen, Rotbuchen, Weymouthskiefern und Fichten sowie in staunassen Senken Erlen auf. In der Strauchschicht herrschen Faulbaum und Eberesche vor, in der Krautschicht treten Drahtschmiele, Feld-Hainsimse, Wiesen-Wachtelweizen und Pillensegge sowie an frischeren bis feuchten Standorten Sumpfgarbe, Pfeifengras und Färberscharte auf, gelegentlich auch die seltene mitteleuropäische Buschnelke. Auf staunassem Boden und in den Ufer- und Verlandungszonen der Gewässer gedeihen u.a. Sumpfhaarstrang, Sumpf-Reitgras, Gelbe Schwertlilie, Bittersüßer Nachtschatten, Kappen-Helmkraut, Schlangenwurz und Straußfelberich.

Der Boden der Eschdorfer Flur (Parabraunerde, Fahlerde, Pseudogley und Gley) ging aus Verwitterungsmaterial des Zweiglimmergranodiorits der Lausitzer Platte, eiszeitlichen Sanden (Schmelzwasserablagerungen) und Lößlehm hervor. Pseudogley und Gley entstanden bei hoher Grundfeuchte wie beispielsweise im Muldental des Rossendorfer Wassers, in dem einst auch Sumpfwiesen auftraten. Zwischen 1971 und 1973 legte die Landwirtschaft diese Gebiete im Rahmen einer großen Entwässerungs- (Meliorations-) -kampagne größtenteils trocken.

Auch die Schullwitzer Flur ist durch eiszeitliche Sande aus der Elsterkaltzeit geprägt. Im Norden, nahe der Alten Hornstraße, tritt das nördlich der Lausitzer Störung einzige Vorkommen von Ablagerungen aus dem Cenoman, einem Zeitabschnitt der Oberkreide, auf. Dazu gehören feinkörniger Sandstein und konglomeratische Gesteine mit hohem Brauneisengehalt.

Der im Südwesten der Eschdorfer Flur gelegene doppelgipflige Triebenberg (383 m ü. NN) bietet dem Wanderer einen herrlichen Ausblick. Er ist geologisch wie der Borsberg aus dem Zweiglimmergranodiorit der Lausitzer Platte aufgebaut. An der Oberfläche ist der Granodiorit in Form von Lesesteinen zu finden.


Die Landwirtschaft in Schönfeld-Weißig ab 1945
Das mehr als 160 ha umfassende Land des Schönfelder Gutes wurde im Zuge der Bodenreform ("Junkerland in Bauernhand") nach 1945 an landarme Bauern und Neubauern ausgegeben. Diese schlossen sich im Jahr 1952 zu einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) zusammen. Das Eichbuscher Vorwerksgebäude diente nun als Schweinemastanlage. An der Straßenkreuzung nahe des Schönfelder Friedhofes betrieb die Genossenschaft einen Reparatur- und Maschinenstützpunkt sowie eine Tankstelle. Am ehemaligen Gutspark baute sie große Ställe für die Schweinehaltung mit hohen Aluminium-Futtersilos.

Beginnend im Jahr 1969 schlossen sich die Genossenschaften von Schönfeld, Reitzendorf, Zaschendorf (im Jahr 1971) und Borsberg mit der Weißiger Genossenschaft zusammen, die nun über 1.375 ha Nutzfläche verfügte. Die Weißiger Landwirte hatten ihre Genossenschaft im Jahr 1953 gegründet und im Jahr 1958 die Schullwitzer Landwirte einbezogen.

In Weißig, Schönfeld, Reitzendorf und Borsberg betrieb die Weißiger Genossenschaft nun vor allem Milchproduktion, in Weißig und Schönfeld auch Mastrinderhaltung und Schweinezucht. Das etwa 360 ha große Grünland zwischen Borsberg und Zaschendorf nutzte sie für die Jungrinderaufzucht. Im Jahr 1973 trat sie in Kooperation mit den Genossenschaften von Bühlau und Eschdorf ein.

