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Galerie Neue Meister

[ Beispiele ]

Lage: Albertinum an der Brühlschen Terrasse

Die Galerie Neue Meister gehört zu den bedeutendsten deutschen Museen der Moderne. Im Jahr 1931 ging sie aus der "Modernen Abteilung" der Dresdner Gemäldegalerie hervor. Seit 1965 ist sie im Albertinum an der Brühlschen Terrasse untergebracht. Zu ihrem Bestand, der etwa 2.500 Bilder des 19. und 20. Jahrhunderts umfasst, gehören Hauptwerke der Malerei der deutschen Romantik (z.B. von Caspar David Friedrich, Carl Gustav Carus und Ludwig Richter), des Biedermeier und des bürgerlichen Realismus, des deutschen Impressionismus (z.B. von Lovis Corinth, Max Slevogt und Max Liebermann) und des deutschen Expressionismus. Weiterhin sind französische, polnische, rumänische, ungarische und belgische Malkunstwerke des 19. Jahrhunderts und herausragende Gemälde von Otto Dix, der Neuen Sachlichkeit und der Kunst der Nachkriegszeit vertreten. Die Kunstwerke werden zum Teil gemeinsam mit Skulpturen (z.B. von Thorvaldsen, Rodin und Barlach) aus der Skulpturensammlung, die der jeweiligen Epoche entsprechen, präsentiert.

Viele ihrer wertvollen Gemälde verdankt die Sammlung dem sächsischen Staatsminister Bernhard von Lindenau (1779-1854), der im Jahr 1843 bei seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst bedeutende Mittel für den Ankauf zeitgenössischer Werke zur Verfügung stellte. Der Schwerpunkt der heutigen Ankaufsaktivitäten liegt auf der zeitgenössischen Dresdner und deutschen Malerei, aber auch eine bedeutende Sammlung von Malerei der internationalen Avantgarde unserer Zeit bereichert die Galerie. Neu ist auch eine Dauerleihgabe mit rund 40 Werken von Gerhard Richter, die aus dem Besitz des Künstlers sowie aus dem eines privaten Sammlers stammen. Seit August 2004 wird sie in drei Gerhard-Richter-Räumen präsentiert.

Besucher-Information: www.skd-dresden.de

Erster Ankauf zeitgenössischer Werke für die Moderne Abteilung der Gemäldegalerie

Im Jahr 1843 stellte der sächsische Staatsminister Bernhard August von Lindenau (ab 1830 Leiter der Königlichen Museen) einen jährlichen Beitrag von 700 Talern aus seinem Vermögen für den Ankauf von Gemälden bereit. Nun begann ein verstärkter Ankauf zeitgenössischer Werke für die Dresdner Gemäldegalerie, in der sich eine Moderne Abteilung herausbildete. Im Jahr 1848 schloss sich der für die Kunstakademie und die Gemäldegalerie zuständige Akademische Rat dieser Initiative an und stiftete 50% des Reinerlöses aller akademischen Kunstausstellungen für den Ankauf zeitgenössischer Bilder. Dennoch waren die Mittel recht knapp bemessen, sodass sich die Galerie bei der Auswahl der Kunstwerke sehr einschränken musste. Zunächst konzentrierte man sich auf deutsche Maler.

Johann Christian Clausen Dahl - Blick auf Dresden bei Vollmondschein

Bild: Johann Christian Clausen Dahl - Blick auf Dresden bei Vollmondschein (Öl auf Leinwand, 1839)


Anfänglich gelangten unter den Direktoren der Galerie und Professoren an der Kunstakademie Schnorr von Carolsfeld (1794-1872) und Julius Hübner (1806-1882) auch weniger bedeutende Nazarener und Spätklassizisten in die Gemäldesammlung. Bis 1882 verfügte diese nur über vier bedeutende Werke der deutschen Romantik: "Zwei Männer in Betrachtung des Mondes" von Caspar David Friedrich (1840 aus dem Nachlass des Malers erworben) und "Hünengrab im Herbst" (ein Geschenk der Kunstakademie von 1866) sowie von Ludwig Richter "Brautzug im Frühling" (1847 aus Mitteln der Lindenau-Stiftung erworben) und "Überfahrt über die Elbe am Schreckenstein bei Aussig" (1875 im Dresdner Kunsthandel gekauft).

In den 1880er Jahren gelangten einige Werke der bürgerlichen Genremalerei in die Sammlung wie z.B. "Abschied von der Sennerin" von Franz von Defregger, "Tanzpause auf einer elsässischen Hochzeit" von Benjamin Vautier und "Hinter dem Vorhang" von Ludwig Knaus.

