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 Bild: Blick auf den Meißner Burgberg vom jenseitigen Elbufer
Stadt Meißen (ca. 33.000 Einwohner)
mehr als 1000 Jahre alte Stadt (die "Wiege Sachsens"), einst Sitz der Meißner Markgrafen und der ersten sächsischen Kurfürsten, Bischofssitz des Bistums Meißen sowie Sitz des kaiserlichen Statthalters, weltberühmt durch das seit 1710 hier hergestellte Meissener Porzellan®, Ausgangspunkt der 800-jährigen Tradition des Weinbaus im Elbtal (Schloss Proschwitz nördlich von Meißen ist das älteste sächsische Weingut)
Lage: westlich von Dresden im Mündungskessel des Flusses Triebisch sowie auf den umliegenden Hügeln und Höhenrücken beiderseits der Elbe
Merkmale: Flächendenkmal Meißner Altstadt mit wertvoller Gotik- und Renaissance-Architektur, etwa 1.450 Einzel-Baudenkmale
Sehenswürdigkeiten: malerischer Marktplatz mit Rathaus und Frauenkirche, zahlreiche restaurierte Gotik- und Renaissance-Bürgerhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert, enge Gassen, alte Weinkeller und grün umrankte Hinterhöfe, Rathaus (spätgotisch, 1472-1478, schöne Blendgiebel, drei hohe Zwerchgiebel über der Traufe der Marktseite, 18 m hohes mächtiges Dach über der nur 11 m hohen Fassade, Entwurf u.a. von Baumeister Arnold von Westfalen, Holzbalkendecke des Ratssitzungssaales aus der Zeit der Entstehung), Marktapotheke (1560 eröffnet, Stil der Renaissance mit Zwerchhäusern und Volutengiebeln, zweigeschossiger Erker von 1717), Bennohaus (Renaissance-Haus, nach Bischof Benno benannt, der hier inmitten der Bürger statt auf dem Burgberg wohnte, romanische Bauelemente, Sitznischenportal vom Ende des 16. Jahrhunderts, "Kleiner Wendelstein", schöne gotische Innenausstattung, im Erdgeschoss ein kunstvolles Deckengewölbe vom Ende des 15. Jahrhunderts), Frauenkirche (1457, schon 1205 wird hier eine "Kapelle am Markt" erwähnt, dreischiffige spätgotische Hallenkirche, das Langhaus ist breiter als lang, Turm von 1549 mit schöner Aussicht auf die Stadt und das Elbtal, Porzellan-Glockenspiel aus Meissener Porzellan® von 1929 - erstes Porzellan-Glockenspiel der Welt, wertvolle Innenausstattung: spätgotisches Netzgewölbe von 1457, spätgotischer Schnitzaltar aus der Zeit um 1480, Grabmale aus dem 15. Jahrhundert), traditionsreiche Weingaststätte (Weinstube) Vincenz Richter (1523 als Zunfthaus der Tuchmacher-Innung errichtetes Fachwerkhaus, Vincenz Richter erwarb 1873 das Schankrecht, heimische Weine, sächsische Küche, wertvolle historische Inneneinrichtung: u.a. Rüstungen und Waffen aus dem Bauernkrieg, spätmittelalterliches Mobiliar, wertvolle Zinngegenstände, alte Kelter- und Küferwerkzeuge, Folter- und Prangerinstrumente, frühe Stadtansichten, Porzellane und frühgeschichtliche Funde, Heinrichsbrunnen (1863, Standbild des deutschen Königs Heinrich I. - des Gründers der Stadt Meißen - von Robert Henze), Franziskanerkirche (1447-1457, dreischiffige spätgotische Hallenkirche des um 1258 gegründeten und 1539 aufgelösten Franziskanerklosters, diente nach der Reformation als Begräbnisstätte und Speicher, heute Meißner Stadt- und Kreismuseum mit Exponaten zur Stadtgeschichte und zum Weinbau im Elbtal), Nikolaikirche (spätromanisch-frühgotisch, um 1150, im 13. Jahrhundert umgebaut, Reste frühgotischer Wandmalereien, seit 1928 Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges mit großen Epitaphien aus Meissener Porzellan® - mit 2,50 m Höhe die größten jemals hergestellten Porzellanfiguren) |
  Bilder: Franziskanerkirche des ehem. Klosters (Stadtmuseum Meißen) und Denkmal für König Heinrich I. (vor der Franziskanerkirche)

