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Zschertnitz
Urkundliche Ersterwähnung: 1308 als Scherschicz, Eingemeindung nach Dresden: 1902

Die nur 74 ha große Zschertnitzer Flur erstreckt sich zwischen dem Zelleschen Weg im Norden, der Caspar-David-Friedrich-Straße im Osten, der Südhöhe im Süden und dem Räcknitzer Marktweg im Westen. Aus einigen der alten Wege dieses Gebietes haben sich im Laufe der Zeit streckenweise Lößhohlwege gebildet.

Das Gut Zschertnitz wird erstmals im Jahr 1308 im Besitz eines Dresdner Ratsmannes erwähnt. Ab 1408 gehörte es der Familie Münzmeister, die als Pächter der Freiberger Münze zu Wohlstand gelangt war. Im Jahr 1569 erwarb Kurfürst August von Sachsen (reg. 1553-1586) das Gut und siedelte hier vier Bauern und vier Gärtner an, die bei der Gründung des Kammergutes Ostra ihr Land verloren hatten.

Der an der Paradiesstraße gelegene, auch "Z bleibt Z" genannte Paradiesgarten mit Tanzlokal war ab Mitte des 19. Jahrhunderts ein beliebtes Ausflugsziel der Dresdner. Er wurde im Jahr 1978 abgerissen.

Noch bis etwa 1925 gab es in Zschertnitz neben vier Häusern an der Paradiesstraße nur einige Gebäude des alten Gutsweilers, die Ziegelschuppen und einige Gärtnereien. Erst um 1938 entstand eine Wohnsiedlung im Bereich der Paradiesstraße.

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts nahmen die Lehmgruben zweier Ziegeleien einen großen Teil der Zschertnitzer Flur ein. Westlich der Münzmeisterstraße befand sich die etwa 10 ha große Lehmgrube der Ziegelei Dammmüller (später Stadtziegelei). Zwischen Altzschertnitz, Münzmeisterstraße, Südhöhe und Caspar-David-Friedrich-Straße war ab 1880 die etwa 20 ha große Lehmgrube der Vereinigten Dresdner Baugesellschaft in Betrieb. Bei der Enttrümmerung der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Dresdner Innenstadt füllte man sie mit Trümmerschutt auf.

Im Bereich der ehemaligen Lehmgrube der Stadtziegelei baute das Dresdner Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerk in den Jahren 1939/40 die Wohnsiedlung an der Bibrachstraße. Hier steht eine Nachbildung der Postdistanzsäule vom Wilischen Tor (die auch auf einem Gemälde Canalettos von 1750, das die Dresdner Festungswerke am Wilischen Tor zeigt, zu sehen ist).

Der historische Dorfkern von Zschertnitz fiel einer Wohnungsbaukampagne, die ab 1970 über Altzschertnitz und die aufgeschütteten alten Lehmgruben hinwegrollte, zum Opfer. Dabei entstanden fünfgeschossige Wohnblöcke, fünfzehnstöckige Studentenwohnheime sowie - an der Räcknitzhöhe - Gruppen von weithin sichtbaren siebzehnstöckigen Hochhäusern.



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