Als Gaetano Chiaveri 1739 mit dem Bau der Katholischen Hofkirche begann, brachte er Bauführer und Handwerker aus Italien mit. Direkt neben der Baustelle errichteten sie sich ein Gewirr aus 32 verwinkelten Wohnhäuschen. An diese Siedlung erinnert der Name Italienisches Dörfchen.
1817 bezog Carl Maria von Weber hier seine erste Dresdner Wohnung, im Haus des Kastraten und gefeierten Sopransängers Ceccarelli.
Für Sempers erstes Hoftheater wurden die Häuschen abgebrochen. Nur einige wenige mit Gaststätten blieben stehen, und der Name haftete bald an einer Wirtschaft, die ab 1851 direkt über dem Landeplatz der Dampfschiffe nach Meißen lag.
Erlweins flacher Bau

Den Auftrag, die Elbseite des Theaterplatzes mit einem repräsentativen Neubau zu schließen, erhielt Stadtbaurat Hans Erlwein. Er hielt das Gebäude bewusst niedrig, damit es den Blick von der Elbe auf die historischen Bauten am Platz nicht verstellt. Auch die zurückhaltende klassizistische Fassade ordnet sich dem Ensemble aus Barock und Renaissance unter und lässt zugleich die Nähe des Stromes spüren.
Östlich führt eine breite, doch unauffällige Freitreppe zur Uferstraße hinab. Diese Straße unter der Augustusbrücke hindurch entstand 1910, als die Brücke neu gebaut wurde.
Ruine und Wiederaufbau

Nach den Bombenangriffen im Februar 1945 stand vom Italienischen Dörfchen nur noch eine Ruine. 1956 begann der Wiederaufbau. Die umfassende Restaurierung von 1994 brachte auch die historische Ausmalung der Innenräume zurück, bis hin zur bemalten Decke.
