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Puppentheatersammlung

Ausstellungsort: Jägerhof
Die mehrere zehntausend Objekte umfassende Puppentheatersammlung stellt das sächsische Marionetten-, Handpuppen- und Figurentheater des 18., 19. und 20. Jahrhunderts vor. Zum Museum gehören weiterhin eine große Theaterbilderbogensammlung, Exponate zum Puppen- und Figurenspiel zahlreicher Völker, Bühnendekorationen, Requisiten, Entwürfe, Plakate, Theaterzettel, Malereien, Grafiken, Miniaturen, Plastiken und vieles mehr, außerdem eine Bibliothek zum Puppenspiel in aller Welt und eine große Sammlung von Puppenspieltexten.

Besucher-Information: www.skd-dresden.de

Puppentheatersammlung - BeispieleTheaterwissenschaftler, Volkskundler, Philologen und Historiker begannen am Ende des 19. Jahrhunderts mit der Puppentheaterforschung, einem Zweig der Theaterwissenschaft. In dieser Zeit entstanden große Privatsammlungen zu diesem Thema.

Die Dresdner Puppentheatersammlung ging aus einer der ältesten privaten Puppenspielsammlungen Deutschlands hervor. Der Leipziger Lehrer, Puppenspiel-Historiograph und Redakteur der ersten deutschen Puppenspielzeitschrift Otto Link (1888-1959) hatte sie zusammengetragen - angeregt vom Leipziger Universitätsprofessor für Medizin und Nestor der deutschen Puppenspielforschung Artur Kollmann (1858-1941). Nach 1918 arbeiteten beide beim Aufbau dieser Puppentheatersammlung eng zusammen. Otto Link sichtete und ordnete die Kollmannsche Sammlung und erhielt Zugang zum Kollmannschen Schriftwechsel mit Puppenspielern in aller Welt. Im Jahr 1929 reiste er nach Prag zur Gründung der UNIMA (Union Internationale de la Marionnette ). Die Dresdner Sammlung ist seit 1958 Mitglied dieser Vereinigung.

Bei der Weihnachtsausstellung der Stadt Dresden im Jahr 1950 wurden auch Exponate aus der Linkschen Sammlung gezeigt. Im Jahr 1952 wurde die Sammlung verstaatlicht und als staatliche Forschungsstelle am Museum für Sächsische Volkskunst fortgeführt. Otto Link gab seinen Beruf auf und übernahm die Leitung der Puppentheatersammlung. Im Jahr 1953 wechselte diese von Leipzig nach Dresden. Link organisierte zahlreiche Ausstellungen in deutschen Städten, bereicherte die Sammlung mit wertvollen Ankäufen und pflegte intensive Kontakte zu Puppenspielern und Theaterwissenschaftlern im In- und Ausland. Mehrere Kollektionen wie die von Dr. Alfred Lehmann und Carl Teumer aus Leipzig sowie von Fritz Müller aus Obercrinitz bereicherten die Sammlung. Nach Links Tod im Jahr 1959 übernahm der Theaterwissenschaftler Rolf Mäser die Leitung der Puppentheatersammlung.

Ab 1960 wurde die Sammlung als selbstständige Abteilung des Staatlichen Museums für Volkskunst in Schloss Hohenhaus in Radebeul geführt (dieses Gebäude wurde durch den Dramatiker Gerhart Hauptmann berühmt, der hier um 1881 seine ersten literarischen Arbeiten schuf). Seit 1968 gehört die Puppentheatersammlung zum Verband der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden - mit einem eigenen Direktorat ab 1972. Im Jahr 1974 entstand eine etwa 200 qm große ständige Ausstellung im Foyer des Staatlichen Puppentheaters Dresden. Ab 1985 war in Schloss Hohenhaus in Radebeul - nach umfangreichen Renovierungsarbeiten - eine neue ständige Ausstellung zu besichtigen. Zwischen 1958 und 1990 erschienen die "Mitteilungen der Puppentheatersammlung" als einzige Fachzeitschrift dieser Art in der DDR.

Inzwischen verfügt die Puppentheatersammlung über mehrere zehntausend Objekte. Ein Schwerpunkt ist das sächsische Marionetten-, Handpuppen- und Figurentheater des 18., 19. und 20. Jahrhunderts. Zum Museum gehören weiterhin eine große Theaterbilderbogensammlung, Exponate zum Puppen- und Figurenspiel zahlreicher Völker, Bühnendekorationen, Requisiten, Entwürfe, Plakate, Theaterzettel, Malereien, Grafiken, Miniaturen, Plastiken und anderes mehr, außerdem eine Bibliothek zum Puppenspiel in aller Welt und eine große Sammlung von Puppenspieltexten. Das Museum organisiert zahlreiche nationale und internationale Ausstellungen und arbeitet in nationalen und internationalen Organisationen zur Förderung der Puppenspielkunst mit.

Im Mai 2004 bezog die Puppentheatersammlung einen neuen Standort in der Garnisonskirche der Albertstadt. Hier präsentierte sie eine Auswahl von Theaterfiguren aus zwei Jahrhunderten, vor allem Beispiele des traditionellen Marionettenspiels in Gastwirtschaften, des Kasperspiels der Jahrmärkte, des pädagogischen und künstlerischen Puppenspiels der 1920er Jahre und des Figurentheaters der Gegenwart. Auch zahlreiche Neuerwerbungen waren hier erstmals zu sehen. Seit dem Jahr 2005 werden Teile der Sammlung im Jägerhof (Innere Neustadt) ausgestellt.




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