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Borsberg, NSG Borsberghänge
Borsberg
Der bis um 1780 Golk genannte, aus Zweiglimmergranodiorit bestehende Borsberg (354 m ü. NN) ist das Ziel vieler von Pillnitz, Oberpoyritz und Graupa kommenden Wanderwege. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts gilt er als beliebtes Ausflugsziel der Dresdner. Auf Anregung von Kabinettsminister Graf Camillo Marcolini (1739-1814) schuf man damals auf seiner Kuppe eine künstliche Felsengrotte. Dann baute man hier eine Gaststätte mit Terrasse und daneben einen Aussichtsturm, von dem sich ein beeindruckender Ausblick in alle Himmelsrichtungen bietet - im Nordwesten über die Lausitzer Granodioritplatte hinweg zur Dresdner Heide, im Norden zu den Weißiger Bergen (Hutberg, Lindenberg und Napoleonstein), im Südosten zum Elbsandsteingebirge und im Süden über die Dresdner und Pirnaer Elbtalweitung hinweg bis zum Osterzgebirge. Westlich vom Aussichtsturm steht eine steinerne Triangulierungssäule 1. Ordnung, im Jahr 1865 für die europäische Gradvermessung errichtet.
Am Südhang des Borsberges, bei 300 m ü. NN, beginnt der Tiefe Grund, das kürzeste, aber gefällereichste Kerbtal des Borsberggebietes. Unterhalb des Jagdweges verläuft er als ein Tal mit schmaler Sohle, das im unteren Abschnitt besonders eng und steilhängig wird. Am Hang treten Klippen aus Zweiglimmergranodiorit hervor. Im Bachbett liegen stellenweise mächtige Felsblöcke.

Etwa 200 m östlich vom Tiefen Grund (etwa 450 m nördlich von Kleingraupa) sind an den lößbedeckten Flachhängen sogenannte Tilken zu sehen - 3 bis 5 m tiefe Hohlformen mit 7 bis 8 m breiter Sohle und etwa 30° geneigten Hängen. Es handelt sich wahrscheinlich um alte Hohlwege, die dann als Dauergrünland genutzt wurden.


Naturschutzgebiet Borsberghänge
Der Friedrichsgrund und die sich zwischen dem Friedrichsgrund und dem Tiefen Grund bei Graupa hinziehenden Borsberghänge gehören seit 1961 zu einem 107 ha großen Naturschutzgebiet. Hier blieben natürliche und naturnahe Laubwaldgesellschaften erhalten, wie sie einst im Gebiet der Lausitzer Störung zwischen Pirna und Weinböhla verbreitet waren. Die Vegetation des Friedrichsgrundes ist typisch für die Täler des rechtselbischen Gebietes zwischen Klotzsche und Graupa.

Oben auf dem Plateau des Naturschutzgebietes wächst ein Eichen-Birken-Kiefern-Mischwald mit einer vom Heidekraut beherrschten Krautschicht. Auf Felsvorsprüngen und -kuppen stehen krüppelhaft wachsende Kiefern.

An den weniger durch Austrocknung gefährdeten Talhängen gedeihen Traubeneichen-Rotbuchen-Wälder, die je nach Hangneigung und -exposition verschiedene Ausbildungsformen zeigen.

Die warmen südwestexponierten Hänge tragen meist einen Eichen-Hainbuchen-Wald, in dessen Krautschicht an nährstoffreichen Standorten Arten wie Frühlings-Platterbse, Goldnessel, Großes Hexenkraut und Hain-Rispengras wachsen. Charakteristisch für diesen Wald sind neben Liguster und Feldahorn als typische Gehölze des Elbhügellandes auch die subatlantisch-zentraleuropäischen Arten Sternmiere, Wald-Labkraut, Maiglöckchen und Geflecktes Lungenkraut, die submediterran-zentraleuropäischen Arten Astlose Graslilie und Karthäusernelke sowie die süd- bis mitteleuropäisch-sarmatischen Arten Hain-Wachtelweizen, Schwalbenwurz und Pfirsichblättrige Glockenblume. Auch die seltene eurasisch-kontinentale Erdsegge sowie säureliebende Arten und Verhagerungszeiger wie Zartes Straußgras und Wald-Habichtskraut sind anzutreffen. Auf trockenem, ausgehagertem Boden besteht die Krautschicht vorrangig aus Drahtschmiele und Heidelbeere. Am Waldrand bildet die Schlehe Gebüschsäume.

An den kühleren und feuchteren nordexponierten Hängen der Bachtäler und in den Schattenlagen wachsen Farne. Ansonsten treten im Bereich der Mittelhänge auf wechselfeuchten Böden die Silberhainsimse, das Pfeifengras und die seltene osteuropäische Färberscharte auf.

Auf den feinerdereicheren Unterhängen sind zahlreiche Kräuterarten wie Frühlings-Platterbse, Bingelkraut, Lungenkraut und Nesselblättrige Glockenblume zu finden. Am Bach stehen Bergulmen und Bergahorne. Auf der Sohle der tiefen Täler sind stellenweise Schluchtwälder, vor allem der Ahorn-Eschen-Schluchtwald, ausgeprägt, in deren Krautschicht auch montane Arten auftreten, die sonst im milden Klima des Elbhügellandes nicht vorkommen. Dazu gehören Hasenlattich, Geißbart, Fuchs-Kreuzkraut und Hirschholunder.

In den Mischwäldern des Naturschutzgebietes horsten Habicht, Wespenbussard und Mäusebussard, in den von Schwarz- und Grauspechten geschaffenen Höhlen brüten Hohltauben. Zu den Vogelarten der vorwiegend mit Laubwald bewachsenen nordexponierten Hänge gehören Laubsänger, Mönchs- und Gartengrasmücke, Pirol, Kleiber und Schwanzmeise, bei reichem Unterholz auch Gimpel, Buchfink und Zaunkönig. An den südwärts gerichteten trockenen, vorwiegend mit Kiefern bewachsenen Hängen treten unter anderem Sperber, Buntspecht, Eichelhäher, Ringeltaube, Amsel, Rotkehlchen, Haubenmeise und Tannenmeise auf. Häufiger anzutreffen sind auch Singdrossel, Goldhähnchen und Heckenbraunelle. An den Bächen lebt die Gebirgsstelze.

Wegen des teilweise starken Gefälles und der geringen Wasserführung treten kaum Fische in den Bächen auf. Häufig sind dagegen Bachkrebse und Köcherfliegenlarven zu finden, ansonsten im Talgrund auch Schwarze Wegschnecken.



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