Aus der Geschichte von Pieschen
1292: urkundliche Ersterwähnung als Peschen (altsorbisch: pesk = Sand), Gerichtsbarkeit bis zur Reformation (1539) beim Meißner Domstift, dann beim Prokuraturamt Meißen und dem Amt Dresden, Grundbesitz des Altendresdner Augustinerklosters und der Kreuzkirche, Dorf mit wenigen Bauern, aber zahlreichen landlosen Tagelöhnern (beschäftigt auch im Weinbau auf den Trachenberger Hängen und in den Pieschener Weingärten, z.B. im Gebiet Osterbergstraße), in Kriegszeiten (z.B. im Nordischen, Siebenjährigen und Napoleonischen Krieg) war Pieschen oft Durchmarschgebiet feindlicher Truppen (haben hier auch den Elbstrom mit Floß- oder Schiffsbrücken überquert), 1832-1861: Gottlieb Mohn (1811-1881, die Mohnstraße ist nach ihm benannt) unterrichtete an der ehemaligen Pieschener Schule Bürgerstraße 76 als einziger Lehrer die Kinder aus Pieschen, Trachau und Trachenberge, 1838: Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke Dresden-Leipzig (erste Eisenbahn-Fernverkehrsstrecke Deutschlands), wirtschaftlicher Aufschwung in Pieschen (und Mickten), Bau von Gewerbebetrieben und neuen Wohnvierteln im Umfeld des alten Dorfkerns, 1859: Inbetriebnahme des Pieschener Elbhafens, von der nahen Leipziger Vorstadt ausgehende weitere industrielle Entwicklung, 1868: Bau des Maschinenbahnhofes Pieschen (entwickelte sich bis um 1900 zu einem bedeutenden Güterbahnhof und zum Zentrum mehrerer Fabrikanlagen), im Umfeld entstanden viele Hinterhofbetriebe, 1879: erster Bebauungsplan, im Süden der Flur beginnende Anlage geschlossener Straßenzüge dreistöckiger Häuser mit Hinterhofgebäuden, um 1880: bedeutender Arbeiterwohnort mit etwa 6.000 Einwohnern (um 1835 nur etwa 350 Einwohner), 1884: Ausscheiden aus der Kirchgemeinde Kaditz (zusammen mit Trachenberge), Anlage des Markusfriedhofes, um 1885: Ende der Weinwirtschaft im Elbtal wegen der eingeschleppten Reblaus, Aufgabe der Weinpflanzungen im Pieschener Gebiet, 1886-1888: Bau der Kirche St. Markus (Stil der Neogotik, 45 m hoher Turm, Architekt: Christian Gottfried Schramm), 1890/91: Bau des Rathauses Pieschen (Stil der deutschen Renaissance, Architekten: Schilling und Gräbner; 5 Weinstöcke im Bildsiegel des Mittelbaus erinnern an den Weinbau und die einstigen 5 Grundherrschaften: Meißner Domstift, Augustinerkloster, Kreuzkirche, Prokuraturamt Meißen und Amt Dresden), 1897: Eingemeindung nach Dresden (mit 17.000 Einwohnern - überwiegend einkommensschwachen Arbeiterfamilien), 1909/10: Bau der katholischen St.-Joseph-Kirche (in Eisenbeton gebaute Basilika, Architekt: Alexander Tandler) für böhmische und schlesische Einwanderer/Neusiedler, ab 1925: Bau neuer Wohnviertel (auch ausgedehnter Kleinhaussiedlungen) auf der bis dahin noch unbebauten Pieschener Flur, 1929: Bau eines Hallenbades und einer Bibliothek, Umwandlung landwirtschaftlicher Nutzflächen vorwiegend in Kleingartenanlagen und Gemüseanbauflächen (auf hierfür gut geeigneten leichten Böden), Reste des Dorfkerns Altpieschen blieben im Bereich Altpieschen/Robert-Matzke-Straße erhalten (vor allem einige Zweiseithöfe) |