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Briesnitz
Urkundliche Ersterwähnung (Bor-Urkunde): 1071 als Bresnice (altsorbisch: breza = Birke), Eingemeindung nach Dresden: 1921

www.dresden-briesnitz.de

Von Briesnitz bis Dölzschen zieht sich der Südwestrand des Dresdner Elbtales als Anhöhe hin. Jenseits davon - zwischen der Autobahn A4 im Norden und dem Tharandter Wald im Süden - erstreckt sich ein überwiegend landwirtschaftlich genutztes, kaum bewaldetes flaches Gebiet, das nur von wenigen steileren Abschnitten bzw. Flusstälern unterbrochen wird.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war der Westen des heutigen Dresdner Stadtgebietes ein ausgedehntes Wald- und Ackerland mit nur wenigen kleinen Dörfern sorbischen Ursprungs. Im Untergrund, unter dem fruchtbaren Lößlehm dieses Gebietes, steht Pläner an. In den Siedlungen ist noch heute viel altes Pläner-Mauerwerk zu finden.

Auf dem steil abfallenden Briesnitzer Geländevorsprung fand man dicht an der Elbe Reste eines Burgwalles aus slawischer Zeit. Der hinter einem Vorgraben gelegene Wall besaß eine steinerne Blendmauer als Außenfront. Im Inneren enthielt er eine mit Hölzern abgestützte Lehmfüllung. An der Rückseite war eine mehrfache Holzplankenwand angesetzt.

Im Jahr 965, kurz nach der Gründung der Mark Meißen, wurde der Briesnitzer Wall als Burgward ausgebaut. An diesem führte der zwischen Meißen und Bautzen verlaufende Bischofsweg entlang, auf dem die Meißner Bischöfe unter anderem zur Burg Stolpen fuhren, die sich von 1222 bis 1559 in ihrem Besitz befand. Der von Meißen kommende linkselbische Weg erreichte in Briesnitz die "Eiserne Furt". Noch bis etwa 1930 war der zum Elbufer führende Hohlweg am Borngraben vorhanden. Nach dem Elbübergang lief der Weg am rechten Elbufer im Verlauf der heutigen Scharfenberger Straße weiter nach Osten zur Bautzner Straße. Ein Abschnitt dieser Strecke im Norden der Dresdner Neustadt heißt noch heute Bischofsweg.

Schon um 1100 war Briesnitz ein wichtiges kirchliches Zentrum des Elbtalgaues Nisan. Im Jahr 1269 wird es als Hauptort des Archidiakonats Nisan erwähnt. Hier tagte das bischöfliche Gericht, der Dingstuhl. Der Bischof übte die Obergerichtsbarkeit in 40 Dörfern aus, in manchen auch das niedere oder Erbgericht, das gewöhnlich der Gutsherrschaft zustand. Zeitweise befand sich auch der Sitz des Erzpriesters von Dresden in Briesnitz.

Briesnitzer Kirche
Die Briesnitzer Kirche wird erstmals im Jahr 1273 erwähnt. Aus dieser Zeit stammen ihr Chorpolygon, der Triumphbogen und das Ostfenster. Das Chorgewölbe entstand beim Umbau der Kirche im Jahr 1474. Im Jahr 1602 brannte der Kirchturm nach einem Blitzschlag ab. In der heutigen Gestalt zeigt sich die Kirche seit ihrem Umbau durch Gotthelf Ludwig Möckel im Jahr 1882. Zum Kirchspiel gehörten 27 Dörfer zwischen dem Gebiet der Weißeritz und dem Tännichtgrund bei Niederwartha.
Im bäuerlichen Gassendorf Altbriesnitz gab es das große Vorwerk des Archidiakonats und das kleine bischöfliche Vorwerk. Aus der Vereinigung der beiden Vorwerke ging das Bennogut (Altbriesnitz 4) hervor. Das turmartige Torhaus entstand einer Inschrift zufolge nach einem Brand im Jahr 1769. Nach der Reformation (1539) wurde das Gut zwischen 1555 und 1559 aufgelöst. Dessen Felder vergab man zum großen Teil als Pachtland an die Bauern dieses Gebietes. Zusammen mit den umliegenden Dörfern gehörte Briesnitz nun zum kurfürstlichen Amt.

Auf einem Teil des ehemaligen Vorwerksgeländes legte die Gemeinde im Jahr 1768 den Volkspark an.

Das Weinberghäuschen (Meißner Landstraße 2b), ein schlichter zweigeschossiger Bau mit Zeltdach, erinnert an den bis Ende des 19. Jahrhunderts an den südexponierten Hängen um Briesnitz betriebenen Weinbau.

Ab etwa 1850 kamen zu Altbriesnitz und den Häusern an der Kirche immer mehr neue Wohnhäuser an der Meißner Landstraße hinzu. Der im Jahr 1911 gegründete Verein "Eigenheim" baute eine Wohnsiedlung im Süden der Flur, die im Jahr 1919 schon mehr als 2.500 Einwohner zählte und im Jahr 1936 insgesamt 364 Häuser umfasste. In Altbriesnitz blieb viel sehenswerte Bausubstanz aus früherer Zeit erhalten.

Beim Bohren eines 64 m tiefen Brunnens im Jahr 1904 nahe des Borngrabens, mit dem die Trinkwasserversorgung von Briesnitz gesichert werden sollte, stieß man auf einen eisenhaltigen Säuerling. Dessen Wasser diente von nun an auch als Heilwasser, Mineralwasser und zur Bereitung von Getränken. In der Zeit der DDR wurde es unter dem Namen "Bramsch" verkauft. Diese Firma hatte in der Friedrichstadt ihren Sitz.



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