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   Festung Königstein
- Sächsische Landesfestung im Elbsandsteingebirge -

Festung Königstein im Elbsandsteingebirge
Lage: in der Vorderen Sächsischen Schweiz hoch über dem Elbstrom auf einem Tafelberg (361 m ü.d.M.) nahe dem Ort Königstein, etwa 15 km von der Stadt Pirna und etwa 30 km von Dresden entfernt
Nutzung: einst Sächsische Landesfestung, Zufluchtsstätte der sächsischen Kurfürsten und Könige und Aufbewahrungsort der Dresdner Kunstschätze in Kriegszeiten (Siebenjähriger Krieg, Zweiter Weltkrieg), sächsisches Staatsgefängnis, heute eines der bedeutendsten wehrgeschichtlichen Freilichtmuseen Europas und ein beliebtes Ausflugsziel
Merkmale: eine der gewaltigsten Festungen Deutschlands, niemals erobert oder zerstört, ca. 9,5 ha groß, 550 m lang, bis zu 310 m breit, 36 bis 42 m hohe Mauern, 1,7 km langer Spaziergang entlang der Ringmauer (von der Mauerkrone ergibt sich eine einmalige Aussicht auf den 240 m tiefer fließenden Elbstrom, das Elbtal mit seinen einzigartigen Felsgebilden und in die benachbarten Mittelgebirge)
Bauwerke: mehr als 30, u.a. Friedrichsburg (1589 als Christiansburg errichtet, 1731 umgebaut), Altes Zeughaus (1594 anstelle des alten Burgtores gebaut, bedeutender Renaissancebau, mit Rustikaportalen verzierte Giebel, große Halle mit Kreuzgratgewölbe, drei mächtige toskanische Säulen im Erdgeschoss), Neues Zeughaus (1631, mit dem Johannissaal/Heldensaal, Ausstellungen des Militärhistorischen Museums Dresden), Kommandantenhaus (u.a. Wohnung des Kommandanten Theobald von Oer im Zustand von 1900), Schatzhaus (1855), Tiefbrunnen (1563-1569, 3,50 m Durchmesser, 152,50 m tief, einer der berühmtesten Tiefbrunnen Europas, im Jahr 1712 vom russischen Zaren Peter I. eigenhändig ausgemessen), Brunnenhaus (1715, 1736 umgebaut, schön gegliederte Fassade mit kunstvollem barocken und klassizistischen Schmuck, gegen Kanonenbeschuss gesicherter Brunnenraum mit 4 Meter starkem Tonnengewölbe, 10 m Spannweite über dem Brunnen), Magdalenenburg (1622, hier lagerten als "Königsteinische Curiosität" vom 17. bis zum 19. Jahrhundert riesige Weinfässer, darunter das Riesenfass von 1725 mit 2.380 hl Inhalt, 1818 wegen Baufälligkeit abgebrochen), Alte Kaserne (Gardehaus, 1589, älteste noch erhaltene Kaserne Deutschlands, 113 m lang), Garnisonskirche (ältestes erhaltenes Bauwerk des Königsteins, 1596 aus einer um 1200 errichteten Kapelle errichtet, 1676 umgebaut), Georgenburg (zwischen 1359 und 1619 aus der spätgotischen "Kayserburg" umgebaut, u.a. Gefängniszelle im Zustand des 18. Jahrhunderts zu besichtigen), alte Tiefkeller und unterirdische Kasematten, Haupteingang der Festung mit einem Sperrwerk vor dem Torhaus (in spitzen Winkeln vorspringendes Außenmauerwerk mit Zugbrücke)

Bilder: Festung Königstein, Blick von der Festung auf die etwa 250 m tiefer fließende Elbe, Aufgang zur Festung mit Hornravelin (unten links) und Grabenschere; oben von links nach rechts: Georgenburg, Streichwehr und Torhaus; vor der Georgenburg die Georgenbastion mit dem kursächsisch-polnischen Wappen auf der Bastionsecke

Alte Kaserne, Magdalenenburg und Garnisonskirche
Bild: Alte Kaserne, Magdalenenburg und Garnisonskirche
Altes Zeughaus
Neues Brunnenhaus
Bilder: Altes Zeughaus und Neues Brunnenhaus
Aus der Geschichte
um 1200: Bau einer böhmischen Grenzfeste und Elbwacht auf dem Tafelberg, Bau einer romanischen Kapelle am Ort der späteren Garnisonskirche, 1241: Ratifizierung einer Grenzurkunde (zum Grenzverlauf zwischen dem Königreich Böhmen und der Mark Meißen) durch König Wenzel I. von Böhmen auf einer castrum in lapide regis genannten Burg (der Name "Königstein" blieb dann für diesen Ort erhalten), Mitte des 14. Jahrhunderts: Besuch Kaiser Karls IV., Bau der Kaiserburg (am Ort der späteren Georgenburg), ab 1408: Kampf der Markgrafen von Meißen um das Gebiet der Vorderen Sächsischen Schweiz, Eroberung der Burg durch markgräfliche Truppen unter Wilhelm I., 1429, 1430 und 1432: erfolglose Angriffe der Hussiten auf die Burganlage, um 1445: Erwähnung eines Brauhauses auf dem Königstein (am Ort der späteren Magdalenenburg), 1459: Vertrag von Eger, endgültiger Übergang des Gebietes in wettinischen Besitz, ein Burgvogt verwaltete nun den Burgbezirk und die dazugehörigen 16 Dörfer, um 1515: Gründung des Chölestiner-Klosters "Lob der Wunder Mariae" auf dem westlichen Festungsplateau, um 1538: Auflösung des Klosters im Zuge der Reformation

