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Schillerhäuschen, Schiller-Körner-Brunnen ![]()
Friedrich von Schiller (1759-1805) siedelte im September 1785 von Leipzig nach Dresden über. Der Dresdner Jurist, Literaturkritiker und Kunstmäzen Christian Gottfried Körner (1756-1831) erkannte das Talent Schillers sofort und unterstützte diesen großzügig mit Geld, womit er den Dichter aus großer finanzieller Not rettete. Die Figur der "Gustel von Blasewitz" in Schillers Drama "Wallensteins Lager" erinnert an die Dresdner Zeit des Dichters (Blasewitz ist ein Stadtteil von Dresden). In dem von Körner zwischen 1783 und 1793 bewohnten Stadthaus (Körnerstraße 7) - dem später Körnerhaus genannten Gebäude, das bis zur Zerstörung im Februar 1945 am ehemaligen Kohlmarkt (östlich des Japanischen Palais) stand - herrschte ein reges Geistesleben, das insbesondere die Ideale des Klassizismus vertrat. Hier waren unter anderem Goethe (1790), Zelter, Herder, Kleist, Novalis, Wieland, die Brüder Humboldt, die Brüder Schlegel, Friedrich Schleiermacher, Ludwig Tieck und Wolfgang Amadeus Mozart (1789) sowie Heinrich von Kleist, Ernst Moritz Arndt und der Freiherr von Stein zu Gast.
![]() Bild links: Friedrich von Schiller (nach einem Gemälde von Anton Graff; dieser schrieb: "Schiller ist ein unruhiger Geist. Endlich gelang es mir, ihn in einer Stellung festzubannen, in welcher er, wie er versicherte, sein Lebtag nicht gesessen.") Bild rechts: Christian Gottfried Körner (Gemälde von Anton Graff) Schon bald wurde Schiller der - auch von vielen anderen Künstlern beklagten - engstirnigen Verhältnisse in der sächsischen Residenzstadt überdrüssig. Im Juli 1787 zog er nach Weimar um, wo seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Johann Wolfgang von Goethe begann. Im Jahr 1801 war er noch einmal in Dresden zu Gast. Das an der Loschwitzer Schillerstraße stehende Schillerhäuschen ist ein ehemaliges Gartenhaus. Das Grundstück gehörte der Familie Körner, die den Weinberg im Jahr 1785 als Sommerwohnsitz erworben hatte. In dem Gartenhaus soll Schiller am Stück "Don Carlos" und an der berühmten "Ode an die Freude" gearbeitet haben. Belegt ist aber nur, dass er sich in den Sommermonaten in Körners Sommerhaus unten am Loschwitzer Weinhang aufhielt und ansonsten in seiner Dresdner Stadtwohnung arbeitete (im Park hinter dem Barockhaus an der Großen Meißner Straße markiert eine Gedenktafel den Standort jenes Hauses). Ob er sich je im Gartenhäuschen oben auf dem Weinberg aufgehalten hat, ist dagegen ungewiss. Wie das Körner-Museum sind auch viele Akten, die darüber nähere Auskunft geben könnten, ein Opfer des Zweiten Weltkrieges geworden. Beim Verkauf des Grundstückes im Jahr 1818 an den Verlagsbuchhändler Vetter wird das Gartenhäuschen nicht erwähnt. Möglicherweise wurde es im Jahr 1813, während des Napoleonischen Krieges, zerstört. Oder man hat es überhaupt erst um 1820 gebaut und nachträglich zu Schillers Arbeitshäuschen deklariert. Im Jahr 1823 erschien in "Beckers Taschenbuch für gesellige Stunden" der Kupferstich "Pavillon auf Körners Weinberg, wo F. v. Schiller wohnte", womit aber auch allgemein Körners Weinberg als Aufenthaltsort Schillers gemeint sein könnte und die Zeitgenossen das Gartenhäuschen dann schlicht mit dem Weinberghaus, wo sich Schiller nachweislich aufhielt, verwechselten. Die im Jahr 1855 zum 50. Todestag Schillers am Gartenhäuschen angebrachte Gedenktafel sollte eigentlich das Weinberghaus zieren, was damals jedoch am Widerspruch der Besitzerin, die um ihre Ruhe fürchtete, scheiterte. ![]() Bild: Kupferstich "Pavillon auf Körners Weinberg, wo F. v. Schiller wohnte" ("Beckers Taschenbuch für gesellige Stunden" 1823) Schiller-Körner-Brunnen Der Bildhauer Oskar Rassau und der Architekt Martin Pietzsch schufen in den Jahren 1912/13 an der Weinbergmauer gegenüber dem Schillerhäuschen den Schiller-Körner-Brunnen. Dieser erinnert an die Freundschaft zwischen Friedrich von Schiller und Christian Gottfried Körner sowie an den Abschied Schillers im Jahr 1801, aber auch an den Abschied des Dichters Theodor Körner von seiner Familie im Jahr 1813. Als Leutnant in dem gegen die Napoleonischen Truppen kämpfenden Lützowschen Freikorps fiel dieser noch im selben Jahr, nur 22 Jahre alt, bei einem Gefecht nahe des mecklenburgischen Ortes Gadebusch.![]() Friedrich von Schiller - Kurzbiografie
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