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Gruna, Neugruna

Gruna
Urkundliche Ersterwähnung: 1370 als Grunow (altdeutsch: Ort in der grünen Aue), Eingemeindung nach Dresden: 1901 (mit Neugruna)

Die Grunaer Flur erstreckt sich östlich des Großen Gartens annähernd zwischen der Bahnstrecke im Süden, dem Striesener Friedhof im Norden und der Enderstraße im Osten.

Das Gebiet Gruna ist nachweislich seit 1309 bewohnt. Das Platzdorf Altgruna befand sich zwischen der Zwinglistraße und dem Rothermundpark.

Über die Grunaer Flur verlaufen zwei Elbe-Altarme - im Süden zwischen der Bodenbacher und der Winterbergstraße weiter zur Bürgerwiese und im Norden über Striesen weiter zur Johannstadt. Im nördlichen Elbe-Altarm verlief einst der Landgraben. Heute sind auf dem immer noch etwa 2 m tiefer gelegenen Altarm-Gelände streckenweise Kleingartenanlagen zu finden. Die Gärten "Alte Elbe" entstanden bereits im Jahr 1928 als Musteranlage.

Im ausgehenden Mittelalter gehörte Gruna dem Meißner Domstift. Nach der Reformation übten hier das Religionsamt des Dresdner Rates und das Kurfürstliche Amt die Gerichtsbarkeit aus. Den Grunaer Bauern gehörte auch Buschland auf der Praschützer Flur (im Norden im Bereich der Kreuzung Schandauer/Ludwig-Hartmann-Straße gelegen). Das Dorf Praschütz wird schon im Jahr 1310 als wüst (aufgelassen) bezeichnet.

Aus dem Kirchsteig, dem einstigen Hauptweg von Gruna nach Dresden, ging die Comeniusstraße hervor. Die erstmals im Jahr 1315 erwähnte Pirnaer Landstraße führte einst vom Pirnaischen Platz kommend zwischen der Grunaer Straße und der Lingnerallee weiter zur heutigen Bodenbacher Straße. Ein Steinkreuz im Großen Garten erinnert an den alten Straßenverlauf. Nach dem Sieg der Wettiner über die Dohnaer Burggrafen lief nahezu der gesamte Verkehr zwischen Dresden und Böhmen über diese Straße.

Im Jahr 1439 wird eine brucke bie Grunow erwähnt. An dieser Brücke der Pirnaer Straße (heute Bodenbacher Straße) über den Landgraben stand das Haus "Grüne Wiese". Diese frühere Schmiede erhielt das Schankrecht sowie das Privileg des Gastierens, Ausspannens, Schlachtens, Backens und Branntweinbrennens. Am Ort der alten Schmiede stand später das Julius Ludwig Rothermund gehörende Parkhaus. Es fiel den Bombenangriffen im Februar 1945 zum Opfer. Nur den Rothermundpark gibt es noch.

Die Einrichtung des Großen Gartens als kurfürstlicher Lustgarten im Jahr 1678 kostete auch die Grunaer Bauern viel Land. Auf eine Entschädigung mussten sie jahrelang warten.

Im Jahr 1813, kurz vor dem Abzug der napoleonischen Truppen, brannte Gruna nahezu vollständig ab. Für den Wiederaufbau des Dorfes durften die Bauern mit Erlaubnis von Fürst Repnin-Wolkonski, dem russischen Generalgouverneur von Sachsen, die Mauer des Großen Gartens abbrechen und die Steine verwenden.

Im 19. Jahrhundert war Gruna ein beliebtes Ausflugsziel der Dresdner. Ab 1873 verkehrte eine Pferdebahn vom Neumarkt nach Gruna.

Ab 1867 bauten sich Angehörige der Dresdner Mittelschicht schlichte Wohnhäuser im Umfeld von Gruna. Das Baumaterial kam von zwei Ziegeleien. Die zwischen dem Großen Garten und der Zwinglistraße gelegene Lehmgrube wurde nach 1886 mit dem Schutt der abgebrochenen Badergasse aufgefüllt. Eine weitere Ziegelei befand sich nahe der Bergmannstraße. Nördlich der Bodenbacher Straße entstanden nach 1885 mehrere Großgärtnereien.

Noch bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts konnte Gruna seinen ländlichen Charakter wahren. Erst zwischen 1920 und 1938 sorgte der genossenschaftliche Wohnungsbau für eine rasche Ausbreitung der Wohnviertel. So entstand z.B. zwischen der Junghansstraße und dem Landgraben ab 1925 eine kleine Gartenstadt mit mehr als 800 Wohnungen. In den Neubauten lebten vorwiegend Angestellte und Arbeiter.

Die im Jahr 1892 fertiggestellte Thomaskirche erlitt im Februar 1945 schwere Bombentreffer, wurde aber bis 1950 wieder aufgebaut. Die anglo-amerikanischen Bombenangriffe beschädigten vor allem die Gebiete Altgruna und Falkensteinplatz. Bereits im Jahr 1949 begann hier der Wiederaufbau. Mit den Trümmern füllte man Teile des Elbe-Altarmes auf.

Der zwischen der Zwinglistraße und dem Rothermundpark gelegene alte Ortskern von Gruna erfuhr ab 1975 eine Überbauung unter anderem mit 17-geschossigen Hochhäusern.


Neugruna
Urkundliche Ersterwähnung: 1307 als Praschytz (altsorbisch: Leute des Pravek), Eingemeindung nach Dresden: 1901 (mit Gruna)

Östlich von Striesen, im Bereich der Kreuzung Schandauer Straße / Ludwig-Hartmann-Straße, befanden sich das erstmals im Jahr 1307 erwähnte Dorf Praschütz und das Vorwerk Grünpraschütz. Schon um 1310 wird das Gebiet als wüst (aufgelassen) bezeichnet. Dieses "Bauernbusch" genannte Land bewirtschafteten später Bauern aus Gruna, Seidnitz, Striesen und Blasewitz.

Nach der Verlegung des Landgrabens im Jahr 1871 zur Spohrstraße hin erwarben Dresdner Unternehmer in diesem sogenannten Grunaer Tännicht mehrere Waldparzellen. Sie legten Straßen durch den Wald und verkauften - wie die Baugesellschaft "Daheim" im Jahr 1876 - ihre Grundstücke als Bauland. So wuchs im Umfeld der Striesener Industrie der Neugruna genannte Arbeiterwohnbezirk heran. Der alte Ziegelweg von Blasewitz nach Seidnitz wurde im Jahr 1896 zur Altenberger Straße ausgebaut.



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