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Lage, Merkmale: Etwa 40 km langes Tal des Flusses Müglitz südöstlich von Dresden, von bewaldeten Höhenzügen, schönen Ortschaften und romantischen Burgen gesäumt, König Johann von Sachsen (reg. 1854-1873) sprach vom "schönsten Tal Sachsens", der Fluss Müglitz (1532 als "Rothe Mogelitz" bezeichnet wegen des aus den Zinnwäschen bei Altenberg und Geising kommenden "Rotwassers") schürfte sich dieses Tal durch die Höhenzüge des Erzgebirgsvorlandes bis hin zur Mündung in die Elbe bei Heidenau, Müglitztalbahn (1890 als Schmalspurbahn in Betrieb gegangen, seit den 1930er Jahren eine Normalspurbahn) auf romantischer Strecke (ca. 49 km, 5 Tunnel, 75 Brücken) zwischen Heidenau und Altenberg
Sehenswürdigkeiten: Schloss Maxen (wurde 1819 zu einem bedeutenden Künstlertreff im Besitz von Johann Friedrich Anton Serre, zu Gast waren berühmte Musiker, Dichter, Bildhauer und Maler wie Robert Schumann, Carl Maria von Weber, Franz Liszt, Ludwig Tieck, Hans Christian Andersen, Ernst Rietschel und Ludwig Richter), Gebiet Maxen (Zeugnisse des Kalksteinabbaus - Maxener Marmor, z.B. die Maxener Kalkbrennöfen aus der Zeit des Barock, die "Finckenfanghöhe" erinnert an ein Gefecht zwischen preußischen und österreichischen Truppen im Jahr 1759), Schlottwitz (einst Goldwäsche in einem kleinen Nebenfluss, "Schlottwitz" ist aus dem slawischen Wort für "Golddorf" abgeleitet, ab 1750 Abbau von Achat und Amethyst, ab 1900 planmäßige industrielle Förderung), Liebstadt (im Seidewitztal, kleinste Stadt Sachsens, Stadtkirche aus der Zeit um 1500 mit altniederländischem Flügelaltar aus dem späten 15. Jahrhundert mit drei spätgotischen Altartafeln, einer Sandsteinkanzel von 1577 und zahlreiche Grabdenkmale aus dem 17./18. Jahrhundert), Schloss Kuckuckstein bei Liebstadt, Schloss Bärenstein, Deutsches Uhrenmuseum Glashütte, Burg Lauenstein
www.mueglitztal.de www.mueglitztal-flut.de
www.schloss-maxen.de www.heimatverein-cunnersdorf.de www.osterzgebirge.net |
Schloss Kuckuckstein
Lage: bei Liebstadt malerisch auf einem Gneisfelsen über dem Flusstal der Seidewitz
Bauzeit: um 930 (Bau einer Grenzfeste), um 1453 (spätgotischer Burgneubau), 1795-1802 (Umbau in ein Wohnschloss)
Merkmale: von der Schlosstreppe oder der Zufahrtsstraße am Schlosshang gelangt man über die Zugbrücke in den romantischen Kleinen Schlosshof mit dem Torhaus, dem Bergfried und einem Verbindungsbau, dann weiter durch einen schmalen Durchgang in den Großen Schlosshof mit dem Hauptgebäude (Tafelhaus), dem Wasserhaus und dem Küchengebäude mit Wehrgang, Schlossanlage mit vier Ebenen (Keller- und zweite Ebene teilweise in den Fels gehauen), 4. Ebene: Obergeschosse und im Burgfried der Rittersaal und die darüber gebaute Kapellstube, spätgotische Burganlage, Museum zur Regionalgeschichte (Wirken der Familie von Bünau und der Familie von Carlowitz), Freimaurerloge mit Ritualgegenständen, Carlowitz-Bibliothek (umfangreiche Sammlung freimaurerischer Literatur), Napoleonzimmer (informiert über den Aufenthalt Napoleons in Sachsen), Wappenzimmer (ehem. Jagdzimmer, u.a. wertvoller Kachelofen aus Meissener Porzellan®, schöner italienischer Renaissancetisch), Amtsstube (wertvoller Kachelofen, Waffen und Exponate zum Sächsischen Bauernaufstand)