 Bild: Kreuzgang an der Rückseite der Franziskanerkirche
 Bilder: Stadtmuseum Meißen in der Franziskanerkirche (links) und Blick in den Kreuzgang mit Skulpturen und Grabdenkmälern sowie Hof des Kreuzganges (unten)
 
 Bild: Richtschwert im Meißner Stadtmuseum
 Bild: Meißner Rathaus
 Bild: Marktapotheke
 Bild: Frauenkirche, vom Marktplatz gesehen
  Bilder: Innenansicht der Frauenkirche, Kanzel und Taufbecken
 Bild: Altar der Frauenkirche
 
Bilder: Bildfenster und Orgel der Frauenkirche
 Bild: Blick vom Frauenkirchturm auf Meißen; vorn das Rathaus, hinten der Burgberg
 Bild: Weingaststätte Vincenz Richter (neben der Frauenkirche gelegen)
 Bild links: Frauenstufen (von der Weingaststätte Vincenz Richter hoch zum Afra-Berg führend) Bild unten: Bahrmannsches Brauhaus (unweit der Frauenkirche stehend)

 Bild: Tuchmachertor (gegenüber dem Bahrmannschen Brauhaus stehend)
 Bild: Burgberg, vom Frauenkirchturm gesehen (ganz links das Burgtor, dann vorn die Domherrenhöfe und hinten das Kornhaus, Meißner Dom mit gotischem Doppelturm und rechts das Bischofsschloss mit Rundturm
 Bild: Burgberg, von der Elbbrücke gesehen (vorn das Bischofsschloss, dahinter der Meißner Dom)
Burgberg ("Burgfreiheit")
Lage: im Norden der Altstadt
Merkmale: das bauhistorisch wertvolle Ensemble aus Albrechtsburg, Dom, Bischofsschloss und Domherrenhöfen prägt die Silhouette der Stadt Meißen, Zugang über enge romantische Gassen mit vielen Stufen (z.B. Rote Stufen und Afrastufen) an der Frauenkirche und der Afranischen Freiheit vorbei, vom Marktplatz her auch über die von schönen Barock- und Renaissance-Bauten gesäumte Burgstraße, dann am Torhaus-Museum vorbei durch das Vordertor und das gotische Mitteltor über die spätromanische Schlossbrücke (1221-1228) zum Domplatz mit Dom und Albrechtsburg, an der Westseite das zeitgleich mit der Albrechtsburg errichtete Kornhaus (1897 für Wohnzwecke umgebaut), an der Stadtseite (Südseite) das Bischofsschloss (1511-1518, 1597 umgebaut, mächtiger spätgotischer Rundturm aus dem 17. Jahrhundert), daneben die Domherrenhöfe (um 1525, Domherrenhäuschen, Kapitelhäuser, Kurienhäuser, u.a. Domprobstei von 1497-1503, Wohnhaus des berühmten Porzellan-Dekorgestalters Johann Joachim Kändler, Domschänke), Gartenterrasse mit schöner Aussicht auf die Stadt |
 Bild links: Burgtor (Zugang zu Albrechtsburg und Dom), von der Schlossbrücke gesehen Bild unten: Meißner Dom (vorn die Fürstenkapelle)

