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Staatliche Kunstsammlungen Dresden
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Grünes Gewölbe - Ausstellungsstücke   [ Weitere Beispiele ]
Zu den besonderen Kostbarkeiten des Grünen Gewölbes gehören die goldene Trinkschale des Zaren Iwan der Schreckliche (ein Geschenk von Zar Peter I. von Rußland an August den Starken), ein überaus kostbarer Kabinettschrank aus Bernstein (ein Geschenk von Friedrich Wilhelm I. von Preußen an August den Starken), der Dresdner Grüne Diamant (41 Karat, weltweit einziger Diamant dieser Farbe), der Sächsische Weiße (ein Diamant von 48 Karat) und der weltweit einmalige Saphir von 648 Karat (ebenfalls ein Geschenk von Zar Peter I. an August den Starken).

Geschnitzter Kirschkern in kostbarem Ohrgehänge
Der berühmte, irgendwann vor 1589 unter der Lupe geschnitzte Kirschkern soll 185 Gesichter zeigen, lässt tatsächlich aber immerhin 113 Gesichter erkennen. Er ist in ein kostbares Ohrgehänge gefasst und gehört zu einer aus dem 16. Jahrhundert stammenden Gruppe von vier Kirschkernen, die auch Bibelgeschichten, Porträts bzw. Wappen in feinster Ausführung zeigen. Im Jahr 1589 hatte sie Kurfürst Christian I. von Sachsen vom Rat und Reichspfennigmeister Christoph von Loß zu Pillnitz geschenkt bekommen.

Muschelförmige SchaleDresden war auch ein Zentrum der Glaskunst, wovon zahlreiche Stücke z.B. aus Bergkristall und Rubinglas zeugen, die unter anderem mit vergoldeten Silberfassungen und Edelsteinen verziert sind.
Lutherkelch und Luthers Siegelring

Seit 1678 befindet sich auch der silbervergoldete Mundbecher Martin Luthers aus dem Jahr 1539 in der Sammlung. Auch den Becher der polnischen Königin Hedwig aus dem 14. Jahrhundert sowie die Siegelringe von Martin Luther, Philipp Melanchthon und Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen (der Großmütige, reg. 1532-1547) kann man im Grünen Gewölbe besichtigen.


Hofstaat zu Delhi von Johann Melchior Dinglinger
Hofstaat zu Delhi von Johann Melchior Dinglinger

Johann Melchior DinglingerDer zwischen 1701 und 1708 gefertigte Tischaufsatz "Hofstaat zu Delhi am Geburtstag des Großmoguls Aureng-Zeb" (auch kurz "Hofstaat zu Delhi" genannt) ist das Meisterwerk von Johann Melchior Dinglinger (1664-1731), dem aus Biberach am Riss stammenden Hofgoldschmied und Hofjuwelier Augusts des Starken. An der Arbeit waren seine Brüder Georg Friedrich Dinglinger als Emailleur und Georg Christoph Dinglinger als Juwelier sowie zwölf weitere Gehilfen beteiligt.

Der "Hofstaat zu Delhi" ist ein Kabinettstück von großer enzyklopädischer Gelehrsamkeit aus der Spätzeit des Kunstkammergedankens. Er misst 142 x 114 cm, ist 58 cm hoch und besteht aus 137 goldenen und farbig emaillierten Figuren sowie kostbaren Gegenständen aus Gold, Silber, Diamanten, Smaragden, Rubinen, Saphiren und Perlen (insgesamt 165 goldene emaillierte Figuren und Gegenstände sowie 4.909 Diamantrosen, 164 Smaragde, 160 Rubine, 16 Perlen, 2 Kameen und 1 Saphir; weitere 391 Edelsteine und Perlen kamen im Laufe der Zeit abhanden) auf einer silbernen, teilweise vergoldeten Bühne. Der Holzsockel des Tischaufsatzes ist auf der Rückseite mit Chinoiserien bemalt. Der Hofstaat gilt als erste große Chinoiserie-Arbeit der deutschen Kunst.

Der Tischaufsatz zeigt ein Fest am Hofe des indischen Großmoguls Aureng-Zeb, eines Zeitgenossen von August dem Starken, gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Aureng-Zeb regierte das Reich der Großmoguln von 1658-1707 und beherrschte den gesamten indischen Subkontinent. Der Hofstaat wurde nach Illustrationen von Reisebüchern aus den 1660er Jahren geschaffen, aber auch mit chinesischen, ägyptischen und antiken Motiven gestaltet.

Der Hofstaat gliedert sich in drei durch Geländer getrennte Höfe des Palastes: den äußeren, silbernen und die beiden inneren, durch Stufen erhöhten Höfe mit silbervergoldetem Fußboden. In einem Pavillon im Hintergrund sitzt der Großmogul auf einem juwelenbesetzten Thron. Die Würdenträger des Reiches nahen sich ihm mit Gefolge und Dienern, welche Geschenke tragen.

Der "Hofstaat zu Delhi" gilt als Hauptwerk der Juwelierkunst des europäischen Barock. Hofgoldschmied Dinglinger, der durch seine Arbeit zu Wohlstand gelangte und in dessen großem Haus an der Frauenstraße (nahe des Neumarktes) sogar der russische Zar Peter I. im Jahr 1712 Quartier nahm, schuf das Werk zusammen mit seinen zwei Brüdern und 12 Gehilfen in sieben Jahren Arbeit - ohne Auftrag, nur aus Lust am Gestalten.

August der Starke erwarb die Arbeit im Jahr 1709 für 58.485 Reichstaler. Das waren mehr als die ca. 50.000 Taler, die ihn der Rohbau des Barockschlosses Moritzburg gekostet hatte. Etwa ebenso viel kostete damals auch der gesamte Ausbau des Grünen Gewölbes zum Museum. Der Kurfürst und König stotterte das Geld in Raten ab. Die letzten Raten mussten die Erben des im Jahr 1731 gestorbenen Künstlers eintreiben.



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