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Ortschaft Schönfeld-Weißig: Schlösser, Kirchen, Baudenkmale

Burg, Schloss und Vorwerk Helfenberg
Am oberen Eingang des Helfenberger Grundes, auf einem Bergsporn gegenüber dem späteren Rittergut, stand die erstmals im Jahr 1350 erwähnte Hilfenburg. Gegen das Hinterland war diese frühdeutsche Warte mit Gräben und Wällen gesichert. Um 1568 wird sie noch als bewohnt geschildert. Im Dreißigjährigen Krieg vermochte dieser Zufluchtsort den Angriffen der Kroaten zu trotzen. Danach verfiel die Burg. Schon im 18. Jahrhundert waren von ihr nur noch Ruinenreste vorhanden. An diesem Ort bargen die Archäologen vor allem mittelalterliche Keramik.

Markgraf Friedrich IV. von Meißen (reg. 1381-1428, ab 1423 als Kurfürst Friedrich I. von Sachsen) erwarb den Herrensitz Helfenberg um 1400 von der Familie von Ziegler. Das Schloss und das Vorwerk Helffenberg finden um 1460 Erwähnung. Um 1535 entstand nahe des Vorwerks ein neues Herrenhaus.

Kurfürst Moritz von Sachsen (reg. 1547-1553) verkaufte die Rittergüter Helfenberg und Schönfeld an den Baumeister und Oberrüstmeister Hans von Dehn-Rothfelser (1500-1561). Dessen Erben besaßen hier noch bis 1760 Rechte. Dem Herrengut waren 13 Dörfer zinspflichtig. Die dienstpflichtigen Bauern mussten auf der in Gutsblöcke eingeteilten Flur Frondienste leisten.

Schriften aus dem Jahr 1627 nennen neben dem Herrenhaus auch Ställe, Scheunen, ein Brauhaus, eine Schäferei, eine Mahlmühle, eine Ziegelei, Gärten und 13 Teiche. Letztere dienten vor allem der Fischzucht und als Wasserreservoir. In Zeiten der Wasserknappheit bezog die Brauerei ihr Wasser aus den Brauteichen.

Das Herrengut Helfenberg betrieb auch Weinwirtschaft. Im Winzerhaus (Kelterhaus) wurden die auf dem "Weinberg in der Kucksche" und auf dem Alten Weinberg geernteten Trauben verarbeitet. Als Bewirtschafter des Alten Weinberges werden im Jahr 1645 insgesamt 15 Rockauer Winzer genannt. Für die Kelterei bauten sie im Jahr 1673 südwestlich von Helfenberg am Elbtalhang ein Presshaus (heute als technisches Denkmal geschützt). Diese Anlage besteht aus zwei rechtwinklig zueinander angeordneten eingeschossigen Gebäuden mit großen Rundbogenfenstern an der Talseite und Segmentbogenfenstern an der Rückseite des Hauptgebäudes.

Das von Johann Gottfried Kuntsch um 1775 errichtete, mit einem Krüppelwalmdach ausgestattete zweigeschossige Helfenberger Herrenhaus erfuhr schon um 1800 einen Umbau (wahrscheinlich durch Gottlob Friedrich Thormeyer). Das Haus wurde dabei nach Osten verlängert, der Eingang an die Ostseite verlegt und das Dach als Satteldach gestaltet. Die drei Giebelfenster erhielten eine gemeinsame kreisförmige Blende. Die Fassade wurde klassizistisch gegliedert und mit drei von Franz Pettrich geschaffenen Stuckreliefs mit mythologischen Darstellungen geschmückt. Die Hoftorpfeiler verzierte man mit Sandstein-Urnen.

Im Helfenberger Grund stand die Hofemühle. Das Herrengut Helfenberg verkaufte sie im Jahr 1764, erhielt sie aber im Jahr 1895 wieder zurück. Wenig später wurde sie abgerissen.


Schloss Schönfeld
An dem einst sehr morastigen Standort des Schönfelder Schlosses fand man Reste einer frühdeutschen Wasserburg aus der Zeit der Ortsgründung. Zu dieser Anlage gehörte ein Turmhügel mit umlaufendem Graben.

