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Siedlungsgeschichte und Naturausstattung des Dresdner Ostens
Die östlichen Stadtteile Dresdens sind in einer großflächigen linkselbischen Weitung des Elbtales gelegen. Diese sandig-lehmige Niederterrasse wird von mehreren grundfeuchten Elbe-Altarmen mit Aulehmfüllung durchzogen. Noch bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinein blieb sie weitgehend unbebaut. Nur auf den flachen Kuppen der Niederterrasse gab es schon in der slawischen Zeit Dörfer, aus denen die Siedlungskerne der heutigen Dresdner Stadtteile hervorgingen und deren sorbische Namen in den heutigen Stadtteilenamen weiterleben.

Ur- und frühgeschichtliche Funde im Gebiet zwischen Leuben, Dobritz und Laubegast, vor allem in der ehemaligen Knoblochschen Kiesgrube an der Salzburger Straße östlich der Senke des Flutgrabens, lassen auf eine frühe Besiedlung der linkselbischen Elbtalweitung schließen. Zu den Funden gehören Gräber und Siedlungsreste aus der jüngsten Steinzeit mit Schnurkeramik und Glockenbechern, aus der Bronzezeit vor etwa 3.000 Jahren, aus der Lausitzer Kultur und aus der Zeit der germanischen Besiedlung (Latänezeit) mit Gräbern aus dem 4. Jahrhundert u.Z.

Ab dem 7. Jahrhundert bewohnten slawische (elbsorbische) Stämme die Dörfer der Niederterrasse. Man fand Reste von Pfostenhäusern und Hütten wie z.B. eines Weberhauses mit Spulständern und Webstuhlgewichten sowie Belege einer umfangreichen Keramik- und Bronzeverarbeitung (Sicheln, Beile, Ringe, Lanzenspitzen, Gussformen, Schmelzflussreste). Kulturgeschichtlich sehr bedeutend ist der Fund von 18 dünnwandig getriebenen Bronzeteilen (Eimer, Schöpfgefäße, Sieb und z.T. reich verzierte Schalen), der auf Einflüsse aus dem Karpatenbecken und auf einen intensiven Handel mit Südosteuropa schließen lässt.

Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzte im Umfeld der Siedlungskerne und entlang der östlichen Ausfallstraßen Dresdens eine städtische Bebauung ein, aus der schließlich das geschlossene Wohngebiet Johannstadt, Blasewitz, Striesen, Gruna, Seidnitz, Dobritz und Tolkewitz hervorging.

Von Zschieren (Luftbad Wostra und Campingplatz) über Laubegast bis Blasewitz erstreckt sich heute ein schmales linkselbisches Naherholungsgebiet. Der Elbuferweg bietet eine schöne Aussicht auf das gegenüberliegende Elbufer mit Schloss Pillnitz, den Elbhängen, der Hosterwitzer Kirche "Maria am Wasser" und den Elbschlössern. In Laubegast beginnen und enden einige Sonderfahrten der Elbedampfer der Weißen Flotte.



Stellenweise blieben wie z.B. in Kleinzschachwitz Kiefernbestände des einstigen Tännichts erhalten. Zu dem sich einst von Zschieren bis zur Johannstadt erstreckenden Heidewaldstreifen gehörte auch der Mitteltännicht bei Laubegast. Von ihm ist noch ein kleiner Kiefernwaldrest auf der Dobritzer Flur vorhanden. Zwischen Laubegast und Tolkewitz, beiderseits des Niedersedlitzer Flutgrabens, werden einige Flächen landwirtschaftlich genutzt.

Von Gruna über Striesen bis zur Johannstadt zieht sich ein Elbe-Altarm hin, dessen Aulehm stellenweise in Lehmgruben abgebaut wurde. In diesem Altarm, in dem sich der aus Richtung Leubnitz kommende Koitzschgraben und der Prohliser Landgraben fortsetzen, legten die deutschen Siedler Dresdens den im Jahr 1309 erstmals erwähnten Landgraben an. Er diente als Entwässerungs- und Nutzwassergraben sowie als Verteidigungslinie.

Von Seidnitz her verläuft der Seegraben, ein weiterer Elbe-Altarm, durch den südlichen Großen Garten und die Bürgerwiese bis zum Altstadtgebiet. Von der Querallee des Großen Gartens an fließt der von Süden kommende Kaitzbach durch diese Senke.

In den Kiesgruben dieses Gebietes wurden früher Sande und Schotter der alten Elbeläufe abgebaut. Heute sind hier, im Dresdner Stadtgebiet, z.T. recht artenreiche Biotope unter anderem mit Grundwasserseen und Tümpeln zu finden. In den an Sumpfpflanzen und Weidenbüschen reichen Feuchtgebieten trifft man z.B. auf Zwergtaucher, Sumpf- und Teichrohrsänger, Stockenten, Teichrallen, Flußregenpfeifer, Dorngrasmücken, Goldammern, Bachstelzen, Steinschmätzer, Haubenlerchen, Ringelnattern, Wasserfrösche, Wechselkröten, Knoblauchkröten und Molche. Auf den Brachflächen, auf denen eine Ruderalflora wächst, leben unter anderem Turmfalken, Elstern, Nebelkrähen, Rebhühner, Girlitze, Grünfinken, Stieglitze und Bluthänflinge.



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