Das Land des Rockauer Vorwerks wurde nach 1945 im Zuge der Bodenreform an 20 Neubauern, sieben landarme Bauern und 60 Kleinstsiedler ausgeteilt. In den 1950er Jahren gründeten diese zusammen mit den Helfenberger Neubauern eine Genossenschaft. In den alten Wirtschaftsgebäuden des Rittergutes Helfenberg richtete diese eine Reparaturwerkstatt für Landmaschinen sowie Lagerräume ein.

Die 110 ha große Gönnsdorfer Gutsfläche und die Wirtschaftsgebäude des Gutes verteilte man nach 1945 an sechs Neubauern und drei landarme Altbauern, das Cunnersdorfer Land an zwei Neubauern und sechs landarme Bauern. Die Gönnsdorfer Neubauern schufen sich mehrere neue Gehöfte am Gut.

Im Jahr 1960 gründeten sich die Gönnsdorfer, Cunnersdorfer und Pappritzer Genossenschaften. Diese schlossen sich im Jahr 1971 zusammen mit der Rockauer an die Bühlauer Genossenschaft an.

Das zum Rittergut Rossendorf gehörende Rossendorfer und Eschdorfer Land ging bei der Bodenreform im Jahr 1945 zum größeren Teil als Beigut an das im Jahr 1949 gegründete Dittersbacher Volksgut und zum kleineren Teil an zehn Neubauern, fünf landarme Bauern und sechs Siedler über. Einige der Eschdorfer Neubauern errichteten sich neue Wohnstallhäuser. Die Eschdorfer Landwirte schlossen sich im Jahr 1953 zu einer Genossenschaft zusammen. Diese bewirtschaftete später eine aus 58 bäuerlichen Einzelwirtschaften hervorgegangene landwirtschaftliche Nutzfläche von 522 ha und betrieb unter anderem Milchproduktion und Bullenmast.


Flurberäumungen ab 1967
Nach ihrer Gründung unternahmen die landwirtschaftlichen Genossenschaften des Gebietes Schönfeld-Weißig ab 1967 umfassende Flurberäumungen auf den ehemaligen Hufen und Gutsblöcken, um die Großfelderwirtschaft mit Großtechnik betreiben zu können. Die bis in die Mitte der 1970er Jahre fortgesetzte "Ausräumung der Landschaft" - die Beseitigung von Wegen, Feldrainen, Bachläufen und Gehölzen sowie die Melioration (Entwässerung) v.a. im Umfeld von Eschdorf und Weißig (allein bei Weißig 200 ha stauvergleyte Hainwiesen) - hinterließ eine eintönige, an Tier- und Pflanzenarten sehr verarmte Agrarlandschaft. Die zusammenhängenden Schlagkomplexe waren jetzt im Durchschnitt mehr als 50 ha groß. Früher häufige Tierarten wie Feldhasen, Hamster, Rebhühner, Fasane, Wachteln, Kiebitze und Ringeltauben fanden nun keine Lebensräume (Niedergehölze) mehr und verschwanden nahezu vollständig.

In dem jetzt offenen Agrarland, besonders auf leichten sandigen Böden, wurde die Winderosion zum Problem. Die großen Nährstoffverluste durch Feinerdeverwehung glich man durch einen massiven Kunstdüngereinsatz aus, der nicht nur hohe Kosten, sondern auch Probleme mit der Grundwasser- und Fließwasserqualität auslöste.

Leider unternahmen die nach der politischen Wende von 1990 neu gegründeten Agrargenossenschaften und landwirtschaftlichen Güter bislang nur wenige Anstrengungen zur Aufforstung von Windschutzstreifen und anderen Gehölzbeständen. Dies ist aber dringend notwendig, um die Winderosion zu bremsen, die Wiederansiedlung von Tier- und Pflanzenarten zu fördern und einen gewissen ästhetischen und Erholungswert der Landschaft wiederherzustellen. Statt dessen betrieb man, wie überall in Sachsen, auch im Raum Dresden weitere unsinnige Flurberäumungen im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Dabei wurden weitere natürliche Gehölze, Bachläufe und Weiher zerstört und gebietsweise sogar die ökologisch äußerst wertvollen Waldsaumgesellschaften (gebüschreiche Waldränder) beschnitten, damit die Landmaschinen den Boden bis unmittelbar an die Baumstämme des Waldes heran bearbeiten können.



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