Ankauf kunstgeschichtlich bedeutender Werke ab 1882

Nach Julius Hübner übernahm Karl Woermann das Direktorenamt. Er beendete die etwas provinzielle Ankaufspolitik und bereicherte die Sammlung nun mit kunstgeschichtlich bedeutenden Werken von hoher künstlerischer Qualität, die die Strömungen der Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts sichtbar werden lassen. Dazu gehören Werke von Adolph Menzel ("Der Markt von Verona", "Predigt in der alten Klosterkirche zu Berlin"), Fritz von Uhde (Triptychon "Die heilige Nacht", "Bayrische Trommler"), Hans Thomas ("Selbstbildnis", "Der Hüter des Tales"), Arnold Böcklin ("Pan und Syrinx", "Der Krieg"), vom Dresdner Realisten Gotthardt Kuehl ("Im Lübecker Waisenhaus", "Die Augustusbrücke zu Dresden im Schnee") und von den Biedermeier-Malern Carl Spitzweg ("Kirchgang bei Dachau") und Georg Friedrich Kersting.

Nach der internationalen Kunstausstellung im Jahr 1897 in Dresden kaufte die Galerie nun auch ausländische zeitgenössische Werke wie z.B. "Abendgebet" von Eugène Laerman, "Der Puddler" von Constantin Meunier und im Jahr 1904 das berühmte Gemälde "Die Steinklopfer" von Gustave Courbet (auf einer Pariser Auktion). Im Jahr 1909 gelangte der erste französische Impressionist in die Sammlung: Claude Monet mit der "Seineböschung bei Lavacourt". Der Leipziger Sammler Eduard Cichorius schenkte der Galerie zu dieser Zeit neun Gemälde von Joseph Anton Koch und Ludwig Richter.

Im Jahr 1910 übernahm der Kunsthistoriker Hans Posse das Direktorenamt von Karl Woermann. Unter ihm bildeten sich die noch heute wichtigen drei Sammlungsbereiche der Galerie Neue Meister heraus: die deutsche Romantik, der bürgerliche Realismus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und der Impressionismus.

Im Jahr 1911 wurde der Dresdner Museumsverein und 1917 der Patronatsverein der Gemäldegalerie gegründet, wodurch sich die finanzielle Ausstattung der Galerie sehr verbesserte. So konnte man weitere Bilder von Caspar David Friedrich (z.B. 1921 "Das Kreuz im Gebirge"), Adrian Ludwig Richter und Carl Gustav Carus erwerben, die alle drei in Dresden gewirkt hatten. Hinzu kamen Werke von Carl Blechen, Johann Christian Clausen Dahl, Ferdinand Waldmüller, Ferdinand von Rayski (mit 18 Bildern die größte Sammlung seiner Werke), Wilhelm Trübner und Hans von Marées. Zu dieser Zeit kaufte man besonders viele Werke deutscher Impressionisten wie z.B. Max Liebermann, Lovis Corinth, Robert Sterl und Max Slevogt (alle Gemälde seiner Nordafrikareise von 1914).

C.D.Friedrich - Das Kreuz im Gebirge, C.G.Carus - Frau auf dem Söller

Bilder: Caspar David Friedrich - Das Kreuz im Gebirge, 1808 (links), Carl Gustav Carus - Frau auf dem Söller, 1824 (rechts)


Wegen der allgemeinen antifranzösischen Stimmung nach dem Ersten Weltkrieg erwarb die Galerie in den 1920er Jahren nur zögerlich und nach heftigen Debatten im sächsischen Landtag auch mehrere Werke französischer Impressionisten und Nach-Impressionisten wie Edouard Manet ("Dame in Rosa"), Claude Monet, Auguste Renoir, Edgar Degas (u.a. "Zwei Tänzerinnen"), Henri Toulouse-Lautrec und Paul Gauguin ("Zwei Frauen auf Tahiti"). Auch der Holländer Vincent van Gogh, der Belgier James Ensor und der Norweger Edvard Munch sind seit dieser Zeit in der Sammlung vertreten.

Paul Gaugin - Zwei Frauen auf Tahiti

Bild: Paul Gaugin - Zwei Frauen auf Tahiti (Parau Api) (Öl auf Leinwand, 1892)


Gründung und Aufbau der Galerie Neue Meister

Im Jahr 1931 ging aus der Modernen Abteilung der Gemäldegalerie die eigenständige Galerie Neue Meister hervor, die nun in die Sekundogenitur an der Brühlschen Terrasse einzog (hier bis 1945 untergebracht).

W.Lachnit - Mädchen im Pelz, E.L.Kirchner - Stehende nackte Mädchen am Ofen
Ein neuer, vierter Sammelkomplex entstand mit Werken des Expressionismus und des Kubismus z.B. von Max Beckmann, Carl Hofer, Ernst Ludwig Kirchner, Paul Klee, Emil Nolde, Edvard Munch, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff (einem Gründungsmitglied der Dresdner Künstlergruppe "Die Brücke"), Marc Chagall, Lyonel Feininger und Oskar Kokoschka.