Albrechtsburg
Lage: Burgberg Meißen
Bauzeit: 1471-1483
Architekt: Arnold von Westfalen (geb. um 1425/30, gest. 1482, einer der bedeutendsten Baumeister des ausgehenden Mittelalters, ab 1471 am sächsischen Hof beschäftigt)
Merkmale: einer der bedeutendsten und schönsten gotischen Profanbauten Deutschlands und eines der ersten Schlösser Mitteleuropas, Repräsentations-, Wohn-, Verwaltungs- und Wirtschaftsbau mit dem Charakter sowohl eines Schlosses als auch einer Burg (Wehranlage), benannt nach Herzog Albrecht dem Beherzten (1443-1500, Begründer der albertinischen Linie der Wettiner, residierte bis 1485 in Meißen), Großer Wendelstein (technisches Meisterwerk seiner Zeit, hinsichtlich Alter und Architektur einmalig in Deutschland, vorgerückter Treppenturm, über drei Geschosse von einem offenen Loggienumgang ummantelt, Reliefs im Brüstungsfeld des ersten Obergeschosses: 1524, Christoph Walther I, gehören zu den am besten erhaltenen plastischen Bildwerken der frühen sächsischen Renaissance), Innenausstattung: sehr unterschiedlich gestaltete reich verzierte Zellengewölbe, prächtige Ausmalung mit mehr als 50 historisierenden Gemälden zur Geschichte der Burg und der Wettiner sowie mit Szenen aus dem Leben von Herzog Albrecht (1873-1882 durch Professoren und Mitglieder der Dresdner Kunstakademie wie Anton Dietrich, Heinrich Hoffmann, Friedrich Preller und Julius Scholtz geschaffen), Mobiliar im Stil des Historismus, Erdgeschoss: Wohn- und Wirtschaftsräume, 1. Obergeschoss: Räume für Repräsentation und Festlichkeiten, z.B. Großer Bankettsaal (größter Raum der Burg, kunstvolles Netzgewölbe, große Fenster mit Vorhangbögen, prunkvolle historisierende Ausmalung), 2. Obergeschoss: Verwaltungs- und Wohnräume mit reichem Zellengewölbe (z.B. Kleiner und Großer Gerichtssaal, Wappensaal), 3. Obergeschoss: ehem. Verwaltungs- und Wohnräume des Hofes
Nutzung: Ausstellungen zur Geschichte und Architektur der Burg und zu der 1710 bis 1863 hier eingerichteten Porzellan-Manufaktur, sächsische Sakral-Kunstwerke (12. bis 16. Jahrhundert) der Mittelalterabteilung der Skulpturensammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Aus der Geschichte: 929: Gründung der Burg Misni auf dem Burgberg durch König Heinrich I. während der deutschen Eroberung der slawischen Siedlungsgebiete, um 1210: Aufenthalt des berühmten Minnesängers Walther von der Vogelweide auf der Burg, 1483: Fertigstellung des gotischen Burgneubaus, 1485: Verlegung der landesherrlichen (wettinischen) Residenz nach Wittenberg (ernestinische Linie) bzw. Dresden (albertinische Linie), ab jetzt kein wesentlicher Umbau der Burg mehr (konnte sich so ihren spätgotischen Charakter bis heute nahezu unverfälscht bewahren), 1520-1525: einige Erweiterungen durch Jakob Heilmann von Schweinfurt, seitdem nur noch wenig genutzt und lange Zeit auch nur spärlich möbliert, 1546/47 (Schmalkaldischer Krieg): Nutzung durch die Universität Leipzig, 1566: Beschädigung des Nordostflügels durch einen Blitzschlag, 1645 (Dreißigjähriger Krieg): Zerstörung nahezu der gesamten Inneneinrichtung durch schwedische Truppen, 1710: Einrichtung der Porzellan-Manufaktur auf Weisung Augusts des Starken (Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen, zugleich König August II. von Polen; reg. 1694-1733), 1863: Umzug der Porzellan-Manufaktur in das Triebischtal (die Räumlichkeiten der Albrechtsburg hatten nicht mehr ausgereicht), Generalsanierung der Burg, 1964-1971: umfassende Restaurierung der Räume im Stil des 15. Jahrhunderts
www.albrechtsburg-meissen.de |
 Bild: Ehem. Kornhaus der Burg Meißen
 Bild: Verbindungsgang zwischen Kornhaus und Albrechtsburg
 Bild: Albrechtsburg Meißen mit Großem Wendelstein
 Bild: Wandgemälde unter dem Trompeterstuhl in der Albrechtsburg (dargestellt sind - von links nach rechts - die Meißner Markgrafen Friedrich der Sanftmütige, Friedrich der Streitbare und Friedrich der Strenge mit ihren Gemahlinnen)
 Bild: Ein Portal der Domherrenhöfe