Schloss Schönfeld
Das Schloss Schönfeld (Bild: Zustand in der Zeit der DDR) wurde nach 1572 vom kurfürstlichen Geheimen Rat Dr. Georg Cracow, der die Schönfelder Herrschaft im Jahr 1568 erworben hatte, anstelle eines Vorgängerbaus errichtet. Das einflügelige dreistöckige Gebäude zeigt sich im Stil der Renaissance. Die Erdgeschossfenster sind mit schmiedeeisernen Gittern verschlossen. An den Längsseiten sind je drei das Dach gliedernde Zwerchhäuser zu sehen, die an der Vorderfront Volutengiebel tragen. Vor dem mittleren Giebel steht ein zur Hälfte in den Bau eingelassener Treppenturm, der unten sechseckig, oben aber rund gestaltet ist. Die Wendeltreppe führt zu den Vorhallen der drei Geschosse. Das Sitznischenportal im Sockel zeigt im Gewände die Wappen und Initialen der Familie Cracow und die Jahreszahl 1577.
In den Schlossräumen blieben unter anderem Kamine und mit Wappen und Rankenwerk bemalte Felderdecken aus der Entstehungszeit des Schlosses sowie Stuckdecken aus dem 18. Jahrhundert erhalten. Im Erdgeschoss trägt eine gusseiserne Ofenplatte ein Relief, das die Silhouette Dresdens nach einer Vorlage von Merian zeigt.

Nach der Verstaatlichung des Rittergutes im Jahr 1945 richtete man im Gebäude einen Kindergarten, einen Kinosaal, die Gemeindebibliothek und Unterrichtsräume der Schule ein.


Die Kirchen von Weißig, Schönfeld und Eschdorf
Zur Kirchgemeinde (Parochie) Weißig gehörten die Einwohner von Gönnsdorf, Pappritz und eines Teils von Ullersdorf. Die Rossendorfer Einwohner besuchten die Kirche in Eschdorf, über die ihr Grundherr das Patronat innehatte. Zur Kirchgemeinde Schönfeld zählten seit der Reformation (1539) die Einwohner aller umliegenden Dörfer, also von Schullwitz, Reitzendorf, Zaschendorf, Borsberg, Krieschendorf, Eichbusch, Malschendorf, Rockau und Cunnersdorf. Für die Zaschendorfer und Reitzendorfer Einwohner führte der Graupaer Kirchsteig (Messweg), der streckenweise gleich der Gemeindeviehtreibe war, an der Gärtnerwiese und dem Zinsteich vorbei zur Schönfelder Kirche. Von Borsberg verlief der Kirchweg über Reitzendorf nach Schönfeld.

Die in den Jahren 1632/33 errichtete Weißiger Kirche steht in der Dorfmitte in einem ummauerten Friedhof. Im Jahr 1901 gestaltete sie der Dresdner Baumeister Woldemar Kandler um. Vom Vorgängerbau blieb der von dickem Mauerwerk umschlossene quadratische Westturm mit Fachwerk-Obergeschoss, Satteldach und spitzem Dachreiter erhalten. Das neue kreuzförmige Schiff erhielt eine Innenausstattung mit Jugendstil-Elementen. Den Orgelprospekt und den Kanzelkorb ziert reiches Schnitzwerk mit Pflanzenmotiven. In der Mitte des barockisierenden Altaraufsatzes ist das Gemälde "Der Gang nach Emmaus" von Alfred Diethe aus dem Jahr 1901 zu sehen. Im Jahr 1963 erfuhren der Innenraum und der Altar eine Sanierung.

Das im Jahr 1728 errichtete (1742 umgebaute) Weißiger Pfarrhaus zeigt sich mit zwei massiven Geschossen und einem Mansarddach.

Auf dem Weißiger Kirchhof fand man ein altes Sandsteinkreuz mit eingeritzter Armbrust. Es wurde auf der Wiese gegenüber dem früheren Bahnhof unter Eichen aufgestellt.

