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Lage: nordwestlich von Dresden, zwischen den Lößnitzhängen im Norden und der Elbe im Süden
Merkmale: etwa 8 km lang, gleich mehrere historische Ortskerne (1924 vereinigten sich 10 Gemeinden zur Stadt Radebeul, 1935 kam noch Kötzschenbroda hinzu), Landschaftsschutzgebiet "Lößnitz" (altes Weinbaugelände, seit dem 19. Jahrhundert ein beliebtes Naherholungsgebiet, Name von slawisch Les = Wald abgeleitet), der Lößnitzgrund (schöner alter Mühlengrund) ist ein besonders geschätztes Erholungsgebiet, im traditionellen Weinbaugebiet Radebeul blieben viele Weinbergschlösschen und Weinberghäuser erhalten: u.a. "Wackerbarths Ruhe" (1729), Hoflößnitz (um 1650), Bennoschlösschen (um 1600, ältestes Weingut-Herrenhaus der Elbtalregion), Haus Albertsberg (um 1660), Meinholdsches Turmhaus (17. Jahrhundert), Haus Alfriedstein (1742), Haus Friedenstein (1772), Minkwitzsches Weingut (1729, hier waren bekannte Dichter wie Jean Paul und Ludwig Tieck zu Gast), Haus Sorgenfrei (1786-1789)
Aus der Geschichte: slawische Zeit (etwa 600-1000 n.Chr.): Gründung mehrerer Dörfer der Elbsorben, 13. Jahrhundert: Einwanderer aus Franken, Hessen und Niedersachsen betrieben Acker- und Weidewirtschaft auf den ihnen vom Landesherrn zugewiesenen Grundstücken, Beginn des Weinbaus an den südexponierten Hängen des Elbtales, Bau zahlreicher Press- und Winzerhäuser, 1271: urkundliche Ersterwähnung von Radebeuler Weinbergen, 1349: urkundliche Ersterwähnung von Radebule (östlich von Serkowitz "Am Kreis" gelegen, hier stand einst ein slawisches Dorf vom Typ eines Rundlings), Beginn des 19. Jahrhunderts: Gründung zahlreicher kleinerer Fabriken, nach 1830: schnelle Industrialisierung, Beginn der Elbe-Dampfschifffahrt, 1839: Bau der durch Radebeul verlaufenden ersten deutschen Eisenbahn-Fernverkehrsstrecke Dresden-Leipzig, um 1885: Niedergang der Weinwirtschaft wegen der eingeschleppten Reblaus, Bau von Villen (von Gärten umgeben) als Sommerhäuser oder Alterswohnsitze wohlhabender Dresdner Beamter und Fabrikanten an den ehemaligen Weinhängen - angelockt vom günstigen Klima und der vortrefflichen Landschaft, Bau von Kureinrichtungen ("Sächsisches Nizza"), hier lebten zeitweise auch Jean Paul, Ludwig Tieck und Gerhart Hauptmann, Karl May schrieb hier seine Abenteuerromane, 1890: Friedrich Eduard Bilz (Verfechter natürlicher Heilverfahren und schonender Diätkuren) kaufte in Oberlößnitz einen Weinberg und schuf hier (am Ort des einstigen Schlosses Lößnitz) ein Sanatorium (eine Naturheilanstalt - das erste Licht-Luft-Bad Deutschlands), 1911/12: Bilz kaufte auf der I. Internationalen Hygieneausstellung in Dresden das Undosa-Wellenbad und versetzte es nach Radebeul in seine Naturheilanlage im Lößnitzgrund, so entstand das Bilzbad mit der ersten Wellenmaschine der Geschichte (heute das älteste noch im Originalzustand funktionierende Wellenbad der Welt), Anfang des 20. Jahrhunderts: Wiederbelebung der Weinwirtschaft (auf kleinerer Anbaufläche) durch Einführung resistenter Weinsorten
www.radebeul.de
www.radebeul24.info
www.radebeul-erleben.de (Fremdenverkehrsverein Radebeul e.V.)
www.denkmalneuanradebeul.de (Verein für Denkmalpflege und neues Bauen Radebeul e.V.)