Bild: Eine Hausfassade der Domherrenhöfe mit Wappen

 Bild: Blick vom Burgberg auf die Elbe
Dom zu Meißen (Dom St. Johannis und St. Donatus)
Lage: Burgberg Meißen
Bauzeit: 1260 bis um 1410
Merkmale: ehem. Hauptkathedrale des Bistums Meißen, einer der stilreinsten deutschen Dome, verfügt über eine der reichsten und wertvollsten Ausstattungen sächsischer Kirchen, wertvolle überlebensgroße Stifter- und Patronatsfiguren (um 1260, Steinskulpturen aus der Naumburger Dombauwerkstatt, z.B. Bildnis des Kaisers Otto I., reg. 936-973, Bildnisse des Evangelisten Johannes, des hl. Donatus, von Johannes dem Täufer und Maria mit dem Kinde), Lettner (um 1260, Trennwand zwischen Chor und Mittelschiff), Hochaltar (spätgotisch, Anfang des 16. Jahrhunderts), Chorgestühl (1529), Sandsteinkanzel (1591), Laienaltar vor dem Lettner (Gemälde mit der Kreuzigungslegende auf dem Mittelteil und der Kreuzauffindungslegende auf den Flügeln aus der Werkstatt von Lucas Cranach d.Ä., 1526 oder wahrscheinlicher um 1540 geschaffen), Kruzifix und Kandelaber (Altarleuchter) aus Meissener Porzellan® (1760, Johann Joachim Kändler), Fürstenkapelle (schmuckreiches Netzgewölbe von 1443-1446, bronzene Grabtumba Kurfürst Friedrichs I. von Sachsen), Georgskapelle (spätgotisch, Grabmal Herzog Georgs des Bärtigen und seiner Gemahlin Barbara, Triptychon von 1534 wahrscheinlich eigenhändig von Lucas Cranach d.Ä. ausgeführt, Stuckdecke von 1677 von Wolf Caspar von Klengel), Kreuzgang (um 1470, kunstvolles Zellengewölbe)
Aus der Geschichte: 968: Bau einer kleinen Kapelle auf dem Burgberg anlässlich der Gründung des Bistums Meißen durch Kaiser Otto I., 1006-1073: Umbau in eine viertürmige romanische Basilika (bischöfliche Kathedralkirche), um 1260: Beginn des Umbaus des Doms zur gotischen Hallenkirche, 1268: Fertigstellung von Chor und Kreuzgang, um 1270: Einbau des großen Chorfensters (prächtiges Maßwerk, Glasgemälde), um 1280: Fertigstellung der Maria-Magdalenen-Kapelle an der Ostseite des Doms (heute als Lapidarium eingerichtet), 1291: Fertigstellung der achteckigen Johanneskapelle, 1297: Fertigstellung des schönen Kapitelsaales, nach 1315: Bau zweier Türme, danach sehr schleppender Weiterbau des Doms, um 1400: Bau des Westportals, um 1410: Fertigstellung des Langhauses, 1413: Einsturz der Westfront mit ihren zwei Türmen infolge eines Blitzschlages, 1425: Bau der Fürstenkapelle (Begräbniskapelle der Wettiner) an der Westfront des Doms auf Weisung Kurfürst Friedrichs I. (das Westportal wurde so zum Innenportal), 1470er Jahre: Aufbau eines dritten Geschosses durch Arnold von Westfalen, 1504: Fertigstellung der Sakristei, Anfang des 16. Jahrhunderts: Bau von drei Turmspitzen in Holzkonstruktion auf dem Westriegel (1547 durch Blitzschlag zerstört, der "Höckrige Turm" an der Ostseite blieb nun lange Zeit der einzige Turm des Doms), um 1530: Anbau der Georgskapelle, 1903-1909: Bau der beiden 81 m hohen neogotischen Türme der Westseite und eines vierten Geschosses (Entwürfe: Architekt Karl Schäfer, Karlsruhe) www.meiland.de/dom-zu-meissen/index.htm
www.bistum-dresden-meissen.de |
 