1539-1541: stärkere Befestigung auf Weisung von Herzog Heinrich dem Frommen, 1553-1611: Festungsbau unter den Kurfürsten August, Christian I. und Christian II. von Sachsen durch bedeutende Festungsbaumeister (z.B. Petro Ferraboscho und Rochus Guerini Graf zu Lynar), 1563-1569: Bau des Tiefbrunnens durch Freiberger und Marienberger Bergleute unter Leitung von Bergbaumeister Martin Planer (Wasserförderung zunächst mit einem Pferdegöpel-Hebewerk in einem schlichten hölzernen Brunnenhaus), 1588-1594: Festungsbauten unter Leitung von Paul Buchner und Hans Irmisch, 1589: Vollendung der Christiansburg (nach Kurfürst Christian I. benannt; Geschützstände im Erd- und Kellergeschoss, Räumlichkeiten für höfische Vergnügungen im Obergeschoss), um 1590: Bau des Torhauses an der Westseite der Festung (über einer verbreiterten Felsschlucht), Verschluss aller anderen Zugänge zum Felsplateau (v.a. des alten Südzuganges), Umbau des Berghauses in das Kommandantenhaus, Bau eines Vorbaus mit Kasematten (um 1730 wieder abgerissen) vor dem Torhaus, 1590: Fertigstellung der Alten Kaserne, um 1594: Bau des Alten Zeughauses durch Paul Buchner, Bau der geschlossenen Brustwehr der Festung mit den dazugehörigen Wachtürmen und zwei Pulvertürmen (blieben nicht erhalten)

1611-1680: weitere Bauarbeiten unter der Leitung von Paul Buchner d.J., Simon Hoffmann, Ezechiel Eckhard und Wolf Caspar von Klengel, nun auch verstärkt an Bauwerken für die kurfürstliche Repräsentation, bis 1619: Bau eines Renaissance-Jagdschlosses am Ort der alten Kaiserburg (später nach dem Bauherrn Johann Georg I. Georgenburg genannt), 1621/22: Umbau des Provianthauses in ein Renaissance-Schlösschen (nach der Gemahlin von Kurfürst Johann Georg II. Magdalenenburg genannt), nach 1631: Errichtung weiterer Repräsentationsbauten (u.a. Johannissaal/Heldensaal im Neuen Zeughaus), 1639 (Dreißigjähriger Krieg): Plünderung der Stadt Königstein durch schwedische Truppen (die Festung wurde nicht angegriffen), 17. und 18. Jahrhundert: Prunkfeste im Johannissaal und in der Christiansburg (später Friedrichsburg) unter Teilnahme von Monarchen und Fürsten aus ganz Europa (der berühmte Kapellmeister der Dresdner Hofkapelle Heinrich Schütz musizierte im Johannissaal), 1676: Einweihung der Sankt-Georgs-Kapelle (erste Garnisonskirche Sachsens), 1669-1679: Bau der Georgenbastion vor der Georgenburg durch Wolf Caspar von Klengel

1694-1763 (Augusteische Zeit, Regierungszeit von August dem Starken und Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen): Bauarbeiten unter der Leitung bedeutender Barock-Baumeister wie Matthäus Daniel Pöppelmann, Jean de Bodt und Johann Georg Maximilian von Fürstenhoff (Verstärkung der Festungsanlage, Gestaltung von Repräsentationsbauten für höfische Feste, neues Brunnenhaus nach Plänen Pöppelmanns), 1722-1725: Bau des spektakulären Königsteiner Riesenfasses (2.380 hl, mit reichen Schnitzereien geschmückt, Tanzpodium für 60 Personen in elf Meter Höhe) nach Plänen von Matthäus Daniel Pöppelmann im Keller der Magdalenenburg, 1730-1735: Neubau des Festungsaufganges mit einem äußeren Hornravelin und einer inneren Grabenschere mit Kasematten durch Johann Georg Maximilian von Fürstenhoff, Umbau der Christiansburg in einen barocken Lustpavillon mit doppelläufiger Freitreppe, nun Friedrichsburg genannt (nach Friedrich Wilhelm I. von Preußen, der 1728 auf dem Königstein zu Besuch war), ab 1735: Umbau von Pöppelmanns Brunnenhaus in das Neue Brunnenhaus durch Jean de Bodt