www.schlosskuckuckstein.de www.schloss-kuckuckstein.de |
Aus der Geschichte von Schloss Kuckuckstein
um 930 (Zeit der deutschen Eroberung der sorbischen Siedlungsgebiete durch Heinrich I.): Gründung einer Grenzfeste, die Burg kontrollierte die wichtige Handelsstraße über das Osterzgebirge nach Böhmen, 1402: Zerstörung der Burg, danach Wiederaufbau, 1410: urkundliche Ersterwähnung anlässlich der Belehnung von Günther und Heinrich von Bünau durch Markgraf Friedrich IV. von Meißen (reg. 1381-1423, bis 1428 dann als Kurfürst Friedrich I. von Sachsen) im Ergebnis der Dohnaischen Fehde, in der die reichsfreien Dohnaer Burggrafen dem Meißner Markgrafen unterlagen und u.a. den Besitz Liebstadt verloren, um 1453: Burgneubau für die Grafen von Bünau im spätgotischen Stil (davon erhalten blieben u.a. der Bergfried, die Kapelle mit Vorhangbogenfenstern und die Zugbrücke), 1643 (im Dreißigjährigen Krieg): Erstürmung der Burg durch Kaiserlich-Hatzfeldsche Söldner, 1775: Wechsel in den Besitz von Kreiskommissar Hans Carl August von Carlowitz, 1795-1802: Umbau in ein Wohnschloss im romantischen Stil nach Plänen von Christian Friedrich Schuricht, von der Familie von Carlowitz nun "Schloss Kuckuckstein" genannt, Förderung des Künstlerkreises der Romantik durch die Familie von Carlowitz, 1800: das Schloss wurde Hauptsitz der sächsischen Freimaurerlogen (die Brüder Carlowitz waren überzeugte Freimaurer), Zeit der Napoleonischen Kriege: die Carlowitzer waren glühende Patrioten gegen Napoleon (Carl Adolph von Carlowitz war Generalmajor der russischen Armee und führte das sächsische Freiwilligenkontingent gegen die napoleonischen Truppen ins Feld), 1813: Quartier von Kaiser Napoleon I. auf Schloss Kuckuckstein, 1931: die Familie von Carlowitz verlor den Besitz, bei der Versteigerung ging viel vom historischen Inventar verloren, 1945: Neueinrichtung der Bibliothek mit Bücher aus aufgelösten Gutsbüchereien der Region, ab 1952: Verwaltung durch die Stadt Liebstadt, 1954: Einrichtung eines Museums (u.a. Zeugnisse der sächsischen Freimaurerei), 1985-1991: Nutzung des mit einem prächtigen offenen Sandsteinkamin ausgestatteten Rittersaales als Studio des DDR-Fernsehens (Sendung "Zauber auf Schloss Kuckuckstein"), ab 1991: umfassende Sanierung, ab 1994: Standesamt für das Gebiet Bad Gottleuba-Berggießhübel und Festraum für Feierlichkeiten |
Schloss Bärenstein
1241: erste kontinental-europäische Zinnfunde im Quellgebiet der Müglitz, 15. Jahrhundert: Bau der Burg Bernstein (der Reichtum der Grafen von Bernstein beruhte auf den Schürfrechten für Zinnerz), 1491: die wettinischen Landesherren konnten den Bernsteinern den Zinnbergbau abringen, 1495: Bau der spätgotischen Kirche, 1551: Gründung des Ortes Bärenstein (damals "Naustettlin Bernstein" genannt) durch Kurfürst Moritz von Sachsen (reg. 1547-1553), 1721: letzter Bär dieser Gegend im nahe gelegenen Ort Bärenhecke erlegt, 1738/39: Erneuerung der Stadtkirche (barocke Ausstattung), um 1800: Umbau der Burg in das Schloss Bärenstein (das gotische Spitzbogenportal und der Rundturm blieben von der Burg erhalten), Ende des 19. Jahrhunderts: Aufgabe des Zinnbergbaus in dieser Gegend mangels Rentabilität
