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Kunstgewerbemuseum (Museum für Kunsthandwerk)

Hauptausstellung: Schloss Pillnitz
Das im Jahr 1876 auf Weisung des Königlichen Sächsischen Ministeriums des Innern als Sammlung von Anschauungsmustern für die ein Jahr früher eröffnete Kunstgewerbeschule gegründete Museum für Kunsthandwerk (Kunstgewerbemuseum) zeigt in Ausstellungen im Wasser- und Bergpalais des Schlosses Pillnitz, in Schloss Moritzburg, Schloss Weesenstein und anderen Schlössern und Burgen der Dresdner Umgebung einen repräsentativen Ausschnitt aus dem europäischen Kunsthandwerk vom Mittelalter bis zur Gegenwart, daneben auch kunsthandwerklich wertvolle Objekte aus Ostasien.

Die Ausstellungen, unter denen die seit 1963 in Schloss Pillnitz bestehende einen zentralen Platz einnimmt, zeigen angewandte Kunst von der Gotik bis zur Gegenwart wie z.B. höfische und bürgerliche Möbel, französische Möbel und Bronzen, italienische Majolika, Augsburger und Dresdner Silber, Tapisserien, Lederarbeiten, Damaste und Spitzen aus Europa und dem Orient, Schnitzereien, Kunstwerke aus Zinn, Kupfer, Bronze und Eisenguss, Schmiedearbeiten und modernes Industriedesign. In barocker Kulisse werden Stücke der Ausstattung des Sächsischen Hofes wie z.B. wertvolle Möbel, prachtvolle Gläser der Hofkellerei und goldbestickte Wandverkleidungen des Paradegemachs des Dresdner Residenzschlosses gezeigt. Das 20. Jahrhundert ist unter anderem mit "Dresdner Jugendstil" und Erzeugnissen des Deutschen Werkbundes vertreten, besonders mit einer umfangreichen Sammlung von Möbeln von Richard Riemerschmid aus den Deutschen Werkstätten Hellerau.

Besucher-Information: www.skd-dresden.de

Gründung des Kunstgewerbemuseums

Am Ende des 19. Jahrhunderts entstanden überall in Europa Kunstgewerbemuseen. Sie sollten Leitbilder für das Handwerk und die Industrie liefern und eine ästhetische und technologische Verbesserung der Waren erzielen, aber auch den Geschmack der Konsumenten entwickeln.

Das Dresdner Kunstgewerbemuseum eröffnete im Jahr 1876 als Abteilung der im Jahr 1875 gegründeten Kunstgewerbeschule. Zum Grundstock der Sammlung gehörten Exponate der im Jahr 1875 im Kurländer Palais gezeigten Ausstellung "Kunstgewerbe vom Mittelalter bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts". Die Objekte der Sammlung sollten als Vorbilder und Lehrmittel für Industrie und Gewerbe dienen und den Studierenden der Kunstgewerbeschule Formgefühl und Geschmack sowie Handwerkstechniken vermitteln. Die Zugehörigkeit des Museums zur Kunstgewerbeschule bestand bis zum Jahr 1914.

Bis 1906 war das Museum im Gebäude des ehemaligen Polytechnikums am Antonsplatz untergebracht, ab 1907 dann in der von den Architekten Lossow und Viehweger an der Güntzstraße errichteten Kunstgewerbeschule. Neben der Schule und dem nun stärker kunsthistorisch orientierten Museum beherbergte das Gebäude auch die Kunstgewerbebibliothek. In den Höfen des Gebäudes waren Dresdner Barock-Sandsteinplastiken und Grabsteine ausgestellt.

Kunstgewerbeschule um 1900

Bild: Kunstgewerbeschule um 1900 (nach einem alten Foto, verändert)


Nicht nur die Studierenden der Kunstgewerbeschule konnten den schnell wachsenden Bestand des Museums intensiv nutzen. An den Wochenenden war der Eintritt für jedermann frei.

Zwischen 1889 und 1923 arbeitete Prof. Dr. Karl Berling (1857-1940) als Leiter der Sammlung. Er erweiterte die Sammelaktivität auf mehrere europäische und ostasiatische Kulturepochen. Im Jahr 1914 trennte der Direktor der Kunstgewerbeschule Karl Groß das Museum offiziell von der Schule. Karl Berling war nun erster Direktor des Museums.

Im Jahr 1940, zu Beginn des Zweiten Weltkrieges, wurde das Kunstgewerbemuseum geschlossen. Den Sammlungsbestand lagerte man aus Furcht vor Bombenangriffen in verschiedene Schlösser Sachsens aus.

In den letzten Kriegswochen im Jahr 1945 ging mit etwa 13.500 Objekten fast die Hälfte des Museumsbestandes durch Zerstörung und Diebstahl verloren. Vor allem die Keramik- und die Glas-Abteilung erlitten schwere Verluste, aber auch die Ostasien- und die Gobelinsammlung büßten viele Stücke ein.

Das Museum für Kunsthandwerk ab 1946

In den Jahren 1946/47 wurden Schloss Moritzburg und andere Schlösser der Dresdner Umgebung mit Möbeln und anderen Objekten der Kunstgewerbesammlung eingerichtet.

Seit 1947 gehört das Kunstgewerbemuseum zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Vorher war es verschiedenen sächsischen Ministerien zugeordnet. Den Namen "Museum für Kunsthandwerk" trägt es seit 1951.

Im Jahr 1958 übernahm das Museum die Restbestände der Dresdner Hofkellerei aus dem Historischen Museum und stellte die schönsten Stücke wie z.B. Deckelpokale mit Ordens- und szenischen Darstellungen aus. Im Jahr 1962 tauschte das Museum seine Porzellane, vor allem Kunstwerke aus Meißner Porzellan, gegen 200 Stück italienische Majolika und englische Keramik (z.B. den verbliebenen Teil der Sammlung des Töpfers Enoch Wood) aus der Porzellansammlung ein.

