Landeshauptstadt Dresden
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Mathematisch-Physikalischer Salon

Mathematisch-Physikalischer Salon - Beispiele Die drei Schausäle des Mathematisch-Physikalischen Salons befinden sich im Pavillon an der Nordwestecke des Dresdner Zwingers. Dieses Museum der Instrumentenkunst ging aus der im Jahr 1560 gegründeten Kurfürstlichen Kunstkammer hervor. Im Jahr 1587 umfasste sie schon etwa 9.000 Objekte, darunter fast 1.000 mathematisch-technische Instrumente. Kurfürst August von Sachsen (reg. 1553-1586; nicht mit August dem Starken verwechseln!) erwarb für seine Kunstkammer zahlreiche Werkzeuge und wissenschaftliche Instrumente vor allem aus den süddeutschen Reichsstädten Nürnberg und Augsburg. Diese Instrumente entsprachen damals dem neuesten Stand der Technik und genügten zugleich den hohen repräsentativen Ansprüchen einer fürstlichen Sammlung.

August der Starke (Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen, zugleich König August II. von Polen; reg. 1694-1733) erwarb in ganz Europa zahlreiche künstlerisch wertvolle wissenschaftliche Instrumente, beauftragte aber auch begabte sächsische Handwerker mit der Instrumentenfertigung, womit er den Grundstein für eine eigenständige, europaweit gerühmte sächsische Instrumentenbaukunst legte.

Die kostbare Instrumentensammlung - das "Königliche Cabinet der mathematischen und physikalischen Instrumente" - fand im Jahr 1728 einen ständigen Platz im Zwinger und gehört somit zu den ältesten hier eingerichteten Sammlungen. In dieser Zeit entstand auch das erste Inventarverzeichnis. Der Name "Mathematisch-Physikalischer Salon" ist seit 1746 in Gebrauch. Seit 1999 gehört das Museum zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Die heute etwa 2.000 Sammlungsstücke aus 800 Jahren Technikgeschichte sind nicht nur wegen ihrer wissenschaftlichen Funktion, sondern auch wegen ihrer kunsthandwerklichen Ausführung wertvoll. Zu sehen sind geodätische, astronomische, optische und artilleristische Instrumente, Thermometer und Barometer, Zeichen- und Rechenhilfsmittel, Längenmaße und Waagen sowie Brillen. An ausgewählten Beispielen werden die Anwendung und die Technik der Instrumente beschrieben.

Die Sammlung von Uhren aus 500 Jahren Uhrmacherhandwerk besitzt ebenso Weltruf wie die größte deutsche Sammlung von Erd- und Himmelsgloben aus dem 13. bis 19. Jahrhundert, zu der unter anderem ein überaus wertvoller arabischer Himmelsglobus von 1279 aus der persischen Sternwarte Meragha gehört. Sehr wertvoll sind auch die Rechenmaschine von Blaise Pascal, die im Jahr 1642 entstand und somit eine der ältesten Rechenmaschinen der Welt ist, und die zwischen 1563 und 1568 von Eberhard Baldewein gefertigte Planetenlaufuhr, die den Stand von Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn anzeigt.

Technikgeschichtlich sehr bedeutend sind auch die von Ehrenfried Walther von Tschirnhaus gefertigten Linsen und bis zu 1,80 m großen Hohlspiegel.



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