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Museum für Sächsische Volkskunst (Volkskunstmuseum)
Am Ende des 19. Jahrhunderts kam in vielen Regionen Deutschlands die Idee auf, regionale volkskünstlerische Sachzeugen in einem Museum (ähnlich dem Nordischen Museum in Stockholm) zu bewahren und zu dokumentieren. Künstler, Wissenschaftler und Pädagogen strebten dabei auch eine Erneuerung der als ziellos empfundenen Kultur des späten 19. Jahrhunderts von den ethnischen Wurzeln her an.Im Jahr 1897 gründete sich der "Verein für sächsische Volkskunde", zu dessen Hauptaufgaben der Aufbau eines Volkskunstmuseums gehörte. Besonders das Engagement des Malers und Professors an der Königlichen Kunstgewerbeschule Oskar Seyffert (1862-1940), der auch Vorsitzender des Vereins war, ließ den Museumsbestand schnell wachsen. Vorerst verwahrte man die Sammlung zum größten Teil in Kellerräumen der Kunstgewerbeschule und des Japanischen Palais. Ein kleiner Teil wurde in einer ständigen Ausstellung im Palais im Großen Garten präsentiert. Nach dem Umbau des Jägerhofes im Jahr 1913 konnte hier das Landesmuseum für sächsische Volkskunst eröffnen, eines der ersten Museen dieser Art im deutschsprachigen Raum. Im Jahr 1923 übernahm der Landesverein Sächsischer Heimatschutz das Museum. Den Schwerpunkt der Sammlung bildet die Volkskunst der obersächsischen Landschaften und der Lausitz. Durch eine solche Konzentration konnte sich das Museum einen besonderen regionalen und Lebenszusammenhang bewahren. Außer der im Zuge der Industrialisierung allmählich ausgestorbenen bäuerlich bestimmten Volkskunst wird auch lebendige Volkskunst wie z.B. die des Erzgebirges (Spielzeugmacherei, Schnitzkunst, Klöppelei) präsentiert, die heute auf der Grundlage einer vielfältigen gewerblichen Produktion und Arbeitsteilung neben der entwickelten Industrie weiterbesteht. Etwas Besonderes ist auch die lebendige slawische Volkskultur der Lausitzer Sorben, die im Museum unter anderem mit Trachten und vielerlei textilen Techniken präsent ist. Im Zweiten Weltkrieg, ab 1942, waren die Bestände des Volkskunstmuseums in Schloss Weesenstein eingelagert, sodass sie keine wesentlichen Schäden und Verluste erlitten. Schon zu Weihnachten 1945 konnte wieder eine erste Ausstellung in den provisorisch gesicherten Räumen im Erdgeschoss des Jägerhofes eröffnen. Als im Jahr 1950 die bürgerlichen Vereine und Vereinsmuseen aufgelöst wurden, gelangte das Volkskunstmuseum in den Staatsbesitz. Bis 1954 war es als erstes der zerstörten Dresdner Museen vollständig wiederhergestellt. Seit 1968 gehört es zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. nach oben |