Zu den bisherigen Sammlungsschwerpunkten (vor allem Textilien, Keramik, Schmiede-, Tischler- und Edelmetallarbeiten) kam die höfische Kunst hinzu - später auch DDR-Design.

Im Jahr 1963 eröffnete im Wasserpalais von Schloss Pillnitz die Ausstellung "Kunsthandwerk des 18. Jahrhunderts". Ein Jahr später, 1964, wechselte das Museum für Kunsthandwerk, mit Ausnahme der Textilien-Abteilung, ganz nach Pillnitz. Im Bergpalais ist die Ausstellung "Kunsthandwerk um 1800", ab 1974 auch die Ausstellung "Kunsthandwerk und Industrieformen des 19. und 20. Jahrhunderts" zu sehen. Das historische Louis-XVI.-Zimmer besteht seit 1971. Im Wasserpalais startete im Jahr 1976 die Ausstellung "Kunsthandwerk der Gotik und Renaissance". In zwei Wandelgängen des Palais sind außerdem die schönsten schmiedeeisernen Gitter, Fliesen und Kacheln der Sammlung ausgestellt.

Biedermeierzimmer im Bergpalais von Schloss Pillnitz
Die Glassammlung wurde in der Zeit der DDR um zahlreiche sächsische Erzeugnisse bereichert, auch um eine aus Schloss Moritzburg stammende Sammlung. Zu den Neuerwerbungen des Museums gehörten damals auch Erzeugnisse der Hellerauer Möbelwerkstätten sowie Beispiele der industriellen Formgestaltung vom Jugendstil bis zur Gegenwart und zahlreiche Bauhaus-Artikel. In den letzten Jahren gelangten auch Arbeiten zeitgenössischer internationaler Designer in die Sammlung.

Das Museum für Kunsthandwerk unterhält mehrere ständige Ausstellungen in Schloss Moritzburg, Schloss Weesenstein und anderen sächsischen Burgen und Schlössern.

Gliederung der Kunstgewerbesammlung

Die Objekte der Sammlung sind nach verschiedenen Kriterien geordnet. Die Gliederung nach dem Stil umfasst solche Epochen wie Gotik, Renaissance, Barock, Rokoko und Louis XVI. Aus der Gliederung nach Materialien gehen solche Abteilungen wie die für Textilien, Möbel, Metall, Keramik und Glas hervor. Hinzu kommen historische Einbauten wie die Holzverkleidung mit Malereien des 14. Jahrhunderts aus Schloss Kriebstein, die farbige Renaissance-Kassettendecke aus Schloss Nossen und die farbige Holzdecke von 1619 aus der Kirche Rechenberg, außerdem Kachelöfen, schmiedeeiserne Gitter und anderes mehr.

Pendule auf Postament von Jean-Pierre Latz und Schreibschrank von Martin SchnellSeit 1911 bereichert die Sammlung von Hans Demiani die Zinn-Abteilung des Museums. Die Abteilung wurde so zu einer der umfangreichsten Zinnsammlungen Europas. Sie umfasst koptische, römische, mittelalterlich-sakrale und französische Zinnarbeiten, Nürnberger Reliefzinn, Schleifkannen und Pokale deutscher Zünfte des 16. bis 18. Jahrhunderts sowie unzählige Gebrauchsgegenstände.

Carlo Antonio Grue - SchlangenhenkelvaseDirektor Karl Berling erwarb zahlreiche wertvolle Objekte für die Keramik-Abteilung. Dazu gehören die Stralsunder Riesenterrine, der Annaberger Krug von Merten Koller (1569) und der Erfurter Kachelofen von 1473. Ansonsten enthält diese Abteilung insbesondere Steinzeug, Steingut, Fayencen, Kacheln und Fliesen.
In der Glas-Abteilung befinden sich unter anderem emailbemalte Humpen, geschnittene Gläser aus Dresdner Manufakturen des 18. Jahrhunderts, böhmische Glaserzeugnisse des Klassizismus und des Biedermeier sowie Glaserzeugnisse im Jugendstil (z.B. Gallé, Daum, Tiffany).

Die etwa 12.000 Objekte der Textilien-Abteilung kamen im wesentlichen zwischen 1876 und 1905 durch Emil Kumsch in die Sammlung. Die Abteilung enthält unter anderem koptische Fragmente, italienische Samte der Renaissance, französische Seiden des Barock, deutsche Brokatstoffe des 17. und 18. Jahrhunderts, chinesische Textilien, Spitzen, Stickereien, Posamente und anderes mehr. Die kostbaren flämischen Gobelins des 16. und 17. Jahrhunderts gingen in den Nachkriegswirren des Jahres 1945 verloren.

Die Möbel-Abteilung umfasst wertvolle Objekte der Schreinerkunst des 15. und besonders des 16. und 17. Jahrhunderts sowie bürgerliches Mobiliar des 18. Jahrhunderts. Nach dem Krieg kamen auch Möbel des Barock und Rokoko aus dem Residenzschloss, aus Schloss Moritzburg und anderen sächsischen Schlössern und Rittergütern hinzu. Die Abteilung zeigt auch ostasiatische, europäische und Dresdner Lackmöbel, seltene Augsburger Silbermöbel und Möbel aus der Dresdner Kunstkammer wie z.B. den Kunstschrank des Dresdner Hoftischlers Schifferstein, den Werkzeugtisch Kurfürst Georgs I. von Sachsen und den Arbeitstisch der Kurfürstin Magdalena Sibylla.

Kunstgewerbe-Museum - Beispiele
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