Bilder: Innenansichten des Meißner Doms Bild oben rechts: Lettner (trennt das Hauptschiff vom Chor), davor der Laienaltar Bild links: Kanzel des Hauptschiffs
 
Bilder: Chor mit Altar, Bildfenster über dem Altar
 Bilder: Stifter- und Patronatsfiguren (um 1260, Naumburger Dombauwerkstatt) an der Nordwand des Chors (links: Kaiser Otto I., reg. 936-973, und seine Gemahlin Adelheid)
 Bild: Chor, Blick zum Lettner
 Bild links: Blick in die Fürstenkapelle Bild unten: Portal zwischen Fürstenkapelle und Hauptschiff des Doms


Bild: Grab Friedrichs des Streitbaren (erster Kurfürst von Sachsen) in der Fürstenkapelle
 Bild: Grabplatten in der Fürstenkapelle
 Bild: Eingang der Georgskapelle in der Fürstenkapelle
Afraberg (St.-Afra-Berg), Afranische Freiheit (Afrafreiheit)
Lage: südwestlich des Burgberges
Merkmale: einst eine befestigte geschlossene Siedlung für steuer- und abgabenbefreite oder -begünstigte und nicht der Gerichtsbarkeit der Stadt Meißen unterstellte geistliche und weltliche Dienstleute im Ritterstand (Sonderrechte bestanden noch bis in das 19. Jahrhundert hinein), schöne historische Gebäude (u.a. Afranische Pfarre von 1535, spätgotisches Haus "Rote Stufen" von 1510), Jahnaischer Hof (1252 ersterwähnt, 1610 umgebaut, das innere "Löwenportal" von 1610 gilt als schönstes Renaissance-Portal Meißens), Dienstritter- und Klerikerhöfe (u.a. Burglehen von 1649 und Domherrenhof aus dem 15. Jahrhundert mit Resten eines "Festen Hauses" aus dem 12. Jahrhundert), Kirche St. Afra (Afrakirche, dreischiffige gotische Basilika, um 1300 als Gotteshaus des 1205 gegründeten Augustiner-Chorherrenstifts Sankt Afra aus einem 1064 geweihten Vorgängerbau geschaffen, ungewöhnlich langer Chor aus der Zeit um 1285, Turm aus der Zeit um 1765, schöne Innenausstattung: u.a. Kreuzrippengewölbe und Kreuzgang aus dem 15. Jahrhundert, geschnitzter spätgotischer Altar aus der Zeit um 1660, Kanzel von 1657, Emporenreliefs, Taubenheimsche Kapelle von 1454, Bibliothek von 1504), Reste des Augustinerklosters (Afrakloster, u.a. Remter, Kreuzgang, Küche und Wirtschaftshof) |
 Bild: Gymnasium St. Afra auf dem Afra-Berg
 Bild links: Portal der Kirche St. Afra Bilder unten: Innenansicht der Kirche St. Afra mit Altar
 
 Bild: Jahnaischer Hof (am Weg von der Kirche St. Afra zum Burgberg gelegen)
 Bild: Erstes Burgtor (Zugang zur Schlossbrücke)
 
