Landeshauptstadt Dresden
Altmarktbereich
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Neues Rathaus

Neues Rathaus, von der Prager Straße gesehen


Bild: Neues Rathaus, aus Richtung Prager Straße gesehen


Neues Rathaus, von Osten gesehen


Bild: Neues Rathaus (Modell), von Osten gesehen


Lage: südöstlich des Altmarktes (auf dem Gelände der Bastion Jupiter der abgebrochenen Stadtfestung)
Bauzeit, Architekten: 1905-1910, Karl Roth, Stadtbaurat Edmund Bräter
Merkmale: sandsteinverkleidetes vier- bis fünfgeschossiges monumentales Bauwerk mit fünf Innenhöfen und einem 100 m hohen achteckigen Turm, Stilmischung aus Neorenaissance, Jugendstil und Neobarock, Gesamtfläche 13.000 qm (davon 9.255 qm Gebäudefläche)
Nutzung: Dresdner Rathaus (das bis zu seiner Zerstörung im Februar 1945 an der Nordwestecke des Altmarktes stehende Alte Rathaus von 1744 hatte zur Jahrhundertwende nicht mehr genug Platz für die Stadtverwaltung geboten)

Aussichtsplattform des Rathausturmes: Mai bis Oktober täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet (Lift zur Aussichtsplattform in 68 m Höhe; letzte Auffahrt: 17:30 Uhr)

Seit 1910 prägt der 100 m hohe Turm des Neuen Rathauses die Silhouette der Dresdner Altstadt. Die Aussichtsplattform des Rathausturmes in 68 m Höhe gewährt einen herrlichen Blick über die Stadt - bei guter Sicht auch bis zum Elbsandsteingebirge. Die auf dieser Höhe stehenden 15 Plastiken symbolisieren die menschlichen Tugenden. Das Ziffernblatt der Turmuhr ist 4,25 m groß.

Grundriss des Neuen Rathauses

Bild: Grundriss des Neuen Rathauses



Bei der Ausschreibung für den Bau des neuen Rathauses erhielt der bis dahin unbekannte Architekt Karl Roth aus Darmstadt den Zuschlag, wahrscheinlich, weil sich die neobarocke Gestalt seines Rathausturmes gut in das damalige Dresdner Stadtbild einfügte. Dresden hatte sich zu dieser Zeit als "Barockstadt" wiederentdeckt, was sich auch an vielen neobarocken Geschäfts-Neubauten in der Altstadt zeigte. Dem Bau des Neuen Rathauses musste allerdings auch einige wertvolle barocke Bausubstanz weichen.

Die Bombenangriffe im Februar 1945 beschädigten das Neue Rathaus schwer - es brannte auch teilweise aus. Aber schon zwischen 1948 und 1952 wurde es weitgehend wiederhergestellt: der Turm originalgetreu, der Rest des Gebäudes leider in einer vereinfachten, recht klobigen Gestalt, so dass die ästhetische Einheit mit dem Turm verloren ging. Der neue Festsaalflügel (Ostflügel) entstand in den Jahren 1962 bis 1965.

Nach dem Wiederaufbau des Rathauses wurden dessen Höfe mit zahlreichen Bildhauerarbeiten geschmückt wie z.B. die in der Dresdner Kunst- und Glockengießerei C. Albert Bierling gegossene Figurengruppe "Kinder mit Hund", die Kommerzienrat Oskar Bierling der Stadt Dresden gestiftet hatte.

Treppenhaus im Festsaalflügel des Neuen Rathauses

Bild: Der prächtige Jugendstil-Treppenaufgang des Festsaalflügels ist mit (restaurierten) Wandmalereien von Otto Gussmann (1869-1926) geschmückt.


Der auch Goldene Pforte genannte Eingang des Festsaalflügels besitzt vier vergoldete Gittertüren (Karl Groß). Davor stehen zwei bronzene Löwen (1910, Akademieprofessor Georg Wrba). Über dem Haupteingang sind die Wappen von Städten zu sehen, die im zweiten Weltkrieg ein ähnliches Schicksal wie Dresden erfuhren - z.B. die Wappen von Coventry (mit Elefanten), von Leningrad (mit Segelschiff), von Lidice (mit Rosen) und von Wroclaw (mit Adler).

Eingang des Ostflügels mit der Goldenen Pforte

Bild: Goldene Pforte des Festsaalflügels (Ostflügels) des Neuen Rathauses


Skulptur "Trümmerfrau" vor dem Rathaus-Ostflügel
Skulptur "Trümmerfrau" vor dem Neuen Rathaus

Bilder: Skulptur "Trümmerfrau" (1952, Walter Reinhold, ursprüngliche Eisenplastik 1968 durch einen Bronzeguss ersetzt) auf dem Rathausplatz vor dem Ostflügel des Neuen Rathauses; den Frauen gewidmet, die nach 1945 die Dresdner Innenstadt von Trümmern beräumten

Skulptur "Bacchus auf einem trunkenen Esel reitend" am Neuen Rathaus

Bild: Bronzegruppe "Bacchus auf einem trunkenen Esel reitend" (1910, Georg Wrba) vor der Gaststätte "Ratskeller" an der Nordostecke des Neuen Rathauses; Das Berühren des (hierdurch stets blank polierten) großen Zehs des Bacchus soll Glück bringen, oder zumindest zu einer baldigen Rückkehr nach Dresden verhelfen.


Westseite des Rathauses

Bild: Rathausbrunnen (1911) an der (etwas düster wirkenden) Westseite des Neuen Rathauses


Goldener Rathausmann

Goldener Rathausmann auf dem Turm des Neuen RathausesAuf der Spitze des Rathausturmes steht der Goldene Rathausmann (1908, Richard Guhr, Dresdner Bildhauer). Der aus Kupfer bestehende bärtige Mann mit Mauerkrone auf dem Haupt symbolisiert den Schutzpatron Herkules. Er weist mit seinem rechten Arm über die Stadt und gießt mit seinem linken Arm ein Füllhorn über diese aus. Die Figur ist 4,90 m groß, 1.750 kg schwer und mit 100 g Blattgold überzogen. Der Arm misst 2,10 m.

Im Jahr 1963 wurde die Skulptur am Standort restauriert. Aufgrund des inzwischen bedenklichen baulichen Zustandes nahm man den Rathausmann im August 2004 für eine gründliche Restaurierung vom Rathausturm herunter. Nun erstrahlt er wieder in neuem Glanz an seinem Standort.

  Ewald Redam
Ewald RedamDer Zirkuskünstler, Ringer und Kraftakrobat Ewald Redam (1884-1947), der im Jahr 1907 Sachsenmeister im Schwergewicht und Achtkampf wurde, stand dem Bildhauer Richard Guhr Modell für den Rathausmann.

Im Atelier der Königlichen Kunstgewerbeschule präsentierte sich Ewald Redam auch als Modell für andere Skulpturen wie die Figuren des Brunnenensembles auf dem Albertplatz und den Ballwerfer vor dem Hygiene-Museum. Später baute er sein Varieté "Vier Redams-Kraftathleten" auf, mit dem er in Deutschland jedoch nur mäßigen Erfolg erzielte. Im Jahr 1932 ging er in die Sowjetunion.

Nach Kriegsende 1945 arbeitete er als Dolmetscher für die sowjetische Kommandantur in Meißen. Die Neugründung eines Varietés misslang. Hoch überschuldet nahm sich Ewald Redam im Jahr 1947 an der Elbe bei Meißen das Leben.




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