www.baerenstein.de |
Stadt Glashütte (Deutsches Uhrenmuseum)
Name "Glashütte" erinnert an die Gewinnung von Glaskopferz in dieser Gegend (endete aber schon in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges), 1845: Gründung der weltberühmten Uhrenmanufaktur (erste Uhrenfabrik Deutschlands) durch Ferdinand Adolph Lange (Revolutionierung der Uhrenherstellung mit einem neuen Herstellungsverfahren: Vorfertigung der Uhrenteile in Heimarbeit, Endmontage in einer Fabrik), Entstehung weiterer Uhrenfabriken, Ansiedlung bekannter Uhrmacher aus ganz Deutschland, 1878: Eröffnung der Deutschen Uhrmacherschule, 1926: Brechen des Monopols der Schweizer Armbanduhren-Hersteller, Uhren aus Glashütte sind bis heute weltweit begehrte Museums- und Sammlerstücke, 1868: Langes Uhrenmanufaktur erhielt den Namen "A. Lange & Söhne", 1875: Tod des Gründers, Übernahme der Manufaktur durch die Söhne Richard und Emil Lange, 1919: Übergabe an die Söhne von Emil Lange, 1948: Verstaatlichung der Firma zum "VEB Mechanik A. Lange & Söhne" (VEB = Volkseigener Betrieb), 1951: Gründung der Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) (Zusammenfassung aller wichtigen Glashütter Uhrenhersteller mit bis zu 2.000 Mitarbeitern), 1984: Gründung des Glashütter Uhrenmuseums, 1990: Neugründung der Firma A. Lange & Söhne durch Walter Lange (ein Nachfahre von Ferdinand Adolph Lange), 2000: Übernahme durch die Schweizer Richemont-Gruppe, pro Jahr etwa 5.000 Luxusuhren überwiegend in Handarbeit gefertigt (überwiegend für den Export), Neugestaltung des Deutschen Uhrenmuseums Glashütte (ca. 1.000 qm Ausstellungsfläche, mehr als 400 wertvolle Exponate zur Geschichte der Glashütter Uhrenherstellung, z.T. multimedial ausgestattete Historienräume zur Geschichte von Glashütte, über berühmte Uhrmacher, Aufbau und Funktion von Uhren und die heutige Uhrenfertigung, Schauwerkstatt des Urmacherhandwerks, regelmäßige Sonderschauen und Events, Fachbibliothek und Archiv, eingerichtet durch die Stiftung "Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Nicolas G. Hayek" der Stadt Glashütte und der Uhrenmanufaktur Glashütte Original)
www.uhrenmuseum-glashuette.com www.uhrenstadt-glashuette.de www.glashuette-sachs.de
www.glashuette.com (Uhrenmanufaktur "NOMOS Glashütte")
www.glashuette.de (Uhrenmanufaktur "Glashütte original") |
 Bilder: Uhrenmuseum Glashütte, Treppenaufgang (Fotos: Gunther Ullrich, mit freundlicher Genehmigung des Deutschen Uhrenmuseums Glashütte)

Bilder: Ausstellungsraum, Astronomische Kunstuhr (1925) von Herrmann Goertz (Fotos: Gunther Ullrich, mit freundlicher Genehmigung des Deutschen Uhrenmuseums Glashütte)
Stadt und Burg Lauenstein
Bauzeit: 1242 (urkundliche Ersterwähnung der Burg), 1593-1619 (Umbau in ein Renaissance-Schloss)
Merkmale: Schlossräume mit prächtigen Wandmalereien, Wappensaal (Türkensaal) mit reicher Stuckdecke (1609), heute vor allem für Ausstellungen, Feste, Konzerte und Gastspiele genutzt, Burgkapelle (Schlosskapelle, um 1480, 1995 umfassend saniert, schöne gotische Maßwerkfenster, wertvolle Renaissance-Plastiken aus der Zeit um 1600, Kanzel von 1653), barocker Schlossgarten (u.a. mit erzgebirgstypischen Nutz- und Zierpflanzen), restaurierte mittelalterliche Burgruine mit Gewölben und Burgverließ, Damwildgehege, Falknerbrunnen