Bilder: Hohlweg unterhalb der Schlossbrücke, rechts die Schlossstufen hoch zum Burgberg
Aus der Geschichte der Stadt Meißen
6. Jahrhundert: Einwanderung slawischer Stämme (Gründung des Gaus Daleminzien der Elbsorben), Anlage großer Dörfer und beachtlicher Burganlagen (z.B. Glomaci/Lommatzsch, Mogelini/Mügeln und Gana/Jahna), ab 928: Eroberung des slawischen Gebietes östlich der Saale durch den deutschen König Heinrich I. (reg. 919-936), Erstürmung der slawischen Hauptfeste Gana, 929: Gründung der Burg Misni (nach dem Flüsschen Meisa benannt) auf einem strategisch günstig gelegenen Felsen zwischen Elbe, Triebisch und Meisabach (erster befestigter deutscher Stützpunkt im slawischen Land), 968: Gründung des Bistums Meißen durch Kaiser Otto I. (Otto der Große, Sohn von König Heinrich I., Gründer des Deutschen Reiches), der Burgberg Meißen war nun Bischofssitz (das Bistum Meißen wurde 1581 - nach der Reformation - mit dem Tod des letzten Meißner Bischofs aufgehoben),
10. Jahrhundert: Entwicklung eines Handelsplatzes (eines der bedeutendsten an Elbe und Moldau) und einer Siedlung im Schutz der Burg, um 1000: Verleihung des Marktrechtes, 1002: Erwähnung eines Jahrmarktes, um 1150: Erwähnung als Stadt (civitas), 11./12. Jahrhundert: Ansiedlung zahlreicher Dienstritter (mit deutschen und sorbischen Dörfern belehnt), Bau "Fester Häuser" und wehrhafter Höfe im Burgumfeld, 1125: Übergang der Markgrafschaft Meißen unter Konrad dem Großen (reg. 1123-1156) in den erblichen Besitz der Wettiner (diese regierten nun bis 1918 die Mark Meißen bzw. Sachsen), Meißen blieb bis 1464 Residenz der wettinischen Landesherren und Zentrum der Markgrafschaft Meißen (bzw. ab 1423 des Kurfürstentums Sachsen), 13. Jahrhundert: Anlage der Siedlung am Neumarkt jenseits der Triebisch, Erwähnung einer Elbbrücke bei Meißen (war noch im Jahr 1765 nur eine überdachte hölzerne Brücke),
16. Jahrhundert: höchste wirtschaftliche Blüte, rege Bautätigkeit (auch Neu- und Umbauten am Dom, am Bischofsschloss und an der Albrechtsburg), 1543: Einrichtung der berühmten Meißner Fürstenschule St. Afra im aufgelösten gleichnamigen Kloster durch Herzog Moritz (ab 1547 dann Kurfürst Moritz von Sachsen), Entwicklung der neuhochdeutschen Schriftsprache (von Martin Luther bei seiner Bibelübersetzung gebraucht) aus der Meißner kursächsischen Kanzleisprache, 1618-1648 (Dreißigjähriger Krieg): zahlreiche Häuser zerstört, starke Abnahme der Einwohnerzahl, 1637: Eroberung durch schwedische Truppen und anschließend verheerender Stadtbrand, 1710: Einrichtung der Porzellan-Manufaktur auf der Albrechtsburg auf Weisung Augusts des Starken (Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen), 1726: Einführung umfassender Reformen und einer neuen Ratsordnung, neue wirtschaftliche Blüte, Siebenjähriger und Napoleonischer Krieg: große Not und wirtschaftlicher Niedergang,
Anfang/Mitte des 19. Jahrhunderts: Wirkstätte bedeutender Romantiker (z.B. des dänischen Märchendichters Hans Christian Andersen, der Maler Georg Friedrich Kersting und Adrian Ludwig Richter, letzterer war 1828-1835 als Zeichenlehrer an der Porzellan-Manufaktur beschäftigt), Schloss Siebeneichen ("Romantikerburg", im Besitz der Familie von Miltitz, bedeutender Mäzenen von Literatur und Kunst) war Pflegestätte der Ideale der Aufklärung und der Romantik,
1834: Gründung einer Eisenhütte und anderer Betriebe im Triebischtal, Beginn der Industrialisierung, 1863: Verlegung der Porzellan-Manufaktur in das Triebischtal, ab 1871: weitere Fabrikgründungen im Triebischtal, um 1900: Ausbreitung der Stadt über das Umland, Eingemeindung der rechtselbischen Gebiete, 1945: Elbbrücke gesprengt, Meißen zur Festung erklärt, ergab sich jedoch auf Betreiben der Bürger kampflos der Sowjetarmee |