www.altkoetzschenbroda.de (Gewerbe und Kultur im Stadtteil Alt-Kötzschenbroda)
www.zitzschewig.de (Radebeul-Zitzschewig)
www.zeitreise-ddr.de (DDR-Museum)
www.elbtalblick.de
www.bismarcktuerme.de
www.sternwarte-radebeul.de
www.friedenskirchgemeinde-radebeul.de |
Karl-May-Museum
Lage: große "Villa Shatterhand" am Kirchplatz (wo der Schriftsteller seine letzten Lebensjahre von 1895 bis 1912 verbrachte, er hatte seinen Wohnort im Jahr 1888 von Dresden in den Radebeuler Lößnitzgrund verlegt)
Merkmale: 1928 von Karl Mays Witwe Klara gegründete Ausstellung zum Leben des berühmten Abenteuer-Schriftstellers Karl May (1842-1912), dessen Abenteuerromane um Winnetou, Old Shatterhand, Kara ben Nemsi und Hadschi Halef Omar weltweit in 28 Sprachen erschienen, Museum: Empfangssalon, orientalisch eingerichtetes Arbeitszimmer, Bibliothekszimmer, Sterbebett Karl Mays, frühe Karl-May-Ausgaben, persönliche Dokumente, Möbel, Karl Mays Old-Shatterhand-Anzug sowie die berühmten Gewehre "Bärentöter" (13 kg schwerer doppelläufiger Vorderlader), "Silberbüchse" (doppelläufiger Vorderlader mit Silbernagelbeschlag) und "Henry-Stutzen" (17-schüssige Winchesterbüchse von 1860), 1994: Erwerb des vorher im Karl-May-Verlag Bamberg aufbewahrten Nachlasses des Schriftstellers, Grabmal Karl Mays auf dem Friedhof Radebeul-Ost südlich des Karl-May-Museums (sehr aufwendig als antiker Nike-Tempel gestaltet)
www.karl-may-museum.de
www.karl-may.de (Karl-May-Verlag Bamberg/Radebeul)
www.karl-may-fest.de |
Indianermuseum
Lage: Blockhaus "Villa Bärenfett" im Garten der Karl-May-Villa
Merkmale: eines der eindrucksvollsten und bedeutendsten Indianermuseen Europas, 1928 unter Mitarbeit des Völkerkundlers und Malers Hermann Dengler eingerichtete wissenschaftlich korrekte Ausstellung zum Leben der nordamerikanischen Indianer von der vorkolumbischen Zeit bis zur Gegenwart (v.a. Prärie-Kultur, subarktische und Pueblo-Kultur), die ersten Stücke trug der Artist Patty Frank (Ernst Tobias, 1876-1959) während seiner Nordamerika-Reisen zusammen (er arbeitete bis zu seinem Tod als Verwalter des Museums), etwa 850 wertvolle originale Gegenstände wie Kleidungsstücke, Masken, Schmuckstücke und andere Kunsterzeugnisse, Waffen (z.B. ein Pfeifen-Tomahawk des berühmten Dakotahäuptlings "Rote Wolke" - Red Clowd - mit 34 Kerben für erschlagene Feinde), echte Skalpe, Zelte, Gerätschaften und Kultgegenstände (z.B. Totempfähle), Gehörne und Präparate nordamerikanischer Wildtiere, lebensgroße original eingekleidete Indianerfiguren, Dioramen, Fotos, Gemälde und anderes Informationsmaterial
www.indianer-museum.de |
Weinbergschlösschen "Wackerbarths Ruhe"
Lage: am Westrand der Stadt Radebeul
Bauzeit: 1727-1729
Architekt: Johann Christoph Knöffel
Merkmale: bedeutendstes der zahlreichen Weinbergschlösschen Radebeuls, zweigeschossiges barockes Palais, mehrmals baulich verändert, historisierender Neorenaissance-Stil aus dem 19. Jahrhundert, terrassenförmig angelegter Barockgarten (ca. 8.000 qm) in der Hauptachse der Schlossanlage am Fuße eines Weinberges, kleiner achteckiger Gartenpavillon "Belvedere", zur Schlossanlage gehören auch mehrere Nebengebäude sowie Kräuter-, Obst- und Gemüsegärten
Aus der Geschichte: 1727/29 für Graf August Christoph von Wackerbarth (Generalfeldmarschall unter August dem Starken, von 1685 bis 1728 Generalintendant des sächsischen Bauwesens) in dessen Weinbergen als Altersruhesitz errichtet, um 1885: Zusammenbruch der Weinwirtschaft im Elbtal wegen der eingeschleppten Reblaus (Anfang des 20. Jahrhunderts mit resistenten Weinsorten wiederbelebt), seit 1991: Sächsisches Staatsweingut Schloss Wackerbarth (Wein- und Sekt-Manufaktur), Sektkelterei Wackerbarth besteht seit 1836 (drittälteste in Deutschland)