Osterzgebirgsmuseum: bedeutendes natur- und volkskundliches Museum, Ausstellungen zur Geschichte von Lauenstein und des Umlandes und zur Volks- und Naturkunde, zur Geschichte der Jagd und zu Landschaftspflege und Naturschutz (hervorgegangen aus dem von Graf von Hohenthal eingerichteten "Hohenthalischen Raritätenkabinett" mit seltenen Jagdutensilien, Kunstobjekten und Gebrauchsgegenständen), Galerie mit Gemälden und Grafiken bedeutender sächsischer Künstler zur Landschaft und zum bäuerlichen Leben des Osterzgebirges
Stadtkirche Lauenstein: prächtig ausgestattete spätgotische dreischiffige Hallenkirche, 1340 ersterwähnt, vor Ende des 15. Jahrhunderts unter Hans Münzer erneuert, 1594 beim verheerenden Stadtbrand stark beschädigt, 1596-1602 zusammen mit Stadt und Schloss wieder aufgebaut (einige Teile wie der Chor, die Umfassungsmauern und das Turm-Untergeschoss blieben vom Vorgängerbau erhalten), prächtiger Innenraum mit wertvoller Innenausstattung (1997 renoviert), einzigartige Sandsteinarbeiten (1594-1602) der Pirnaer Bildhauer Michael Schwenke (wertvoller Sandstein-Altar, Kanzel und Taufstein mit vorzüglichen Reliefbildern) und Lorentz Hörnig (auch Lorenz Hornung genannt, Bünausche Grabkapelle, Seitenepitaphien, Alabasterkruzifix), reiche Deckenbemalung im Chorraum, wiederaufgefundene Freske mit der Darstellung der Dreieinigkeit (Gnadenstuhl), Jehmlich-Orgel (im Jahr 2000 umfassend restauriert), 2003: Jehmlich-Orgel, Sandsteinskulpturen und Deckengemälde durch einen Brand beschädigt, bis 2005 restauriert
Bünausche Grabkapelle: reiche Stuckdecke aus der Zeit um 1600, Bünau-Epitaph (1611, Lorentz Hörnig, mächtiges viergeschossiges, 9 m hohes und 5 m breites, mit Jaspis, Achat und Alabaster verziertes Sandsteindenkmal, äußerst fein gearbeitete Darstellung des Jüngsten Gerichts als zentrales Motiv, Familie von Bünau mit lebensgroßen Stifterfiguren von 1615 dargestellt, sind bewegliche Versatzstücke vor der großen Relieflandschaft der ersten Etage des Denkmals
Aus der Geschichte: 1242 und 1289: urkundliche Erwähnung der Burg Lauenstein (auf einem von der Müglitz umflossenen steilen Bergsporn stehend, schon viel früher als Grenzburg im böhmischen Grenzgebiet angelegt), 13. Jahrhundert: Entstehung eines Ackerbürgerstädtchens im Umfeld der Burg (mit dem Marktplatz direkt am Eingang der Burganlage), 1374: der Meißner Markgraf gestattete das Ausrichten von Wochenmärkten, 1494: Erlangung des vollen Stadtrechts, 1517: Hofmeister Rudolf von Bünau kaufte die Burg, 1593-1619: Burg im Besitz von Günther von Bünau, Erweiterung zu einem bedeutenden Renaissance-Schloss mit großem Wirtschaftshof (Reste der einstigen Burg blieben als Ruinen erhalten), 1824-1945: Sommersitz der Familie von Hohenthal, 1853: Einrichtung des Königlich-Sächsischen Amtsgerichtes Lauenstein im Schloss
www.kulturfoerderverein-lauenstein.de |
 Bilder: Schloss Lauenstein, Portal aus dem Jahr 1580
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