Aus der Geschichte der Porzellan-Manufaktur Meißen
1707-1709: Erfindung des braunroten Böttger-Steinzeugs und schließlich des weißen europäischen Hartporzellans in den Gewölben der Jungfernbastion der Brühlschen Terrasse in Dresden durch den Alchemisten Johann Friedrich Böttger (1682-1719), den bedeutenden Physiker, Chemiker und Mineralienforscher Ehrenfried Walther von Tschirnhaus (1651-1708) und Freiberger Hüttenleute, 1710: Bekanntgabe der Entdeckung des europäischen Porzellans in einem königlichen Dekret Augusts des Starken (Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen, zugleich König August II. von Polen), Gründung der Porzellan-Manufaktur ("Königlich-polnische und churfürstlich-sächsische Porzellan-Manufaktur"), Einrichtung der Manufaktur auf der Meißner Albrechtsburg (wo sich das Geheimnis der Porzellanherstellung besser wahren ließ als in Dresden) unter der Leitung von Johann Friedrich Böttger, 1713: erster Verkauf von Meissener Porzellan® auf der Leipziger Ostermesse (von Johann Friedrich Böttger selbst präsentiert),
Entwicklung eines eigenen, an der Formensprache des Barocks und des Rokoko orientierten Stils durch bedeutende sächsische Künstler, das Meissener Porzellan® wurde hierdurch weltberühmt, 1722: Einführung der gekreuzten sächsischen Kurschwerter als Markenzeichen des Meissener Porzellans® (eines der ältesten Markenzeichen der Welt), um 1750: etwa 570 Beschäftigte in der Manufaktur, darunter 190 Maler, 1764: Gründung der Zeichenschule der Manufaktur durch den Wiener Maler Johann Gregorius Höroldt (1696-1775, einer der berühmtesten Porzellanmaler), Wirken des Bildhauers Johann Joachim Kaendler (1706-1775) als genialer Porzellan-Modelleur (schuf überaus phantasievolle Figuren in der spielerischen Heiterkeit des Rokoko, sein "Schwanenservice" ist mit mehr als 1.000 Einzelstücken das umfangreichste je geschaffene Tafelservice), 1774-1814: Leitung der Manufaktur durch Graf Marcolini, Bereicherung der Porzellansammlung im Dresdner Zwinger (Staatliche Kunstsammlungen Dresden) mit vielen Beispielen der bis 1815 in Meißen hergestellten Porzellane 1864: Umzug der Porzellan-Manufaktur in das Triebischtal (weil die Räume auf der Burg zu klein geworden waren und eine umfassende Restaurierung der Albrechtsburg anstand), um 1900: Beginn der Herstellung von Porzellan-Glockenspielen (z.B. für die Meißner Frauenkirche, den Dresdner Zwinger und die Mädlerpassage in Leipzig), Zeit der DDR: Hauptgebäude der Manufaktur mit Schauräumen (Präsentation von Objekten der seit 1710 laufenden Porzellanproduktion), Schauwerkstatt und Verkaufsraum, 2003-2005: Neubau des Besucherzentrums (schön bemalte Fassade, u.a. Darstellungen Augusts des Starken, des Porzellangestalters Kändler und des Porzellanmalers Höroldt sowie farbige chinesische Miniaturen auf Porzellan) mit einer zweiten Schauwerkstatt, mit Museumsshop, Fachgeschäften, Sonderausstellungen, Restaurant und Vortragsräumen, heute: Fertigung von mehr als 150.000 verschiedenen Artikeln in der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen, alle jemals hier geschaffenen Formen und Dekors können auf Bestellung als originalgetreue Nachbildungen angefertigt werden
www.meissner-porzellan.de |
 Bild: Wandbild (Paul Kießling, Albrechtsburg Meißen), die Erfindung des europäischen Porzellans darstellend (hinten von links nach rechts: August der Starke, Johann Friedrich Böttger, Ehrenfried Walther von Tschirnhaus)
 Bild: Gebäude der Porzellanmanufaktur Meißen
 Bild: Hauptgebäude der Porzellanmanufaktur
 Bilder links und unten: Neubau des Besucherzentrums der Porzellanmanufaktur

 Bild: Flüsschen Triebisch im Meißner Stadtgebiet
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