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Deutsches Hygiene-Museum
Lage: Lingnerplatz am Blüherpark
Bauzeit, Architekt: 1928-1930, Wilhelm Kreis
Merkmale: monumentales Gebäude im Stil der Neuen Sachlichkeit mit Elementen des Bauhausstils, großer kubischer Mittelbau mit der Dauerausstellung und dem Fest- und Kongresssaal (mehr als 1.000 Plätze), vorgezogene niedrige Flügel für Werkstätten und Büros, Gebäudeachse und Anfahrtsstraße in Verlängerung der Hauptallee des Großen Gartens angelegt (der charakteristische zentrale Teil des Museumsgebäudes ist entlang dieser Allee weithin sichtbar), Lingnerplatz als Ehrenhof vor dem Gebäude
Nutzung: Universalmuseum vom Menschen, modernes Wissenschaftsmuseum zum Thema biologische, soziale und kulturelle Dimensionen des Menschen (ist also kein Spezialmuseum mit fest umrissenem Themengebiet), reflektiert insbesondere die Bedeutung der Wissenschaften für die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts, unabhängiges öffentliches Forum für den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, Dauerausstellung in 7 Sälen: Saal 1: "Der gläserne Mensch" (Geschichte des Museums, Ausstellung wertvoller historischer Exponate), Saal 2: "Leben und Sterben", Saal 3: "Essen und Trinken", Saal 4: "Sexualität", Saal 5: "Erinnern, Denken und Lernen", Saal 6: "Bewegung", Saal 7: "Haut und Haar"; behindertengerechtes Museum, Kindermuseum mit zahlreichen Mitmach-Elementen, Museums-Shop, Restaurant "Lingner", Räume für Kongresse und Bälle
Besucher-Information: s. Museen |
Aus der Geschichte des Hygiene-Museums
1895: Entdeckung der Röntgenstrahlen durch Konrad Röntgen (ermöglichten der Medizin nun Einblicke in den lebenden, ungeöffneten Körper), rasante Entwicklung der Mikroskoptechnik und der Bakteriologie, Erkenntnis der wichtigen Rolle der Hygiene für die Volksgesundheit, 1911: I. Internationale Hygiene-Ausstellung auf dem Ausstellungsgelände am Straßburger Platz in Dresden mit mehr als 5 Mio. Besuchern, 1912: Gründung des Deutschen Hygiene-Museums durch Karl August Lingner (Pharmazeut, durch sein "Odol"-Mundwasser bekannt und wohlhabend geworden), Wanderausstellungen und Verbreitung neuartiger Lehrmittel im In- und Ausland, 1928: Baubeginn am Museumsgebäude (unter den Entwürfen mehrerer bedeutender Bewerber wie z.B. Heinrich Tessenow hatte der von Wilhelm Kreis den Zuschlag erhalten), 1930: Eröffnung des Museumsgebäudes (einer der bedeutendsten deutschen Museums-Neubauten in der Zeit der Weimarer Republik) anlässlich der II. Internationalen Hygiene-Ausstellung in Dresden, einzigartige Dauerausstellung rund um die Themen "Menschlicher Körper" und "Gesundheit", bekanntestes Exponat des Museums ist seitdem die "Gläserne Frau" (später kamen auch der "Gläserne Mann", die "Gläserne Kuh" von 1959 und das "Gläserne Pferd" hinzu), 1933-1945: Missbrauch des Museums als Propaganda-Zentrum für Rassenlehre, Febrar 1945: Brandzerstörung des Gebäudes durch die Bombenangriffe, Vernichtung großer Teile der Schausammlungen und Werkstätten, ab 1947: Wiederaufnahme und Erweiterung der Lehrmittelproduktion, Wiederaufbau des Gebäudes, Einzug einer neuen Dauerausstellung, Themen wie Unterernährung, Seuchengefahr und mangelnde medizinische Versorgung bildeten Schwerpunkte in der Nachkriegszeit, ab 1949: Gesundheitserziehung in der DDR als Schwerpunkt der Museumsarbeit, 1957-1959: Einrichtung eines Kongresssaales für größere kulturelle und wissenschaftliche Veranstaltungen sowie internationale Tagungen (bis zur Fertigstellung des Kulturpalastes auch der wichtigste Konzertsaal Dresdens), ab 1991: Neukonzeptionierung als "Museum vom Menschen" (an die Tradition der ersten Jahre anknüpfend), 1999: Gründung der Stiftung "Deutsches Hygiene-Museum" (Förderung von Wissenschaft, Bildung und Kultur als Stiftungszweck festgeschrieben), 2003-2005: Generalsanierung des Gebäudes (unter der Leitung des Architekten Peter Kulka), Eröffnung der neuen Dauerschau |
 Bild: Hygiene-Museum im Jahr 1930 (nach einem alten Foto, verändert)
 Bild: Figur "Ballwerfer" (Kupfer, 4 m hoch, 1907, Richard Daniel Fabricius, seit 1983 vor dem Hygiene-Museum)
Literatur:
Vogel, Klaus (Hrsg.): Das Deutsche Hygiene-Museum 1911 bis 1990. Michel Sandstein Verlag Dresden 2003
Museumsmagazin "Mensch - Körper - Gesundheit". Dresdner Magazin Verlag
Museumsführer (erscheint seit 2005)
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