1756 (Beginn des Siebenjährigen Krieges): Festung in den Kriegszustand versetzt, Einzug der königlichen Familie und eines Teils des Hofstaates, Kapitulation von 20.000 sächsischen Soldaten auf der nahegelegenen Liliensteiner Ebene, die Landesfestung spielte keine bedeutende Rolle in jenem Krieg, 1766-1832: Bau einer natürlich belüfteten und beheizbaren beschusssicheren Kasemattenanlage, 1813 (Ende des Napoleonischen Krieges, Sachsen war ein Verbündeter Napoleon Bonapartes): Heerlager der französischen Armee am Lilienstein, Verstärkung der Besatzung mit 500 französischen Soldaten auf mehr als 1000 Mann, Schutz der Elbüberquerung der französischen Truppen, ab 1855: Bau des gegen Beschuss gesicherten Schatzhauses für die Verwahrung des sächsischen Staatsschatzes in Krisenzeiten, 1866 (Preußisch-Österreichischer Krieg): Sperrung der Elbe und der Böhmischen Eisenbahn durch die Festung, ab 1870 (Deutsch-Französischer Krieg): Nutzung als Kriegsgefangenenlager, 1871: Inbetriebnahme einer Dampfmaschine im Brunnenhaus, 1873-1895: Bau neuer Geschützstellungen und eines Lazarettgebäudes, ab 1880: Ersatz der Kasernen, Pulvermagazine und Pulvertürme durch beschussfeste unterirdische Anlagen mit Batterien und Munitionsladesystemen, bis Anfang des 20. Jahrhunderts: selbstständiger militärischer Gutsbezirk mit eigenen Justizorganen, einer eigenen Kirche und einem eigenen Standesamt, 1904: Ende der militärischen Nutzung, Erster und Zweiter Weltkrieg: Nutzung als Kriegsgefangenenlager und Auslagerungsort von Dresdner Kunstschätzen, Zeit der DDR: Umgestaltung in eines der größten militärischen Museen Deutschlands und in ein beliebtes Ausflugsziel für die Dresdner und ihre Gäste


Information
Festung Königstein gGmbH, 01824 Königstein, Tel. (035021) 64607, Fax. -64609

www.festung-koenigstein.de

www.festung.com - Erlebnisrestaurant "In den Kasematten" - Erleben Sie eine kulinarische Zeitreise im unterirdischen Felslabyrinth der Festung Königstein.

Öffnungszeiten: Apr-Sep 9-20 Uhr, Okt 9-18 Uhr, Nov-März 9-17 Uhr

Einlass endet 1 Stunde vor Schließung
Personenaufzug vorhanden (42 m Höhenunterschied in 80 Sekunden)
Führungen Apr-Okt mehrmals täglich

Gastronomie und Imbiss während der Öffnungszeiten vorhanden

Anreise:

Festung Königstein - Wegeplan PKW - A17 / Abfahrt Pirna, B172 (ab Parkplatz zu Fuß oder mit Bus)
S-Bahn - Dresden-Schöna
Bus - Linie 241 Pirna-Königstein
Schiff - Dresden-Königstein-Schmilka
Fußweg von Stadt Königstein: ca. 25 min (recht steil, Wanderzeichen: blauer Strich)

Festung Königstein - Plan
Lageplan der Sehenswürdigkeiten der Festung Königstein
Kk I ... Kk IV - Kriegskaserne I bis IV
HeE - Hempels Ecke
A - Aufzug
- Bäckereikasematte
GaSt - Gaststätte
AZ - Altes Zeughaus
BuE - ehem. Burgeingang
ZoE - Zobels Ecke
FLa - Friedenslazarett
Schu - Schuppen
PeK - Pestkasematte
KPM - Kriegspulvermagazin
KöN - Königsnase
SchK - Schatzkasematte
BEP - Blitzeichenplateau
FrB - Friedrichsburg
GM - Geschossmagazin (ehem. Pulvermagazin II)
PZi - Parkzisterne
KLa - Kriegslazarett
KaB - Kaserne B
- Rösschen
RoBr - Rothe Brücke
NÄW - Niedere äußere Werke
Flesche - Pfeilschanze
HR - Hornravelin
GSch - Grabenschere
To - Torhaus
Ko - Kommandantenhaus
SW - Streichwehr
Gb - Georgenburg
Gba - Georgenbastion
NZ - Neues Zeughaus
Br - Brunnenhaus
Mb - Magdalenenburg
Gk - Garnisonskirche
AKa - Alte Kaserne
Sch - Schatzhaus
WSt - Werkstätten
MBa - ehem. Mannschaftsbaracke
Ba I ... Ba VIII - Batterie I bis VIII
Stu - Horn mit Seigerturm


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