Das Schiff der Schönfelder Kirche, das einen schmalen flachgedeckten vierjochigen Saal umfasst, stammt vom Ende des 15. Jahrhunderts. An das Schiff fügte man, wie eine Jahreszahl am Kanzelzugang verlautet, im Jahr 1676 einen durch ein Rippenstrahlgewölbe abgedeckten, unregelmäßig geschlossenen Chor von gleicher Breite an. Außen ist er durch Strebepfeiler abgestützt. Der Westturm der Kirche erfuhr bis 1896 mehrere Umbauten. Im Jahr 1971 wurde er auf 30 m Höhe verkleinert und mit einem steilen Walmdach versehen.

Zur Innenausstattung der Schönfelder Kirche gehören doppelstöckige Emporen an drei Seiten des Saales. Im Jahr 1972 wurde die obere Empore verkürzt und die Patronatsloge beseitigt. Zu den aus der Mitte des 17. Jahrhunderts stammenden, im Stil der Spätrenaissance gestalteten Teilen der Ausstattung gehören der Altaraufbau, die vom Pirnaer Maler Jonas Eywigk im Jahr 1658 auf Holz gemalten Bilder, die Kanzel und die Sandsteintaufe mit reichem figürlichen und ornamentalen Schmuck. Unter dem Altar befindet sich die heute vermauerte herrschaftliche Gruft.

Auf dem Schönfelder Friedhof sind unter anderem schlichte Barockgrabmäler von Pfarrern des Ortes zu sehen. In die östliche äußere Friedhofsmauer sind zwei Steinkreuze eingebaut, die möglicherweise einst zum Giebelschmuck der Kirche gehörten.

Das zwischen dem Friedhof und dem Marktplatz stehende, aus dem 17. Jahrhundert stammende zweigeschossige Schönfelder Pfarrhaus zeigt ein massives Sockelgeschoss und ein verschaltes Fachwerk-Obergeschoss.

Die Eschdorfer Kirche befindet sich südlich der Dorfmitte am Talhang. Ein Vorgängerbau soll schon um 1225 bestanden haben. Im Jahr 1348 wird von der Stiftung eines Barbara-Altars durch den Eschdorfer Grundherrn und den Pfarrer von Jockgrim (Alt-Stolpen) für diese Pfarrkirche berichtet. Die heutige neoromanische Kirche stammt aus dem Jahr 1886. Vom früheren Bauwerk blieben im wesentlichen nur der um 1524 gebaute spätgotische Chor und das aus noch früherer Zeit stammende Untergeschoss des Kirchturmes erhalten. Das Sakramentshäuschen am Turm zeigt spätgotisches Stabwerk aus dem Jahr 1524. Der spätgotische Chor ist durch einen Triumphbogen mit dem Saal verbunden. Emporen umgeben den Saal an drei Seiten. Die kelchförmige Sandsteintaufe stammt von 1591.

Das neben der Eschdorfer Kirche stehende, aus dem Jahr 1820 stammende zweigeschossige Pfarrhaus zeigt sich mit einem massiven Erdgeschoss, einem verschalten Fachwerk-Obergeschoss und einem Krüppelwalmdach.


Baudenkmäler und Altbauten im Schönfeld-Weißiger Gebiet
In Altweißig blieben mehrere Bauernhäuser erhalten, von denen viele einen Sandsteingiebel besitzen, ebenso Merkmale der in der Mitte des 19. Jahrhunderts verbreiteten Architektur wie Giebelaufsätze, Kniestöcke und recht flache Satteldächer. Das Mauerwerk der Längsseiten der Häuser besteht meist aus Granitbruchstein. Die Fassade eines der Häuser ist mit Gesimsen und Ecklisenen gestaltet.

Eine Sandstein-Inschriftentafel an der Weißiger Schmiede (Südstraße 1) bezeichnet 1858 als Jahr des Neuaufbaus des von einem Brand zerstörten Gebäudes.

Das denkmalgeschützte Gönnsdorfer Herrenhaus ist ein zweigeschossiges, einflügeliges Gebäude mit einem Mittelrisalit und einem Mansardwalmdach mit regelmäßig verteilten Dachhäuschen und Gaupen. Ursprünglich war es auf drei Seiten von Wasser umgeben. Hinter dem Herrenhaus sind der Wirtschaftshof und der Park mit einem aus zwei Sandsteinbecken bestehenden Wasserspiel gelegen.

