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Stadtteile Nickern und Kauscha
Aus der Geschichte von Nickern
Fund verstreuter Siedlungsreste aus der Bandkeramikzeit (Zeit der ersten Feldbauern und Viehzüchter der Region) im gesamten Ortsbereich (u.a. Getreidereste, Skelettgräber mit Baumsargresten und Keramikbeigaben, Steinwerkzeuge, älteste Funde etwa 6.000 Jahre alt), Germanengräber vom Ende des 6. Jahrhunderts mit reichen Beigaben (die Langobardenstraße erinnert an diese Funde)
1288: urkundliche Ersterwähnung (zusammen mit Lockwitz) als Nicur (Ort des Nikur, ging aus einer spätslawischen Siedlung hervor, 1378 als Nigkur, 1443 als Nickor und 1464 als Nickern erwähnt), um 1360: Bau des Herrenhauses, Frondienste und Abgaben für das Rittergut Lockwitz, Obergerichtsbarkeit von Oberlockwitz ausgehend, die Einwohner gehörten zur Kirchgemeinde der Leubnitzer Kirche, 16. Jahrhundert: Erwähnung der Familie Alnpeck als Grundherren von Lockwitz und Nickern (Georg Alnpeck war Mitbegründer der Kupfersaigerhütte Grünthal, sein Sohn Hieronymus wohnte ab 1523 zeitweise in Nickern), 1622: Umbau des Herrenhauses Nickern im Auftrag von Oberkammer- und Bergrat Joh. Georg von Osterhausen (er übernahm laut einer Inschrift auf der Gutsglocke in jenem Jahr den Besitz), 1693: Aufstockung des Herrenhauses zu einem zweigeschossigen Barockbau mit Mansarddach für Oberhofmeister Hans von Bose (Jahreszahl am Korbbogenportal in der Mitte der Fassade des Schlosses), nur 5 größere Bauerngüter bestanden im Umfeld des unregelmäßigen Dorfplatzes sowie kleine Häusleranwesen, 1870: Bau des barock gestalteten Glockenturmes an der Nordostecke des Schlosses (Wetterfahne von 1673), Erweiterung des Ortes nach Westen mit einigen Wohnhäusern, der Schmiede und der Schule (1884, aus Spenden von Wilhelm Büttig (1809-1879) - Staatsrat und Leibarzt des russischen Großfürsten Constantin - und dessen Neffen, dem Nickerner Bauern Ernst L. Büttig, finanziert), Ende des 19. Jahrhunderts: Ansiedlung von Handwerkern und Arbeitern (1890: 25 Arbeiter, v.a. Bau- und Ziegeleiarbeiter, 1930: schon 72 Arbeiter und nur noch 4 Guts- oder Obstpächter), 1922/23: Anschluss von Nickern an Lockwitz, 1925: Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern der Wohnkolonie Neu-Nickern auf parzelliertem ehemaligen Rittergutsland im Bereich der Langobardenstraße v.a. für Beamte und Angestellte, 1930: Eingemeindung nach Dresden, 1945: Aufteilung des Rittergutslandes an Neubauern und Siedler im Zuge der Bodenreform, 1952: Gründung einer landwirtschaftlichen Genossenschaft (nutzte einige Rittergutsgebäude), 1960: Gründung einer Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft (ca. 28 ha Nutzfläche, 3.000 Beerensträucher und 14.000 Obstbäume), etwa 20 ha Obstplantagen östlich des Ortes auf ehemaligem Rittergutsland vom Institut für Obstbau Pillnitz übernommen, Schloss Nickern als Kulturzentrum mit Veranstaltungssaal, Schulhort und Kindergarten genutzt, einige historische Bausubstanz blieb im Ort erhalten: u.a. Vierseithof Nr. 16 (älteste Bauteile stammen laut einer Inschrift von 1605), Fachwerk-Obergeschoss und gewölbte Ställe des Wohnstallhauses aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, Wohnstallhaus von 1794 des ehemaligen Beigutes des Rittergutes, mehrere Altbauten fielen den englisch-amerikanischen Bombenangriffen im Jahr 1945 zum Opfer
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Aus der Geschichte von Kauscha
frühe Besiedlung dieses Gebietes (u.a. Reste einer mittelbronzezeitlichen Siedlung von ca. 1200 v.Chr. mit Keramik, Steingeräten und einem Webstuhl-Tongewicht, Fund aus der jüngeren Bronzezeit südöstlich von Kauscha unter anderem mit Fußringen und einer Sichel, Gräberfeld der ältesten Eisenzeit etwa 500 m nördlich von Kauscha), Siedlungsreste (vom Ende des 11. Jahrhunderts) der (wahrscheinlich frühdeutschen) Wallanlage "Hungerburg" auf einer vorspringenden Geländezunge über dem Geberbach südöstlich des Ortes
1288: urkundliche Ersterwähnung des links des Geberbaches gelegenen Rundweilers als Cudeschowe (altsorbisch: Ort des Chudosch, 1435 als Kaudischow, 1555 als Kauschie und 1621 als Kauschaw erwähnt), Klein-Kauscha (einst nur 2 Höfe) lag rechts vom Geberbach, Einwohner gehörten zur Kirchgemeinde Leubnitz, Grundbesitz an die Rittergüter Borthen und Niederlockwitz sowie an das Klostergut Leubnitz des Klosters Altzella aufgeteilt, 1362: Ermordung des Abtes von Altzella durch Kaspar von Kudeschow (weil seine Mutter, eine Kauschaer Untertanin des Klostergutes Leubnitz, wegen Schulden aus der Kirche verbannt worden war), 1539 (nach der Reformation): Wechsel des Kauschaer Klosterbesitzes (wie aller Besitzungen des Klosters Altzella im Dresdner Raum) zum Amt Leubnitz, 17. Oktober 1813 (im Napoleonischen Krieg): Besetzung durch russische Truppen, Zerstörung einiger Höfe durch französischen Kanonenbeschuss (Inschrift am Haus Nr. 7), später: Betrieb eines Kalkofens an der Flurgrenze zu Nickern und von Steinbrüchen unterhalb des Dorfes und im Nordwesten am Gamighübel (Dohnaer Granodiorit zu Straßenschotter verarbeitet), 1956: Eingemeindung nach Goppeln, Zeit der DDR bis 1971: landwirtschaftliche Nutzung des Gebietes Kauscha durch den VEG Tierzucht Dresden-Pillnitz (u.a. Feldgemüse, Frühgemüse in Gewächshäusern, Hopfenanbau auf 16 ha), Bau von 8 Doppelhäusern des Volksgutes an der Straße nach Nickern, 1996: Eingemeindung mit Goppeln nach Bannewitz, 1999: Loslösung von Bannewitz und Eingemeindung nach Dresden
einige historische Bausubstanz blieb erhalten: u.a. einige teilweise massiv aus Sandstein gebaute Anwesen (z.B. Nr. 6 mit schwungvollem Rundbogentor, Schlussstein mit Jahreszahl 1781, Dreiseithof Nr. 10 mit zweigeschossigem Stallgebäude mit vorkragendem Lehmfachwerk-Obergeschoss und einem über eine Treppe erreichbaren Hochlaubengang am Mittelteil der Traufseite, Jahreszahl 1718 und die Initialen des Erbauers am Türsturz) |
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