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Stadtteil Wachwitz, Dresdner Fernsehturm
Wachwitzer Flur: erstreckt sich von der Elbaue über die schmale Heidesandterrasse bis zum Rand der Schönfelder Hochfläche
Aus der Geschichte von Wachwitz
1350: urkundliche Ersterwähnung des Rundlings Altwachwitz (auf einem Schuttkegel am Elbufer gelegen, den der Wachwitzbach beim Ausschürfen des tiefen Kerbtales Wachwitzgrund angeschwemmt hatte) als Wachwicz (altsorbisch: "Dorf des Vach"), ab 15. Jahrhundert: Zugehörigkeit des Wachwitzer Rittergutes zur Pillnitzer Grundherrschaft, ab 1623: Gutsherr Joachim von Loss (in den alten Schriften als besonders habgierig und rücksichtslos geschildert) zwang die Wachwitzer Einwohner neben den üblichen Frondiensten auch zu umfangreichen "ungemessenen" Diensten, 1645: Umwandlung des Rittergutes in eine eigenständige Wirtschaft (Hauptgebäude war die alte Weinpresse - der spätere Gasthof "Zum Weinberg" - an der Pressgasse) ohne eigene Ackerflächen, Einkünfte: Wein- und Obstbau an den Elbhängen (altes Dorfsiegel mit Weinbergwächter und zwei Rebstöcken), Brauerei, Zinsen, niedere Jagd und Elbe-Fischfang (die Wirtschaft besaß die "Fischgerechtigkeit")
1824-1854: Erwerb des Wachwitzer Rittergutes (1827) sowie von Wachwitzer Rebland (1854 eine zusammenhängende Rebfläche von 38 ha im Gebiet zwischen dem Kotzschweg in Loschwitz und der Ohlsche) durch Prinz Friedrich August (späterer König Friedrich August II. von Sachsen, reg. 1836-1854), 1824: Bau eines Ensembles klassizistischer Häuser (nach Plänen von Anton Ludwig Blaßmann) am Wachwitzer Weinberg für den Sächsischen Hof, später: Anlage eines Rhododendrongartens und Bau von Sommervillen des Hofes, 1839: Bau einer Kapelle in Wachwitz durch Carl Moritz Haenel
Ausbreitung der Siedlung entlang der Pillnitzer Landstraße und in den Wachwitzgrund hinein, 1885: Niedergang der Weinwirtschaft durch die eingeschleppte Reblaus, Bau von Landhäusern für wohlhabende Dresdner (z.B. Fabrikbesitzer und hohe Staatsbeamte) auf den ehemaligen Weinbergparzellen, wegen der schönen Landschaft auch Ansiedlung von Malern und Dichtern (z.B. Molière- und Shakespeare-Übersetzer Wolf Heinrich Graf Baudissin im Haus Am Steinberg 1), 1893: Umbau einer der Sommervillen des Hofes (ohne Nebengebäude) in eine Königliche Villa (Unteres Schloss, Am Steinberg 14), 1895: Gründung der Wasserkuranstalt "Dr. Klenkes Kurberg" (später als Ziegenmilchwirtschaft "Ziegenalm" weitergeführt)
1903: Straßenbahnanschluss nach Dresden, ab 1928: Bau von Eigenheimen auf dem Hochplateau (Waldmüller- und Hottenrothstraße), 1930: Eingemeindung nach Dresden, 1934-1936: Bau des Oberen Schlosses im Wachwitzer Höhenpark, Zeit der DDR: Oberes Schloss als Ausbildungsstätte der Jugendorganisation und Unteres Schloss als Studentenwohnheim der Pädagogischen Hochschule sowie umliegende Gebäude durch eine Einrichtung für Lehrer-Weiterbildung genutzt
Historische Bausubstanz: Gebäude am Dorfplatz u.a. mit Fachwerkgiebel, Umgebinde an der Giebelseite und Andreaskreuzen im Fachwerk-Obergeschoss, Gedenkstein (erinnert an das Unwetter vom 12. Mai 1844), zweistöckiges Haus Wachwitzgrund 13 (1623) mit Andreaskreuzen im Fachwerk-Obergeschoss und Umgebinde vor der Stube, Fachwerkhaus Am Steinberg 18 (Wende 17./18. Jahrhundert), Häuser Oberwachwitzer Weg 2 und 5 (19. Jahrhundert) mit Fachwerk-Obergeschossen |
 Bild: Oberes Schloss Wachwitz (Grafik)

Dresdner Fernsehturm
Lage: Wachwitzer Höhe (231 m ü. NN) am Oberwachwitzer Weg, 121 m über dem Elbspiegel
Bauzeit: 1964-1969 (am 6. Oktober 1969 eingeweiht)
Merkmale: versorgt die im Elbtal gelegene Stadt Dresden mit terrestrischem Rundfunk und Fernsehen sowie Mobilfunk, 252 m hoch, 7.300 t schwer, Stahlbeton-Ringfundament (Durchmesser 21 m, im Granodioritgestein der Lausitzer Platte gegründet), sehr schlanke Silhouette (Durchmesser 9,40 m am Turmfuß, 16 m am Kelchrand, 15,50 m am Café und 3 m bis 1,80 m am Antennenträger), Betonmantel, darin ein Stahlschaft (dessen durch Wind ausgelöste Schwingungen werden von einem in Öl gelagerten Tilgerpendel gedämpft), zweigeschossiges Café (148 m hoch gelegen), darüber eine Aussichtsplattform (379 m ü. NN, 269 m über dem Elbspiegel) mit herrlichem Rundblick über Dresden und das Dresdner Umland bis hin zum Lausitzer Bergland, zum Elbsandsteingebirge und zum Osterzgebirge, 2 Schnellaufzüge zum Café (6 m/s, Fahrtzeit: 25 s)
Aus der Geschichte: in der Zeit der DDR jährlich etwa 200.000 Besucher im Café, seit 1990 geschlossen, im Eigentum der Deutschen Telekom |
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