Der Pappritzer Ortskern ist noch gut zu erkennen. Hier stehen vor allem Zwei- und Dreiseithöfe wie z.B. ein Gehöft aus der Zeit um 1800, dessen Wohnstallhaus und Scheune sich mit schlichtem Fachwerk-Obergeschoss zeigen. Das nach 1800 gebaute Wohnstallhaus Am Dorfteich 4, das ein Krüppelwalmdach, einen massiven Giebel und an den Längsseiten ein Fachwerk-Obergeschoss besitzt, trägt klassizistischen Gebäudeschmuck. Im Dorfgasthof Pappritz war in der Zeit der DDR ein Urlauberheim des Kalikombinates Volkenroda (Thüringen) eingerichtet.

In Schönfeld blieben in der Umgebung des Schlosses Gebäude des ehemaligen Kammergutes erhalten. Das Verwalterhaus (Markt 1) ist ein schlichter zweigeschossiger Putzbau mit hohem Walmdach. In der Zeit der DDR richteten sich hier der Rat der Gemeinde, die Sparkasse und eine Polizeidienststelle ein. Das durch den abgetreppten Giebel und das sehr steile Satteldach gekennzeichnete zweigeschossige Haus Markt 4 stammt aus dem 17. Jahrhundert. Der mit einem Mansarddach ausgestattete eingeschossige Massivbau Markt 2 war früher eine Wassermühle. In der Zeit der DDR zog ein Postamt in das Haus ein. Das kleine Gebäude Mittelstraße 1 zeigt sich mit Fachwerk-Giebeltrapez und einem Krüppelwalm-Mansarddach. Die gegenüberliegende ehemalige Brauerei ist heute ein Wohn- und Geschäftshaus.

Am Schönfelder Marktplatz, nahe des Schlossteiches, steht neben kleineren Häusern mit Fachwerk-Obergeschoss der Gasthof "Zum Erbgericht".

Westlich von Schönfeld, am Zusammenfluss der zwei Quellarme des Keppbaches, befindet sich die Bockmühle. Das Obergeschoss dieser ehemaligen Wassermühle, die im Türsturz die Jahreszahl 1799 trägt, ist aus Fachwerk mit Andreaskreuzen gebaut.

Südöstlich von Reitzendorf ist der Stumpf einer Holländerwindmühle weithin zu sehen.

Die zuletzt als Sägemühle betriebene Eschdorfer Untermühle wurde nach 1918 stillgelegt. Die erhalten gebliebene Eschdorfer Obermühle besteht aus einem langgestreckten zweigeschossigen Wohngebäude und einem zu diesem rechtwinklig angeordneten Wirtschaftsgebäude mit Krüppelwalmdach. Beide Mühlen besaßen die Backgerechtigkeit (die Erlaubnis zum Backen), die zuvor das Eschdorfer Erbrichtergut innehatte. Der Müller Traugott Bienert, der später die Hofmühle in Plauen erwarb, erneuerte die Obermühle. Ab 1840 durfte er Backwaren auf dem Dresdner Markt verkaufen. Der Backbetrieb in der Obermühle endete um 1958.

Die alte Eschdorfer Schmiede (Haus Nr. 73) trägt die Jahreszahl 1825 im bemalten hölzernen Schlussstein des Korbbogens am Schuppen. An der Straße stehen das Seitengebäude mit der einstigen Wohnung des Schmiedegesellen und der eingeschossige Beschlagschuppen, im Hintergrund ist das Wohnhaus des Schmiedemeisters zu sehen, das ein Hufeisen im Schlussstein der Haustür zeigt. Die Gebäude besitzen ein zweiriegeliges Fachwerk am Obergeschoss und ein Krüppelwalmdach.

Ein Nebengebäude des großen Eschdorfer Vierseitgehöftes Nr. 84, ein kleines zweigeschossiges Fachwerkhaus, ist das letzte im Dorf erhalten gebliebene Umgebindehaus.



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