www.schloss-wackerbarth.de |
Bilder: Schloss Wackerbarths Ruhe und Belvedere (Aquarelle)
Schlösschen Hoflößnitz
Lage: an den Weinhängen im Norden von Radebeul
Bauzeit: 1401: Bau eines Wirtschaftshofes und Lustschlösschens im Auftrag der wettinischen Landesherren, um 1650: Umbau im Renaissance-Stil in der wirtschaftlich schwierigen Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg
Architekt: Ezechiel Eckhardt (Freiberger Steinmetzmeister, Umbau von 1650), Innenausstattung: Albert van dem Eyckhout, Christian Schiebling und Centurio Wiebel
Merkmale: ländliches Schlösschen mit Fachwerk im Obergeschoss und hohem Walmdach, Treppenturm an der Bergseite, fünf Räume im Obergeschoss mit kostbaren Malereien auf Holzwandtafeln und Leinwand, Festsaal mit 80 Deckengemälden des holländischen Malers Albert van dem Eyckhout auf Leinwand (tropische Vögel nach den Skizzen einer Brasilienexpedition), vertäfelte Wände reich mit Sinnsprüchen sowie allegorischen und mythologischen Darstellungen geschmückt, Sandsteinkamine und reich verzierte Meißner Öfen (aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg blieb in Dresden sonst nur wenig Architektur und von der Innenarchitektur dieser Zeit fast nichts erhalten), zur Anlage gehören noch ein Kavaliershaus und ein Wirtschaftshaus
Aus der Geschichte: Unterkunft von Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen (reg. 1611-1656) während der Weinlese und auf seinen Jagdausflügen, Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (August der Starke, reg. 1694-1733) war gelegentlich hier zu Gast (zu ausgelassenen Winzerfesten), um 1914: Einrichtung eines Weinbaumuseums im Erdgeschoss mit Exponaten zur Geschichte der Weinwirtschaft im Elbtal, Festsaal auch für musikalische und literarische Veranstaltungen genutzt
www.hofloessnitz.de
www.weinfest-radebeul.de
www.radebeuler-winzer.de |
 Bild: Schlösschen Hoflößnitz in Radebeul

Weinbergtreppe "Himmelsleiter"
Lage: vom Schlösschen Hoflößnitz hoch zum Aussichtspunkt "Spitzhaus" (Gaststätte, Weinberg- und Lusthaus von 1622, 1896 umgebaut, schöner Ausblick auf das Elbtal)
Bauzeit: 1747-1750
Entwurf: Matthäus Daniel Pöppelmann (berühmter Dresdner Barockbaumeister, Erbauer des Dresdner Zwingers)
Merkmale: längste Treppe Sachsens, 390 Stufen, 220 m Höhenunterschied, 1992 rekonstruiert |

Schloss Hohenhaus
Lage: im Westen von Radebeul an den Barkenbergen
Bauzeit: im 15. Jahrhundert als Sommerresidenz der Meißner Bischöfe errichtet, in den Gründerjahren in eine Neorenaissance-Villa umgebaut
Aus der Geschichte: ab 1865: Sommersitz des Dresdner Wollhändlers Berthold Thienemann, 1881-1884: Gerhart Hauptmann zu Gast (heiratete eine der fünf Töchter Thienemanns, beschrieb das Radebeuler Leben in der Novelle "Die Hochzeit auf Buchenhorst" und in seinem Jugendwerk "Die Jungfern vom Bischofsweg"), 1960-2004: Ausstellungsort der Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (dann in der Garnisonskirche Dresden-Albertstadt) |

Lößnitztalbahn (Lößnitzgrundbahn, Traditionsbahn "Lößnitz-Dackel")
Verlauf: 16,5 km lange Strecke zwischen Radebeul-Ost und Radeburg durch den Lößnitzgrund und die abwechslungsreiche Wald-, Heide- und Teichlandschaft bei Moritzburg
Bauzeit: 1884
Merkmale: denkmalgeschützte dampflokgetriebene Schmalspurbahn, 750 mm Spurweite, für organisierte Nostalgiefahrten kommen auch heute noch Traditionszüge mit Holzbänken und Kanonenöfen sowie Zugbegleitern in historischen Uniformen zum Einsatz, gezogen von Dampfloks aus den Jahren 1899 bis 1927
www.loessnitzgrundbahn.de
www.traditionsbahn-radebeul.de
www.trr.de |
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