Nach ihrer Machtübernahme im Jahr 1933 starteten die Nationalsozialisten im Jahr 1937 die Aktion "Entartete Kunst", bei der sie 437 Kunstwerke aus der Gemäldegalerie Neue Meister (56 bedeutende Werke), dem Kupferstich-Kabinett und der Skulpturensammlung beschlagnahmten und in das Ausland verkauften (darunter Arbeiten von Otto Dix, Emil Nolde, Carl Hofer, Oskar Kokoschka, George Grosz, Conrad Felixmüller, Karl Schmidt-Rottluff und anderen Mitgliedern der Künstlervereinigung "Die Brücke", Lyonel Feininger, Paul Klee, Erich Heckel, Ernst Barlach, Lovis Corinth, Max Liebermann, Wilhelm Lehmbruck und Gerhard Marcks).

Unter den bei den Bombenangriffen am 13. Februar 1945 auf einem Lastwagen am Terrassenufer verbrannten 196 Gemälden befanden sich auch solche der Neuen Meister wie "Steinklopfer" von Courbet, "Frühlingsreigen" von Böcklin, "Wildschweine" von Rayski sowie Bilder von Feuerbach, Hodler, Liebermann, Marées, Puvis de Chavannes, Schwindt, Thoma und anderen.

Gemäldegalerie Neue Meister
Nach Kriegsende wurde eine kleine Auswahl der Sammlung zunächst in Schloss Pillnitz ausgestellt. Nach der Rückkehr der in die Sowjetunion verbrachten Kunstwerke nach Dresden gründete sich im Jahr 1959 auch wieder die Galerie Neue Meister. Seit 1965 ist sie im Albertinum eingerichtet.
In der Zeit der DDR gelang der Galerie der Erwerb oder Rückerwerb einiger Bilder von Carl Hofer, Lyonel Feininger, Emil Nolde, Hans Purrmann, Karl Schmidt-Rottluff (6 Bilder) und Otto Dix (8 Bilder). Das Triptychon "Der Krieg" (1932) von Otto Dix, ein Hauptwerk der Kunstepoche der Neuen Sachlichkeit, das im Jahr 1968 in die Dresdner Sammlung kam, gilt als der wertvollste Ankauf dieser Zeit.

In der Abteilung Sozialistische Gegenwartskunst der Galerie sind bedeutende DDR-Künstler - vor allem der Dresdner und Leipziger Malschule - wie Otto Nagel, Werner Tübke, Willi Sitte, Max Lingner, Wilhelm Rudolph, Paul Michaelis, Hans Grundig, Rudolf Bergander, Harald Hakenbeck, Josef Hegenbarth, Bernhard Heisig, Bert Heller, Bernhard Kretzschmar und Wolfgang Mattheuer vertreten, ebenso sowjetische Maler und solche aus anderen sozialistischen Ländern. Leider ist diese Sammlung inzwischen weitgehend im Depot verschwunden, obwohl sie einen überaus interessanten, facettenreichen Einblick in das Denken und künstlerische Schaffen dieser Zeit vermittelt.

Die Galerie Neue Meister heute

Durch den Umzug des Grünen Gewölbes, des Münz-Kabinetts und der Mittelalterabteilung der Skulpturensammlung in das wiederaufgebaute Residenzschloss entspannt sich nach und nach die Platzsituation im Albertinum, was der Galerie Neue Meister eine großzügigere Präsentation ihrer Sammlung erlaubt. Allerdings brachte die Generalsanierung des Gebäudes lange Zeit Einschränkungen für den Museumsbetrieb mit sich.

Die Abteilung der Romantiker beginnt mit Caspar David Friedrich, dann folgen Carus, Oehme, Dahl und schließlich die Arbeiten von Ludwig Richter. Die Kunst des 19. Jahrhunderts ist in der Ausstellung mit etwa 250 Werken vertreten. Die Gegenwartskunst wurde zunächst weitgehend in das Depot verlagert und verließ dieses nur für wechselnde Sonderausstellungen. Seit Abschluss der Generalsanierung ist eine Auswahl dieser Abteilung wieder ständig zu sehen.

Ein Ausstellungsraum der Galerie Neue Meister nach der Renovierung

Bild: Ein Ausstellungsraum der Galerie Neue Meister nach der Renovierung


In drei renovierten Sälen des 2. Obergeschosses sind Arbeiten des bedeutenden zeitgenössischen Künstlers Gerhard Richter (1932 in Dresden geboren) ausgestellt. Ab 1961 war er Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf, im Jahr 1997 erhielt er den japanischen Kunstpreis Praemium imperiale, im Jahr 2002 war eine Retrospektive seiner Werke im Museum of Modern Art in New York zu sehen. Im Jahr 2004 vermittelte er der Galerie Neue Meister in seiner Geburtsstadt Dresden 41 seiner Werke (Gemälde, Spiegel und Glasobjekte aus der Zeit ab 1963) als Dauerleihgabe.

Die Gesellschaft für Moderne Kunst in Dresden e.V., ein Verein zur Förderung der Galerie Neue Meister, gründete sich im Jahr 1994. Sie sammelt Geld zum Ankauf von Bildern nach Wahl der Galerie und organisiert Dauerleihgaben an das Museum. Bisher konnte der Verein etwa 300.000 EUR sammeln, 16 Kunstwerke erwerben und mehrere Ausstellungen finanzieren.



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